Spielabend, 20.10.

22. Oktober 2009

Letzte Woche fiel die Runde kurzfristig virenbedingt aus, diesmal wurde nur an einem Tisch gespielt und  es schaffte das “El Presidente”, die Erweiterung für “Cuba” aus dem eggert-Verlag endlich, von mir begutachtet zu werden. Im Juni wurde es  schon einmal in einer Nachbarrunde geknödelt. Cuba selbst kam natürlich schon bei Erscheinung 2007 auf den Tisch, entäuschte uns aber überwiegend, das Material ist sicher eine Augenweide, das Grundprinzip eines Optimierungsspieles bot im Vergleich zu manch anderen schon auf dem Markt erhältlichen zu wenig neues, als das es uns begeistern konnte. Ein kurzer Abriss: Jeder Spieler hat sein eigenes Tableau und steuert seine Aktionen über ausgespielte Karten. Das Einsammeln von Baumaterialien und Feldfrüchten, ihre Verarbeitung zu Gebäuden, die Nutzung selbiger zur Verarbeitung der Feldrüchte, ihr Handel auf dem Markt oder ihre Verschiffung für Siegpunkte sind die Möglichkeiten. Soweit, so bekannt aus anderen Spielen. Besonderheiten sind das Abwägen müssen, welches Rohstofffeld überbaue ich mit einem Gebäude und dass der direkte Zugriff immer nur auf die Rohstoffe und Gebäude möglich ist, in deren Reihe oder Spalte die Spielfigur steht. Im Anschluß der Aktionen werden im Abstimmungsverfahren nach einfacher Mehrheit von einem Spieler zwei Spielregeln verändert, die sich zumeist um den zusätzlichen Erwerb von weiteren Siegpunkten drehen. Mit El Presidente wird ein zusätzlicher Spielplan an das zentrale Hauptbrett gelegt. Dort liegen für alle offen weitere Personenkarten, von denen pro Spieler eine alternativ  zu den Handkarten gewählt werden muss in der laufenden Runde. Jeder Spieler macht also eine Aktion mehr und über die neuen Abstimmungsregel-Karten lässt sich das Spiel von sechs auf acht Runden verlängern, sofern keine alten Gesetze rausgenommen werden. Damit wurde einem Kritikpunkt am Spiel begegnet, dass es so rasch vorbei wäre. Es wird am Aktionsphasen-Ende eine dieser neuen Personen übrig bleiben, und als zusätzliches Ereignis tritt in Kraft, was unter dieser Karte verzeichnet ist. Der Spieler, der die vorletzte Karte nimmt, entscheidet damit also über dieses zusätzliche Ereignis. Es handelt sich dabei um nette Bonbons, z.B. jeder bekommt vom Markt eine Ware geschenkt, alle Gesetzeskarten, über die abgestimmt wird, kommen automatisch durch, der führende gibt zwei Punkte ab usw. Neue Schiffskarten sind dabei, diese werden beladen mit Waren zum Punkteerwerb. Das Spiel wird nicht auf den Kopf gestellt mit dieser Erweiterung, es sind alles Feinheiten, an denen geschraubt wurde, Möglichkeiten vermehrt, es gibt natürlich auch neue Gebäude. Der wesentliche Unterschied ist die Verlängerung des Spiels, aber die reale Spieldauer ist auch länger geworden, drei Stunden saßen wir an einer Partie zu fünft. Die Wartezeit zwischen meinen Zügen ist durch den nötigen Aufwand für jeden, einen Überblick zu bekommen, auch verlängert. Der Gewinner setzte auf eine bewährte Killer-Kombination an Gebäuden: die Rumdestille und die Möglichkeit, selbigen sofort in Punkte umzusetzen, spülten ihm jede Runde  fest Siegpunkte in die Schatulle, das konnte mit keinem Experimentieren mehr aufgeholt werden. Fazit: Ein Spiel,  das von der Mittelmäßigkeit in den Bereich der besseren Aufbauspiele gewechselt ist aufgrund dieser Erweiterung. Es gefiel allen ganz gut, lies danach allerdings keine Zeit mehr für anderes.

Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 22. Oktober 2009 um 15:15 Uhr veröffentlicht und wurde unter Dienstagsrunde abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

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