Spielabend, 02.09.
Die Ferienzeit neigt sich dem Ende, die Tische waren wieder gefüllter. In der großen Runde versuchten sich Andreas, Gerhard, Helene, Manfred und Ralf an einem “Bushido: Der Weg des Kriegers” im Vertrieb bei Heidelberger Spieleverlag. Die Meinungen waren durchwachsen, nach relativ langer Einfindungsphase traf man alte Bekannte: Mehrheitenbildung und “Stein-Schere-Papier” auf hohem Niveau, es gab aber auch hausgemachte Fehler, so das eine Folgerunde wohl von Nöten ist für ein besseres Urteil. Danach lag “Atlantis” von Amigo auf der Platte, beim rüber-lugen fühlte ich mich an “Cartagena” von Winning Moves erinnert. Das Spiel kam wesentlich besser an.
In meiner kleinen Runde konnte ich Ingrid, Matthias und René zum “Diamonds Club” von Ravensburger überreden. Dieses Spiel erschien letzten Herbst und fand so manches Mal seinen Weg auf den Tisch. An das letzte Mal kann ich mich kaum noch erinnern, es gibt mittlerweile so viele gute Spiele, da ist es nicht leicht, allen mit weiteren Partien gerecht zu werden. Die Handschrift des Autors Rüdiger Dorn ist unverkennbar, öfters wurde es mit einem anderen Highlight von ihm verglichen, “Goa” aus dem Hans im Glück Verlag. Sie unterscheiden sich aber schon deutlich, die Vielfalt an Entscheidungsmöglichkeiten, ihre Ausgewogenheit, auf den verschiedenen Wegen gewinnen zu können, das machen die anspruchsvollen Spiele dieses Autors aus. Ich gebe unumwunden zu, mir gefällt Diamonds Club! Trotz des Covers. Auf selbigen wird der Versuch des von mir sonst sehr geschätzten Graphikers Franz Vohwinkel unternommen, dem Klischee eines reichen englischen Snobs am Anfang des letzten Jahrhunderts nahe zu kommen. Diese Gesichter sehen schrecklich aus, wie damit ein Impulskauf eines Kunden, vielleicht noch unberaten allein an langen Regalen stehend, ausgelöst werden soll, ist mir ein völliges Rätsel… Doch worum geht es überhaupt? Jeder Spieler ist einer dieser Snobs und will rasch den eigenen Garten mit verschiedenen Baumaßnahmen füllen. Neben Brunnen, Rosengarten, Teich und schlicht Wald gibt es noch diverse weitere Möglichkeiten. Sie unterscheiden sich in den Anschaffungskosten und -modi. Die angenehm klare Struktur des Spiels verschafft jeden einen raschen Überblick. Am Anfang bemüht sich jeder um Fördermöglichkeiten von Edelsteinen, Tiergehege, bessere Ausbeutung oder den nächsten Startspieler stellen zu dürfen. Edelsteine sind die Währung, mit welchen die hochwertigen Ausbauten erworben werden, nach festen Preisvorgaben: der Brunnen kostet zwei blaue und einen gelben Edelstein usw. Zumindest für den ersten Interessenten, alle folgenden in dieser Runde zahlen mehr, das macht den Startspieler wichtig. Dann lasse ich eben den teuren Weg, gute Idee, nur leider blockiert eine Regel dieses Vorhaben, jeder hat auf seinem Gartendisplay eine Vorgabe aufgedruckt, die muss gebaut werden, um überhaupt Punkte zu erhalten. Von dort ist es dann nicht mehr weit, um auf die Boni zu schielen: Wer zuerst drei Orangeriegebäude gebaut hat, erhält Extrapunkte, selbiges gilt für all die anderen ebenfalls. Im zentralen Feld setzt jeder Münzen. Sind die Felder waagerecht und senkrecht um mein Objekt der Begierde leer, kostet es mich eine Münze, die Mine oder den Fischteich oder was auch immer zu erwerben. Liegen benachbart Münzen, wird es zunehmend teurer. Danach werden Edelsteine erworben für eine Kombination aus Mine, Schürfrecht und Transportschiff. Für Edelsteine ist also ein Weg über drei Stufen nötig. Mit selbigen wird dann gebaut und schon geht es in die nächste Runde, wer zuerst seinen Garten mit mindestens 14 Verschönerungen gefüllt hat, beendet das Spiel, wer dann am Rundenende die meisten Punkte sammelte, gewinnt. Das ist nicht zwangsläufig diejenige, die das Spiel beendete. Nur eine Sorte Gebäude oder die Tiergehege-Strategie oder die Waldstrategie? In unserer Runde führte eine Mischstrategie zum Erfolg, ich erinnere mich noch, als das Spiel frisch erschienen war, gab es kontroverse Debatten um die Waldstrategie, mit der angeblich das Spiel schnell auszuhebeln wäre. Wälder sind billiger als die anderen Gebäude und bedürfen einer bunten Mischung von Edelsteinen und nicht eine bestimmte Konstellation. In besondere Parameter investiert, werden sie nach und nach auch wertvoller. Ich probierte sie gleich in der ersten Partie und gewann damit nicht, das beruhigte mich sehr! Die Ausstattung ist üppig und die Spielzeit mit guten sechzig Minuten zu viert dem Spannungsbogen angemessen. Ein gelungenes Spiel, so der allgemeine Tenor.
Danach stand noch eine Runde “Yspahan” von Ystari an. Dies kannten alle und so konnte schnell los gespielt werden. Ebenfalls 60 Minuten Spieldauer; es wusste zu gefallen. Bei anderer Gelegenheit mehr zum Ablauf.