Spielabend, 03.05.
In der Küche wurde mal wieder das Weltall unsicher gemacht: “Galaxy Trucker” von CGE spielten Matthias, Nikolaj und René. Mir kam zu Ohren, dass Nikolaj´s Raumschiffe eher klein und sehr kompakt waren…. Nur leider dadurch gegen die Widrigkeiten der unendlichen Weiten des Universums auch nicht besser gewappnet… Vielleicht sind das auch nur Gerüchte…
Anschließend wurde aus den Tiefen meiner Kammer ein “Manila” von Zoch ausgebuddelt. Waren mit Booten in die philippinische Hauptstadt zu schaffen, das ist das Ziel. Ein schön ausgestattetes Zockerspiel mit einem guten Schuss Planung und Glück aus dem Jahre 2005.
Christian, Lucas und Ralf spielten zuerst ein “Strasbourg”. In der dreier Konstellation spielt es sich wohl anders, wusste aber zu gefallen.
“Constantinopolis”, die deutsche Fassung erscheint bei Heidelberger, brachte Ralf mit, ein komplexes Strategiespiel, welches wohl einen durchwachsenen Eindruck hinterließ. Die ursprüngliche Graphik ist allem Anschein nach komplett überarbeitet worden und quietschbunt zu nennen, ähnlich dem “7 Wonders” Stil. Das macht die Übersicht, zumindest am Anfang des Spiels, nicht leicht. Viele Wege führen zu Siegpunkten, viele Stellschrauben. Es hat seinen Reiz, wurde mir zugetragen, aber vieles ist schon bekannt und so oder sehr ähnlich auch schon dagewesen. Das wird dem Spiel keinen leichten Stand am Markt bescheren.
Mir, später auch Andreas beim erneuten Lesen der Regel, ist ein Lapsus beim “Pantheon” passiert: Die gekauften Füße wandern am Epochenende nicht in den allgemeinen Vorrat und müssen später wieder neu gekauft werden, nein, im persöhnlichen Vorrat sind sie die folgenden Epochen sofort wieder einsetzbar. Das macht ein anderes Spiel und so passierte es dann auch, ratz fatz füllte sich das Brett mit Füßen und Säulen. Die Völker erschienen, aus meiner Perspektive zumindest, ungünstig, da ich mich der Säulenstrategie verschrieben hatte, und das insofern, als sie dicht an dicht erschienen und die Wege zu unbesetzten Stellen ausgesprochen lang wurden. Gerhard probierte die reine Götterstrategie und scheiterte damit. Manfred gewann mit einer Mischtaktik, eine Handvoll Säulen, eine Handvoll Halbgötter und einige Vollgötter. Das gefiel mir gut, nicht die reine Lehre gewann, die Wege dazwischen bieten also auch Aussicht auf Erfolg! Die letzten Runden zogen an Dynamik kräftig an, ein rundum spannendes Spiel mit einem nicht zu unterschätzenden Glücksanteil.
“Schlacht am Buffet” spielten wir als nächstes. Ein Martin Wallace Spiel erschienen bei Kosmos; die bisher von ihm bei Kosmos erschienenen lagen zumeist zwischen Baum und Borke. Sie sollten nicht so komplex sein, wie die aus seinem Eigenverlag. Aber für leichte Kost hat Martin Wallace kein gutes Händchen, mir ist kein Titel in Erinnerung, welcher überragend gewesen wäre. Bei der “Schlacht am Buffet” ist das Kernelement seines 1997 “… und tschüß”, seinerzeit bei Goldsieber in deren Kartenspielreihe erschienen, übernommen. Es tauchte beim “Der weiße Lotus” bei TM Spiele in komplexerer Fassung ebenfalls auf. Der Ablauf ist simpel: jeder spielt verdeckt eine Handkarte, der kleinste Wert erhält den geringsten Bonuschip und scheidet aus. Die verbliebenen Spieler machen in gleicher Manier weiter und ihre Kartenwerte werden aufaddiert, allerdings geht der Spieler des finalen Durchgangs leer aus, der hierbei den geringsten Gesamtwert hat. Ein lockeres und sehr unterhaltsames schnelles Bier-und-Brezelspiel!
Danach kam ein “Colossal Arena” auf den Tisch! Verschiedene Monster kämpfen in einer Arena, abwechselnd spielt jeder eine passende Karte. Es könne auch Karten überdeckt werden. Liegt vor jeder Bestie eine Karte, wird gewertet, die schwächste Kreatur fliegt raus. Nach fünf Durchgängen ist das Spiel zu Ende. Am Anfang und auch zwischendurch kann jeder wetten, welche Monster wohl bis zum Ende durchhalten. Später Vogel fängt den wertärmsten Wurm, nach dieser alten südchinesischen Volksweisheit sind die letzten Wetten nicht so gewinnträchtig, wie solche vom Anfang. Doch niemand weiß genau, welche Wesen am Ende überleben. Eine Geheimwette ganz am Anfang lässt die anderen Mitspieler eine Weile im dunklen tappen. Besondere Fähigkeiten der Monster kann derjenige mit dem höchsten Wetteinsatz aktivieren. Wenn mehrere auf ein Vieh wetten, erhöht sich enorm dessen Überlebenschance, wie z.B. den in Wald und Flur sehr gefürchteten Troll, von Gerhard und mir liebevoll Trolli-Molli gerufen, den wir natürlich gegen die garstigen Angriffe von Andreas und Manfred zu schützen wussten. Kurzweilig und witzig ist dieses Zockerspiel!
Zu guter Letzt hoben Andreas, Manfred und ich noch ein “London” von Martin Wallace auf´s Schild. Ich hatte immer ein Auge auf eine geringe Kartenauslage während Manfred üppig in die Breite ging. Am Ende zahlte es sich für ihn aus und er konnte knapp gewinnen, wobei wir alle dicht zusammen lagen. Ein schöner und ungewöhnlich schneller Wallace!