Spielabend, 25.01.

27. Januar 2011

Das “Vinhos” von “What´s your game?” sollte es diesmal sein. Es kam nicht das erstemal auf den Tisch, aber für alle, die mit mir spielten, war es neu. So hieß es dann, gute 30 Minuten der schon recht komplexen und umfangreichen Regelerklärung zu lauschen. Für Anfänger bedeutet es schon einen Erfolg, einigermaßen gut durchzukommen. Das Geld ist fast immer knapp und erst am Ende konnten einige Weinlieferungen für den Export, d.h. direkt für Siegpunkte genutzt werden. Das lag aber auch zu einem nicht geringem Teil am dauerhaft schlechtem Wetter dem alle ausgesetzt waren, alle vier schlechten Wetter und nur ein sonnenreiches war uns beschert. Das drückte natürlich auf die Erlöse. Die Korrektur eines Fehlers der letzten Partie veränderte die Gewichtung der Experten. Letztmalig setzten wir den Wert eines Weins direkt in Ausstellungspunkte um, dies ist aber erst ab dem Wert über neun möglich. So konnte auch eine mittelprächtige Traube gepuscht von Experten der augenblicklich gefragten Eigenschaften noch einen guten Platz belegen. Es gefiel allen gut, auch wenn die Köpfe kräftig rauchten und am Ende erst die Bedeutung der Multiplikatoren deutlich wurde. Vinhos ist sehr vielschichtig und die erste Partie dient im wesentlichen der Gewinnung von Übersicht der vielfältigen Verzahnungen.

Am anderen Tisch lag ein “Poseidon” wiederholt auf, es scheint Andreas sein neues Lieblingsspiel zu sein… Eisenbahnspiele der 18xx – Reihe haben eine kleine, allerdings sehr feste und aktive Fangemeinde, die schon eine Vielzahl von Varianten dieses Systems entwickelten. Poseidon ist ein Ergebnis davon. Es ist einerseits in der griechischen Antike angesiedelt und hat folglich nicht den Ausbau eines Eisenbahnnetzes, sondern von Schiffslinien zum Thema und ist andererseits vereinfacht und mit einer fest vorgegebenen Rundenanzahl auch von der Spielzeit deutlich geringer, statt der üblichen 8 – 12 Stunden in soliden 3 – 4 zu schaffen. Bis zu acht Völker können mit ihren Schiffen in festen Heimathäfen einer Landkarte um das ägäische Meer starten. Die Wertigkeit der Ämter (Aktien) bestimmt der König, d.h. der Spieler,  welcher das Volk starten lies. In einer eigenen Phase können diese Ämter gekauft werden. Oft erwirbt jeder eigene Ämter, damit genug Geld in die Staatskasse dieses Volkes kommt. Von diesem Geld werden Schiffe erworben, ihr aufaddierter Wert gibt an, wieviele eigene Handelsstationen angefahren werden können. Tempelabgaben bestimmter Inseln sind davon ebenfalls zu bezahlen. Der König darf sich aus der Staatskasse jede Runde etwas beiseite schaffen, sehr verführerisch, geht es doch letztendlich nur um den schnöden Mammon, dumm nur, dass es sich nie genau einschätzen lässt, wieviel für zukünftige Schiffsanschaffungen noch gebraucht wird. Weitere Ämterausgaben als die ursprünglichen sind nur noch zweimal zu ganz bestimmten Zeitpunkten möglich. Die Marker für die Handelsstationen in der griechischen Inselwelt sind die gleichen, wie die der Ämter. Ein schönes Element, wer viele Ämter ausgibt, verringert die Zahl der möglichen Stationen und umgekehrt. Ämter ausgeben ist eine Phase, die Handelsrouten erweitern eine andere. Wer die Einfahrergebnisse unter den Amtsinhabern ausschüttet, erhöht deren Wert. Nicht selten sind Einsparungen nötig, um die neuen besseren Schiffsmodelle zu erwerben. Selbst wer das nicht will, kommt nicht umhin, da alte Modelle bei bestimmten neuen Klassen ersatzlos veralten. Manfred und Fabian schafften es, den alten Hasen Andreas auszubooten. Die Eigendynamik des Schiffsmarktes konnte wohl nicht ausreichend von ihm manipuliert werden… Die Vereinfachungen lassen trotzdem genügend Spielräume für Entscheidungen, spannend ist es allemal und wusste wohl auch in dieser Runde zu gefallen!

Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 27. Januar 2011 um 17:27 Uhr veröffentlicht und wurde unter Dienstagsrunde abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

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