Spielabend, 15.12.
Während sich in kleiner Runde Andreas, Lucas und Gerhard nochmal auf “A Brief History of the world” stürzten, spielten wir in vierer Besetzung ein “Machtspiele” von “eggert”. Zu dritt ist History nicht der Brüller, zuwenig Bewegung auf dem Brett war der Tenor.
Machtspiele ist von komplexer Natur, sehr reizvoll und kein Baustoff-Spiel! Vier Siegpunkte gilt es zu sammeln, in sechs möglichen Bereichen. Das zentrale Spielbrett zeigt die Bereiche, indennen Punkte gesammelt werden und den administrativen Sektor eines großen Konzerns. Von sechs verschiedenen Abteilungen gibt es Büros, wer über die Mehrheit der Büros verfügt, stellt am Rundenende den Abteilungsleiter. Dieser erhält eine spezielle Bonuskarte und kann über diese im Laufe des Zuges verfügen. Was für Aktionsmöglichkeiten gibt es? Ich kann ein freies Büro belegen, dafür stelle ich eine Führungskraft meiner Farbe und einen grauen Mitarbeiterwürfel in das erwünschte Feld. Ich kann auch gleich zwei Büros belegen, dann aber nur aus eigener Kraft mit schon auf dem Brett befindlichen Mitarbeitern meiner Büros. Kostet vier der selbigen, die ich beliebig abziehen kann. Sollte allerdings dabei eine meiner Führungskräfte völlig allein im Büro verbleiben, dann verlässt sie frustriert, unwiderruflich und sofort das Unternehmen. Vermutlich, da niemand mehr da ist, den sie schikanieren kann… Neben den Mehrheiten gibt es noch einen anderen Aspekt: Wenn ich den Abteilungsleiter stelle, kann ich ihn und alle Büroleiter in den Vorstand schicken, die Mitarbeiter wandern aber alle ab. Im Vorstand ist deutlich mehr Geld zu verdienen, es gibt Einflußpunkte, eine der Siegpunktskalen und die Farbmehrheit im Vorstand bestimmt den Boss. Dieser bekommt noch mehr Geld, noch mehr Einfluß und auch eine Bonuskarte. Was geht noch? Aktien kaufen, Hauptabteilungen gründen, Abteilungsleiter zu Beratern machen. All dies in bestimmter Häufigkeit erreicht, führt zum Siegpunkt in diesem Bereich, wobei mehrere Spieler im selben punkten können. Bestechung ist auch möglich, führt sogar zu einem Siegpunkt, hierbei ist die Abwerbung der Bonuskarten das Ziel, die für den Bestecher einen noch größeren Vorteil bedeuten. Jeder Spieler zieht zu Beginn des Spiels eine sogenannte “Erzfeindkarte”, ist er in denn Bereichen besser, als der dort genannte Spieler, ist auch damit ein, dann verdeckter Siegpunkt möglich. Der Abteilungsleiter der Kommunikation bestimmt die Spielrundenlänge verdeckt. Dies und die verdeckte Siegpunktmöglichkeit geben dem Spiel zusätzliche Spannung und Würze. Die verschiedenen Aspekte sind sehr stimmig und passend verzahnt. Es klingt in der Beschreibung sicher etwas trocken, Unternehmensstrukturen nachzuspielen, das Spiel konnte uns aber alle überzeugen und begeistern! Zumal das Material üppig und ansprechend gestaltet ist, einzig das Cover der Kiste lädt nicht zum Erwerb ein, es soll das trockene Wirtschaftsthema auflockern, stieß uns alle eher ab, als das es neugierig macht. Ich will nicht unerwähnt lassen, dass pure Anfänger schon sehr rudern müssen, um überhaupt Land zu sehen. Die erste Partie dient einzig dazu, den Überblick zu bekommen. So gewann Manfred, der einzige, der es schon spielte, mit deutlichem Abstand, was uns anderen aber keinesfalls den Spass trübte!