Spielabend, 13.09.
Länger als ein Jahr ist es her, seit “Rise of Empires” von Martin Wallace letztmalig von uns gespielt wurde. Carl konnte sich gar nicht mehr erinnern und Lucas ganz wage, immerhin. Der vierte im Bunde war Deniz, welcher es noch nicht kannte. Dieses Spiel ist komplex und vielschichtig. Die Auswirkungen bestimmter Aktionen sind oft erst Runden später in voller Bandbreite spürbar. Wie im Autoscooter rissen wir alle ständig das Lenkrad von einer Richtung in die andere oder behielten es konsequent in einer. Dumm nur, dass wir vom Wirkungsgrad eher in Öltankern saßen. Meine in Wald und Flur gefürchtete Bergwerksstrategie kostete soviel Nahrung, dass ich es selbst mit permanentem Ackerbau in der Schlußrunde gerade so zu einem Nahrungsvorrat von Null schaffte und nicht in eine Hungersnot drifftete. Deniz setzte anfangs wenig in den Ausbau der Infrastruktur und hatte früh deutlich mehr Siegpunkte und die geliebte Hasskappe, später fehlten ihm die Rohstoffe. Solche Schnitzer merken wir uns natürlich für die nächste Partie, bestimmt… Carl und ich gingen ein Zweckbündnis ein gegen die imperialistischen Siegpunkte-Raffer, welches so aussah, das ich mir an Lucas seinen Ländereien die Zähne ausbiss während Carl immerhin mich nicht angriff, oder zumindest nicht so schnell… Selbstredend ist die Welt nicht gerecht und Carl wurde haushoher Sieger… Ein Klassespiel, facettenreich und spannend, drei bis vier Stunden Spieldauer sollten eingeplant sein.
Andreas, Fabian, Manfred und Ralf spielten “Poseidon” von Lookout, das Wirtschaftsspiel im Stil der 18xx Eisenbahnspiele. Das Spiel war ein Desaster, so Andreas, er wurde nur dritter mit seiner Hochpreisstrategie, deren Kern ein höchstmöglicher Startpreis ist, um immer zuerst zu ziehen und die maximale Wertsteigerung zu ermöglichen. Der listige Manfred erwarb die billigste Sonderkarte, setzte sie sofort ein und hatte wohl aufgrund günstiger Startposition eine üppig sprudelnde Einnahmequelle. Fabian verrechnete sich an einer Stelle ganz mächtig und schoss aus seiner Privatschatulle kräftig in seine Linie, konnte aber trotzdem den zweiten Platz gut behaupten. Ralf machte den Propheten. Den sich selbsterfüllenden: “Ich werde bestimmt letzter.” Die gebetsmühlenartigen Wiederholungen dieses Satzes wurden natürlich von den Spielgöttern erhört… Novum der Runde war der kollektive Verzicht der Sonderkarte Archon. Diese ist zwar die teuerste, aber mit dem Eintausch in eine hochwertige Aktie zum Ende hin, bisher zumindest den Sieger krönte. Auch Poseidon ist abendfüllend und so gab es hier ebenfalls kein zweites Spiel.