Spielabend, 05.01.

7. Januar 2010

Zu neunt diesmal drängten wir uns um zwei Tische. “Pandemie” von “Pegasus” mit Teilen der Erweiterung probierte die eine Runde; die neuen Charaktere, neue Ereigniskarten und die neuen Epidemiekarten kamen zum Einsatz, ganz nett soweit, hieß es. Zu fünft wurde gespielt, das erwies sich als weniger brauchbar, als erwartet. Die Meinungsvielfalt um eine Stimme erweitert erhöhte nicht den Spass, eher kam die des einzelnen weniger zum Tragen. “Carson City” im Anschluß war dann wohl die falsche Reihenfolge. Das komplexere der beiden Spiele zum Zeitpunkt verringerter Konzentration, erwies sich als kontraproduktiv, zumal an unserem Nachbartisch gleichzeitig der Absacker “Der Heidelbär” wiederholt auf die Platte kam und wir vor Lachen brüllten…

“Assyria” sollte in meiner Runde richtig gespielt werden, das war der Plan. Der Wert, den die Hofbeamten tragen, rechneten wir in der ersten Partie eins zu eins in Siegpunkte um. Das war doch etwas zu großzügig. Es gibt drei Hofbeamte, die mit zwei, drei und vier Kamelen zu bestechen sind. Als Folge stelle ich eine Figur auf die begrenzte Anzahl an Stellplätzen zu dem entsprechend bestochenen Beamten. Der Kamelpreis ist auch der Beamtenwert, die aufaddierten Werte geben dem ersten Spieler zwischen sechs und zwölf Extrapunkte, die zweit- und drittplazierten kassieren auch noch. Die Hofbeamten sind nicht die alles allein entscheidende Stellschraube im Spiel. Werden sie allerdings völlig vernachlässigt, können bei ihnen mit wenig Aufwand einige Punkte zusätzlich eingesackt werden.

Die Spieldynamik baut auf schnelle Entscheidungen auf, wenn bei der Wahl der Erntekarten zu lange überlegt wird, stockt das Spiel. Da aber genau auf dem Spielplan die Symbole mit den Karten abgeglichen werden müssen und obendrein Gerste und Palmwedel Verwechslungsgefahren unterworfen sind, ist genaues Schauen schon von nöten.

Die Abstände zwischen den Spielern nach der Siegpunktverteilung der zweiten Runde blieben gleich, damit kam ebenfalls etwas Unmut auf, wenn Fehlentscheidungen nicht mehr aufgeholt werden können. Meine Wahl, ein zweites Zikkurat so früh als möglich zu bauen, spülte mir feste Punkte in die Kasse. Die Siegpunkte der Beamten und Bauplätze sind viel mehr dem Wettbewerb ausgesetzt. Die Erntekartenauslage ist der entscheidende Flaschenhals des Glücksmoments im Spiel. Mitunter blieben etliche Hütten mehr beim einen Spieler als beim anderen stehen, das ist nicht per strategischer Planung wieder reinzuholen. Die Begeisterung der ersten Partie konnte nicht wieder geteilt werden.

Der oben schon erwähnte Heidelbär tritt in die Fussstapfen von “Times up”, was den Unterhaltungswert angeht, einzig die geringe Kartenzahl wird das Spiel schnell erschöpfen, eine “Kuherweiterung” soll inoffiziell schon existieren, aber leider auch nur in geringer Kartenzahl.

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Spielabend, 29.12.

5. Januar 2010

Am 22.12. fiel die Runde aus, der Weihnachtstrubel ließ uns nur noch platt in die Sessel plumsen…

Am 29.12. bildeten wir eine traute Runde zu viert. Am Anfang lag “Der Heidelbär” vom “Heidelberger Spieleverlag” auf unserem Tisch. Von der Regel her schon bekannt, war es für mich überraschend unterhaltsamer, als ich erwartet hätte! Jeder erhält Karten mit jeweils vier Begriffen, die dem Bedarf des Spiels angepasst, d.h. leicht verfremdet wurden: NovemBÄR, SeeräuBÄR oder NürnBÄRg seien als Beispiele genannt. Wer dran ist, muss einen der Begriffe erklären, dabei den Satz mit “Mein Bär…” beginnen und darf ihn um höchstens vier Worte verlängern. Wer zuerst errät, gewinnt die Karte und damit einen Punkt. Dass ein Bär im Wort ist, dient als dankbare Hilfestellung, da jeder nur einen Rateversuch hat; ein Mordsgaudi! Wir amüsierten uns köstlich!

Die “Machtspiele” von “eggert” kamen danach auf´s Schild, alle kannten es, einzig für Lucas war es neu.  Der Schuft, der… Er entwickelt so langsam einen dem guten Gerhard ähnlichen Ruf…

“Im Wandel der Zeiten” von “Pegasus” gehört zu Renés und meinen absoluten Lieblingsspielen. Sehr komplex und zeitaufwendig. In unserer Milde und Großherzigkeit gewährten wir alten Hasen dem Novizen Lucas eine Kennenlernrunde. Er besaß die Unverfrorenheit, uns zu schlagen! Seit dem, glaube ich, spielten es René und ich nicht mehr… Ich bestreite natürlich energisch Zusammenhänge!

Zurück zu Machtspiele, von uns anderen nun schon mehrmals auf Herz und Nieren geprüft, machte Lucas (der Schuft) nach 90 Minuten Spielzeit den Sack zu und gewann… René, von dem die legendäre Weisheit stammt, dass gute Spiele keinen Spass machen müssen, formulierte die letzten Monate gern den Satz, “…falls dieses Spiel nächsten Dienstag nochmals gespielt wird, dann nur mit Frischlingen…” Die Halbwertzeit dieser Erkenntnis war erschütternd kurz…

Es spielte sich kurz und knackig und reizt immer wieder zu neuen  Punktkombinationen, lässt bei konzentrierter Spielweise aber keine Zeit zum Rumtrödeln und vagen Experimenten.

“Assyria” von “Ystari” sollte es zu später Stunde noch sein. Das Spiel ist abstrakt vom Mechanismus her, der Name des Spiels hat keine unmittelbare Bedeutung und verleitet etwas, da die Assyrer langläufig als sehr kriegerisches Volk verschrieen sind, zu unrecht, sie waren nicht kriegerischer  als andere Stämme dieser Zeit und Gegend, nur gründlicher darin, ihre Taten aufzuzeichnen.

Die Felder des Spielbretts sind in Sechseckrasterung gehalten und mit einem der fünf Warensymbole versehen. Die Hütten, die später jeder Spieler baut, sollten von ihren Symbolen mit den eigenen Handkarten überein stimmen, sonst müssen sie abgerissen werden, was nicht selten vorkommt. Anfangs sammelt jeder zwei der offenen Karten ein, wer solche mit mehr Waren nimmt, ist erst später am Zug. Es folgt die Hüttenbau- und wieder Hüttenabrissphase. Verbliebene Hütten bringen Siegpunkte oder Kamele sollten sie an Flussufern gebaut sein. Die Kamele sind eine eigene Währung im Spiel, damit können verschiedene Aktionen bezahlt werden: Bau von Zikkuraten, Bestechung von Hofbeamten, Kauf von Nahrungskarten usw. Zikkurate und Hofbeamte bringen natürlich Siegpunkte. Nach acht Runden ist das Spiel zu Ende. Leichte strategische Kost, viele Entscheidungsmöglichkeiten, überschaubare Spieldauer, stimmiges Material. Ein kleiner Abrechnungsfehler ließ uns das Spiel vorzeitig abbrechen, fand allgemein aber guten Anklang in der Runde.

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