Spielabend, 30.02.
Diesmal gab es drei Runden. “Abenteuer Mittelerde” von Kosmos nahm den ganzen großen Tisch ein. Zu viert wurde geknödelt, Ralf und Manfred kannten es schon, Jörg und Gerhard mussten sich erst dem Regelberg unterziehen. Mit halben Ohr hörte ich etwas von vorzeitigem Abbruch. Mittelerde ist schon ein Schwergewicht, gefiel denen die es kannten aber recht gut.
Am Nachbartisch kam das gute “Carson City” zum Einsatz, erstmalig auch mit dem Indianer als Zusatzcharakter. Danach noch eine schnelle Runde “Pandemie”; die Epidemien kamen so zügig, dass an einen gemeinsamen Gewinn nicht zu denken war.
Bei mir im Küchenkabinett kam zusammen mit Christian und René das “Maria” von Histogame auf die Platte. Im letzten Herbst erschienen, ist es der Nachfolger von “Friedrich”, welches 2004 auf den Markt kam. Beide Spiele sind sich im Grundsystem sehr ähnlich und ich schätze sie als leichte Cosims, so die Bezeichnung für Konfliktsimulationen, ein. In Spielen dieser Art stellen, meistens zwei Spieler, historische Schlachten nach. Die Zeitspanne reicht dabei von den Anfängen der Menschheit bis in die heutige Zeit. Es sind zu zirka achtzig Prozent amerikanische Verlage, die sich diesen Spielen annehmen.
Gängigerweise zeichnen sich Cosims durch sehr umfangreiche Regeln aus, dies ist dankbarer Weise bei Maria nicht der Fall. Der Spielplan zeigt einen ungewöhnlichen Ausschnitt Mitteleuropas und seiner kleineren und größeren Orte: Von Calais bis Dijon auf der französischen Seite und im tiefsten Österreich von Stuhlweißenburg (noch nie von gehört) über Schlesien hinaus in polnische Grenzregionen hinein. Das ungewöhnliche ist der Ausschnitt, der fehlt: ungefähr in der Art eines Tortenstücks fehlt der gesamte norddeutsche Raum und läuft als Spitze in den süddeutschen Raum, welches an seinem Ende dann wieder die normalen Entfernungen zwischen den Orten hat. Der fehlende Teil ist räumlich zusammen gerückt, so liegen sich Münster und Quedlinburg sowie Groningen und Salzwedel gegenüber, allerdings ohne dass eine Bewegung zwischen beiden Ortspaaren möglich wäre. Das Jahr 1740 ist der Ausgangspunkt des Spiels, Maria Theresia ist frisch auf den Thron gestiegen, ihre Nachbarn Frankreich und Preußen nutzen genau diesen Moment, um anzugreifen. Das Spiel ist folglich für zwei oder drei Spieler konzipiert. Jeder hat einige Generäle, denen Armeen zugeordnet werden. Über ihre genaue Stärke ist bis zu einer Schlacht nichts bekannt. Wer am Zug ist, bewegt nach Bedarf seine Armeen, auf der Landstraße bis zu drei, auf der Hauptstraße bis zu vier Felder weit. Die Seiten sind wie folgt verteilt: Österreich, Preußen und die sogenannte prakmatische Armee, Frankreich und Bayern. Für die Besetzung markanter Festungen werden Marker gelegt, hat ein Spieler all seine platziert, gewinnt er vorzeitig, sonst nach wird nach zwölf Runden gezählt, wer die wenigsten Minuspunkte hat, gewinnt.
Die Kämpfe werden nach einen pfiffigen Kartensystem ausgetragen: Dem Spiel liegen Karten in den klassischen Symbolen bei, also Herz, Pik usw., von 2 - 10, sowie Reserve (-joker) mit dem variablen Wert 1-8, von denen jeder Spieler immer am Zugbeginn welche erhält. Zu Schlachten kommt es, wenn nach einer Bewegung sich zwei Armeen gegenüber stehen. Über das gesamte Spielbrett ist ein Raster gelegt, für jedes Feld gilt ein bestimmtes der Kartensymbole. Ein Beispiel: kämpfen zwei Armeen zwischen den Städten Luxemburg und Trier, dann gelten nur Herzkarten. Wer den vorgegeben Wert des Gegners nicht übertreffen kann oder will, verliert die Schlacht und muss Armeepunkte abgeben. Ich weiß also vor einer Schlacht nie, wie gut der Gegner mit Karten des Symbols ausgestattet ist, da ist auch gutes pokern gefragt.
Mehr will ich nicht ins Detail gehen, es gibt noch Versorgungsregeln, extra Punkte für gewonne große Schlachten, die Kaiserwahl usw., ein wichtiger Unterschied an dieser Stelle genannt, zu Friedrich ist, dass die Ereignisse verdeckt versteigert werden. Maria ist ein spannendes Spiel mit hohem Unterhaltungwert und leichtem Einstieg. Erfahrungen werden das Spiel unterschiedlich ablaufen lassen, ich ging als Österreich - Spieler schnell stark in die Offensive, ein Fehler, der mir zwar einige Anfangserfolge brachte, dann aber die Armeen zusammen brechen lies, da mir schlicht die Karten fehlten. Österreich hat in “Maria” die Rolle, die Preußen in “Friedrich” hat, mehr oder weniger spielen alle gegen einen, welcher mit dem Wasser bis zum Hals sich durchschlagen muss. Ein rundum gelungenes Spiel mit gutem Spielmaterial, sicher ist das Kartenglück nicht zu leugnen und darüber können sicherlich auch Partien fallen, dafür spielt es sich aber kurzweilig.
1 Kommentar
2010 ist nicht nur Schaltjahr, sondern Superschaltjahr!
Anders lässt sich das Datum wohl nicht erklären.