Spielabend, 05.05.

9. Mai 2009

Nach einigen sehr kurzfristigen Absagen ging es um 19.34 in einer fünfer Runde mit Ralf, René, Manfred, Matthias und mir bei einer Runde “Snow Tails” von “Asmodee” los. Letzte Woche wusste dieses Hundeschlittenrennen schon zu begeistern und so wurde die Forderung laut, einen anspruchsvollen Kurs zu wählen. Von den im Regelheft vorhandenen Rennstrecken fiel die Wahl auf “Alptraum für Bruce” mit zwei brutalen Kurven und einem fiesen Nadelöhr. Die Regeln sind einfach: jeder hält fünf Karten auf der Hand vom eigenem Stapel gezogen, in welchem die Werte 1-5 vierfach vertreten sind. Ich muss eine und kann bis zu drei Karten ausspielen, solange sie alle denselben Wert tragen. Die Werte sind die Laufgeschwindigkeit der Hunde, so ist mein Schlitten mit zwei 5er Karten schon mal satte 10 Felder weg. Es gibt allerdings eine Bremse am Schlitten, diese muss auch einen Wert tragen, minimal eins, welcher von dem aufaddierten Hundekartenwert abgezogen wird, so ist die höchste Grundgeschwindigkeit auf neun Felder begrenzt, was erstmal nicht viel erscheint, aber die reinen geraden Strecken sind auch nicht üppig. Sind beide Hundekarten auch tatsächlich gleich, kann jeder einen Bonus in Anspruch nehmen, der von der Höhe der eigenen Position abhängt. Mit folgender Regel liegt der Hase im Pfeffer und gibt dem Spiel seine Besonderheit im Vergleich zu anderen Rennspielen: mit zwei gleichen Karten auf den Hunden verteilt muss (!) der Schlitten geradeaus fahren. Nur bei ungleicher Verteilung zieht der stärkere Hund entsprechend der Differenz zwischen beiden Karten zu seiner Seite und nur so ist ein Spurwechsel möglich. Wenn man ersteinmal mit Karacho auf das letzte Feld einer Kurve zugerast ist; die Kurven wirken teilweise wie Sägeblätter einer Kreissäge mit Feldern hinter denen nichts als Schnee liegt, dann wirkt die Erkenntnis, dass eine fünf auf der Bremse noch viel zu klein ist, um einen Crash zu verhindern… Da sind wir auch schon beim weiten Feld der Sanktionen: wer anderen auffährt, aus der Kurve getragen wird oder die Höchstgeschwindigkeit an bestimmten Markierungen überschreitet, erhält dafür Dellenkarten. Diese rauben Platz auf der Hand, mit drei Dellenkarten habe ich nur noch zwei Geschwindigkeitskarten auf der Hand, meine Auswahl schmilzt und die Wahrscheinlichkeit, überhaupt nicht ins Ziel zukommen steigt rapide… Wenn an dieser Stelle das Kartenglück einem nicht holt ist, kann es auch das vorzeitige Ende bedeuten, so ausgerechnet Matthias geschehen, der sowieso kein großer Freund von Rennspielen ist. Die Freude ist schon groß, wenn es gut für den eigenen Schlitten läuft, die Schadenfreude auch, wenn andere Schlitten straucheln, aber umgekehrt ist das Frustpotential auch nicht gerade klein, wenn durch Kartenpech oder Verplanung das eigene Gespann abfällt. Es besteht das Risiko, dass “Volloptimierer” das Spiel sehr in die Länge ziehen, wenn sie fast alle Möglichkeiten durchrechnen wollen. Eine gute Portion “aus dem Bauch” spielen sollte jeder schon mitbringen.

Im Anschluß kam “Einauge sei wachsam” von “Amigo” auf den Tisch. In quietschbunter Graphik dem immer beliebten Piratenthema gewidmet, verbirgt sich dahinter ein Kartensammelsystem, welches sehr abstrackt ist. Als Familienspiel noch ungetestet fehlt mir die Erfahrung, ob Kinder sich davon begeistern lassen, zumal es von Aufmachung und Schwierigkeitsgrad eher in diese Richtung geht, aber auch Übersicht und Planung dazu gehört. Es ist kurzweilig, die richtige Begeisterung kam allerdings nicht auf.

Der Beitrag wurde am Samstag, den 9. Mai 2009 um 23:39 Uhr veröffentlicht und wurde unter Dienstagsrunde abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

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