Kopf an Kopf

7. Juli 2010

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Heute möchte ich mich mal, fernab jeglicher Nominierungs- und Empfehlungslisten, auf die Suche nach einem Spiel begeben, was von sämtlichen Foren als eher mittelmäßig betrachtet und unterschätzt wird, was den Spielspaß betrifft. Letztes Jahr war ein solches Spiel DICE TOWN. Dazu gibt es an anderer Stelle unter der Überschrift “Würfeln ist in…” auf dieser Seite mehr zu lesen. Viele fanden es nicht so toll, aber egal mit wem ich es gespielt habe, allen hat es großen Spaß gebracht.

Dieses Jahr bin ich mit KOPF AN KOPF von Kosmos fündig geworden. Viele finden es zu glückslastig und unkalkulierbar. Aber wird ein Pferderennen mit Wettcharakter nicht öde, wenn  alles berechenbar wird.  Um ein solches Spiel handelt es sich bei KOPF AN KOPF nämlich. Doch es hat eine ungewöhnliche Idee gegenüber anderen Pferderennen. Wir haben am Anfang nur Geld, keine Pferde, keine Wetten abgeschlossen. Die Pferde kaufen wir uns während des Rennens. Das sollte man auch möglichst tun, denn die ersten drei Plätze garantieren auch Preisgelder und allein mit Wetten zu gewinnen, ist höchst unwahrscheinlich. Aber der Reihe nach. Mein Zug beginnt mit einem Würfelwurf.
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Ein Würfel sagt, welches Pferd sich bewegt (1-10), der andere Würfel gibt die Bewegungsweite vor (1-3 Felder).

Danach habe ich die Wahl, eine von vier Aktionen auszuführen, die da wären:

-Pferd kaufen

-Wetten

-Aktionskarte spielen

-2 Aktionskarten abwerfen und 5€ kassieren

Zum Schluss ziehe ich eine Aktionskarte und der nächste Spieler ist dran. Sind drei Pferde im Ziel angekommen, wird das Rennen beendet und wer das meiste Geld gesammelt hat, gewinnt. Hört sich erst mal extrem langweilig an, nicht wahr?
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Daher werfen wir mal einen näheren Blick auf eines der zehn Pferde (es sind übrigens immer alle zehn Pferde am Start, egal, wie viele Spieler sich am Rennen beteiligen), die zur Verfügung stehen. Mein Lieblingspferd ist “Musketier”. Jedes Pferd hat drei Eigenschaften, eine besondere Fähigkeit (Musketier sorgt unter bestimmten Umständen für Geld), Wettquoten für den ersten, zweiten, dritten Platz und eine sogenannte Sprinterleiste. Musketier hat auf dieser Leiste die Zahlen 2, 4 und 5 zu stehen. Wenn ich eine dieser Zahlen auf dem Pferdewürfel habe, dann darf sich Musketier ebenfalls die Bewegungswürfelzahl laufen. Der Kaufpreis definiert sich über diese Eigenschaften. Teure Pferde haben meist eine gute Eigenschaft und viele Zahlen auf der Sprinterleiste, aber eine schlechte Wettquote. Dann hätten wir noch die Aktionskarten. Diese sorgen für Geld, zusätzliche Bewegung im Rennfeld, manchmal auch rückwärts oder neue Wettmöglichkeiten. Natürlich sorgen diese auch für einige Stimmung am Tisch (“Wieso bewegst du denn mein Pferd rückwärts?” “Ooch nee, jetzt kommt dieser Ackergaul auch noch vorwärts.” “Wieso bekommt denn der schon wieder 10€?”). Dann gibt es noch eine Besonderheit im Spielplan. Das letzte Viertel ist als wett- und kauf freie Zone markiert. Wenn ein Pferd diese Zone erreicht, darf nicht darauf gewettet werden und es darf auch nicht mehr käuflich erworben werden. Dies sorgt einfach dafür, dass man sich schon mal vorher entscheiden sollte.

Und nun sitzen wir am Tisch, knabbern an den Finger und fluchen, weil das erworbene Pferd nicht so schnell will, weil doch noch jemand gerade den Gaul kauft, den ja eigentlich ich unbedingt haben wollte, das Geld immer knapper wird und so weiter und so fort. Soll ich lieber wetten, Pferd kaufen oder Karte spielen? Ich weiß es nicht und bestimmt mache ich es falsch! Kurz gesagt, ein Heidenspaß.

Es gibt allerdings ein kleines Manko, die Ausstattung betreffend. Ich gehe mal davon aus, dass sich Kosmos nicht getraut hatte, Pferde komplett rosa oder violett anzumalen und sich daher entschlossen hatte, Zahlenaufkleber, die nicht sonderlich gut halten, zu produzieren. Das macht das Gesamtbild zwar etwas realistischer aber nicht praktischer. Ich habe selten ein Spiel erlebt, wo die 1 und die 7 so oft verwechselt wurde, zumal die Zahlen auch nicht sonderlich deutlich auf dem Würfel zu erkennen sind. Farbige Pferde und Farbpunkte auf dem Würfel, das wäre es gewesen.

KOPF AN KOPF von Chris Handy, 2-8 Spieler, ab 10 Jahre

Der Beitrag wurde am Mittwoch, den 7. Juli 2010 um 09:30 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein, Peters Spielecke abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

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