Spielabend, 15.09.

21. September 2009

Die Wochen vor Essen, letzte Gelegenheit für Altheiten… So auch dieses Mal, “Age of Empires III” von Tropical Games, im deutschen Vertrieb bei Pro Ludo, kam 2007 auf den Markt, in deutsch letztes Jahr. Name und Schachtelgraphik kommen von einem Computerspiel. Mit selbigem hat das Brettspiel nur das Thema gemein. Kurz zum Computerspiel: Es handelt sich um ein Echtzeit-Aufbau-Spiel, effektive Nutzung der Spielzeit ist ein wichtiger Schlüssel dabei, und die Erforschung der anfangs noch völlig verdeckten Karte sind zwei wesentliche Elemente, die in einem Brettspiel nur schwerlich nach zustellen sind. 1997 kam der erste Teil, in der Antike angesiedelt, und das Spiel fand sicher viele Freunde. Somit ist ein Bekanntheitsgrad vorhanden, aber das Brettspiel ist viel mehr eine gelungene Weiterentwicklung im Bereich der Mehrheitenspiele wie “El Grande” und Konsorten. Wer ein Aufbau- und Kampfspiel sucht, ähnlich dem Computerspiel, wird enttäuscht werden. Da empfehle ich eher “Warcraft The Boardgame” (nicht WOW) als gelungene Umsetzung. Age of Empires III spielt sich am besten in der Maximalspielerzahl zu fünft, zu viert ist es auch noch spannend, darunter fällt der Spannungsbogen ab, es lebt schon davon, dass die Räume schnell eng werden. Das Spielmaterial ist sehr stimmungsvoll und schön aufgemacht, zwei Kritikpunkte will ich nicht verschweigen. Auf dem großen Spielplan ist die eine Hälfte eine Karte von Amerika, auf dem es trotz der Größe unübersichtlich werden kann, was die Mehrheitsverhältnisse in den Regionen angeht. Der andere Aspekt sind die Spielfiguren, mit sehr viel Liebe zum Detail sind diese gestaltet. Jeder hat fünf verschiedene Sorten mit unterschiedlicher Funktion. Besonders der Siedler und der Kaufmann sowie der Soldat und Kapitän bieten Verwechslungsgefahr. Die andere Hälfte des Plans bietet Raum zum Einsatz der Figuren, jeder Spieler erhält grundsätzlich fünf Siedler jede der acht Spielrunden und alle setzen nach und nach immer nur eine Figur ein, bis alle platziert sind. Die Felder erlauben verschiedene Aktionen: den Erwerb von Waren und Schiffen, um dauerhaftes Einkommen zu bilden. Den Kauf von Bauten, um z.B. über die fünf Siedler hinaus mehr Figuren einzusetzen. Die Ausbildung von Spezialisten, Kriegserklärungen, Entdeckungsfahrten sowie die Kolonistenverschiffung sind weitere Einsatzmöglichkeiten. Bei den meisten Feldern gilt das alte wer zuerst kommt, mahlt zuerst - Prinzip und das erzeugt enorme Spannung, da es immer viele interessante Optionen gibt, ich alle zu gern nutzen will, mich aber entscheiden muss… Gleich zu Beginn der Partie wies  Manfred darauf hin, dass Andreas die letzte Partie mit der gefürchteten “Mönchs-Strategie” gewann. Hervorragender Hinweis, gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Die Botschaft lautet: Habt alle ein Auge auf Andreas, der Schuft will glatt gewinnen, lenkt angenehm von den eigenen Gewinnplänen ab und passt auf den mit der Mönchs-Strategie auf, das war dann diesmal aber Manfred selbst, der damit auch fast gewonnen hätte. Mönchs-Strategie heisst, auf dem Kolonistenschiff ist nur begrenzt Platz, die in der neuen Welt ankommenden Siedler werden von den Spielern auf die bereits entdeckten Regionen verteilt, am Spielbeginn ist dies nur die Karibik, alle anderen folgen mit der Zeit, jenachdem, wie viele auf erfolgreiche Entdeckungstour gehen. Dreimal im Spiel werden nach Mehrheitsprinzip pro Region sechs und zwei Siegpunkte vergeben. Hier nicht dabei zu sein, kann man sich eigentlich nicht leisten. Eigentlich deshalb, weil René, der Gewinner es uns diesmal gezeigt hat. Der Mönch, oder Missionar genauer gesagt, zählt bei Ankunft in der neuen Welt wie zwei Siedler und schafft zügig konfortable Mehrheiten, gegen die schwer gegen zu steuern ist. Ich legte einen Schwerpunkt auf die Verschiffung von Soldaten, um mir Mehrheiten in den Regionen militärisch zu erzwingen, bin damit aber nur begrenzt erfolgreich gewesen. Lucas probierte die reine Entdecker-Schiene, wurde damit aber nur letzer. René hatte eine so starke wirtschaftliche Basis am Ende und konnte damit viele Siegpunkte generierende Bauten kaufen, das lies sich nicht mehr verhindern. Gute drei Stunden Spielzeit sollten veranschlagt werden bei fünf Spielern. Sehr spannend, es kam auch bei allen wieder sehr gut an, lässt es doch auch Raum viel verschiedene Pläne. Wer ein anspruchsvolles Spiel sucht, ist hier gut aufgehoben, eine Partie, um nachzuvollziehen, wie die einzelnen, noch nicht einmal alle jetzt von mir genannten Komponenten in Wechselwirkung stehen, ist allerdings schon von Nöten.

Der Beitrag wurde am Montag, den 21. September 2009 um 13:53 Uhr veröffentlicht und wurde unter Dienstagsrunde abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

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