Spielabend, 24.08.

26. August 2010

Momentan werden die “Minen von Zavandor” von Lookout Games rauf und runter gespielt. Da es auch zu zweit gut funktioniert und mit 50 – 60 Minuten Spielzeit zügig gespielt werden kann,  probieren wir es auch im Laden aus, sofern Zeit übrig ist. Diesmal in einer dreier Runde knödelten Andreas, Lucas und René eine Partie. Jeder spielt einen Clan Zwerge und schleppt Runde für Runde Edelsteinkarten aus den Bergwerken. Vier verschiedene Sorten gibt es. Sind die gleichwertig? So richtig eindeutig kann ich diese Frage nicht beantworten, kommt darauf an, was ich für einen Plan habe… Wenn ich von allen ständig welche einsammle, kann ich flexibel auf neue Situationen reagieren. Wenn ich Berge von einer Sorte bekomme, winken Bonuspunkte. Einen klaren Königsweg konnte ich noch nicht erkennen, aber wer es mehrfach gespielte, hat Erfahrungsvorteile, ohne Zweifel. Zu Rundenbeginn gibt es Einkommen. Diese Karten können mit der Bank 2:1 getauscht werden, oder mit den Mitspielern, wobei das nicht so häufig vorkommt, keiner möchte den anderen in bessere Positionen versetzen. Im Spiel zu zweit kommt es fast nie vor, zu viert ab und an. Anschließend wird mit diesen Karten verdeckt geboten. Wer die meisten Karten einer Sorte geboten hat, streicht einen Gewinn ein, wobei für alle Sorten miteinmal geboten wird. Das kann ein Siegpunkt sein, eine Karte oder bei einem üppigen Mindestgebot, an dieser Stelle schwanken die Werte, eine Karte und gleich vier Siegpunkte. Die meisten gewonnenen Karten werden dauerhaft in die eigene Auslage gepackt, dessen Platz zwar begrenzt ist, aber deshalb nur gering Entscheidungsdruck aufbaut. Die Karten generieren ihrerseits zusätzliches Einkommen oder Siegpunkte. Durchweg alle müssen mit Edelsteinkarten aufgewertet werden, das lohnt sich auch immer. Die Aufwertungskosten schwanken meistens von Runde zu Runde, in Höhe und Sorte. Die Minen sind reizvoll, schnell gespielt und bieten für Freunde von Aufbauspielen eine anspruchsvolle und gefällige Kost. Die Grafik ist mittelprächtig, beim ersten Anblick der Spielerdisplays fühlte ich mich an das Spiel des Jahres von 1988, “Barbarossa”, in der Ausgabe von “Ass” erinnert…

Danach wurde “Shark” in meiner Kammer ausgegraben, die zweite Ravensburger Edition von 2001, des erstmalig 1987 erschienenen Spieles. Ein leichtes und schnelles Würfel- und Aktienspiel.

Gerhard, Manfred und Ralf spielten den Klassiker “Puerto Rico” und waren damit den Abend über beschäftigt.

Matthias, Nikolej und ich hatten am Katzentisch ein “Tinner´sTrail” von Treefrog am Wickel. Auch hier geht es um Bergwerke, somit gab es einen ungeplanten Themenschwerpunkt diesen Abend. Stärker historisch eingebettet, wie wir das von fast allen Spielen von Martin Wallace gewohnt sind, geht es hierbei um die Förderung von Zinn- und Kupfererz in Cornwall in Südwestengland. Minen ersteigern, Förderbedingungen verbilligen und vergrößern, sowie den Gewinn nach Verkauf des Erzes in Siegpunkte stecken, das ist knapp zusammen gefasst, das wesentliche des Spiels. Es gefiel uns von den Entscheidungsmöglichkeiten und der Spiellänge her. Danach kam noch “Die Speicherstadt” auf den Tisch. Nur auf Feuerwehrleute zu setzen ist zu wenig, diese Erfahrung durfte ich diese Mal machen…

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Spielabend, 27.10.

29. Oktober 2009

Vlaada  Chvátil  ist für mich der neue Star am Himmel der innovativen Spiel-idee-finder! “Galaxy Trucker”, “Space Alert” und  ”Im Wandel der Zeiten” sind moderne Meilensteine an Originalität im Sinne des neuartigen. Er erinnert mich sehr an den jungen Klaus Teuber, als der mit “Adel verpflichtet”, “Barbarossa”, “Entdecker” und “Löwenherz” erfrischende Innovationen auf den Spielemarkt brachte, doch leider seit dem letztgenannten nichts nennenswertes mehr… So sind meine Erwartungen an die Neuheit “Dungeon Lords” von Czech Games Edition im Vertrieb bei Heidelberger  sehr, sehr  hoch gesteckt, zugegeben. Dieses neue Spiel auf der Messe in Essen vorgestellt, fand seinen Weg auf unseren Tisch. Alles am Material ist eine Augenweide! So viele graphische Details, es macht viel Spaß, sich alles genau anzuschauen, vorausgesetzt, leichte Affinität zum Thema Fantasy ist vorhanden. Die Regel ist nicht ohne, 23 Seiten mit viel Humor geschrieben, wollen ersteinmal bewältigt sein. Jeder Spieler baut sein eigenes Dungeon und muss es zweimal im Spiel gegen anrückende Helden verteidigen. Was gibt es hierfür an Möglichkeiten? Ich kann Kobolde anwerben, je mehr in meinen Diensten stehen, umso mehr Tunnel können von diesen gegraben oder auch Golstücke ausgegraben werden. Die Tunnel lassen sich zu Kammern erweitern, welche weitere Aktionen ermöglichen, oft müssen dafür aber auch noch Kobolde übrig sein. Fallen kaufen, Monster anheuern, Nahrung besorgen und den Ruf des eigenen Dungeons verharmlosen sind die anderen Aktionen. PR? Wozu das denn? Nun, bestimmte Aktionen sorgen dafür, dass im ganzen Land mein Verlies als besonders verrucht und gefährlich angesehen wird. Das wäre nichts, worauf ein Dungeon Lord nicht stolz wäre, es gibt da leider einen kleinen Hacken… Je weiter oben ich auf dem “Bösometer” stehe, desto stärker sind die Helden, die mein Verlies am Rundenende ausweiden wollen… In vier Kampfrunden können im schlechtesten Fall die drei Helden, die mich angreifen, vier Räume zerstören. Welch Desaster! Dafür kaufe ich Fallen und werbe Monster an. Die Kampfabwicklung ist mir eine Umdrehung zu viel, sie ist komplex und bedarf einiges an Wartezeit, bis jeder Spieler einen optimalen Plan entwickelt hat für den Einsatz seiner Fallen und Monster. Dungeon Lords ist ein Aufbau- und Optimierungsspiel und wandert, wie manch andere, auf dem schmalen Grat des “jeder-frickelt-vor-sich-hin”. Ein orginelles Pokersystem beim Erwerb und der Durchführung der Aktionen steuert dagegen: jeder sucht sich verdeckt drei Aktionen aus, dummerweise kann es passieren, dass einer leer ausgeht. Dies erzeugt den Druck, die Aktion früh zu wollen. Wer aber zockt, kann mehr abstauben, aber auch Pech haben. Ein Beispiel: Wer zuerst Nahrung will, bekommt für ein Gold zwei Nahrung. Der nächste verschlechtert seinen Ruf um eins und erhält drei Nahrung, der dritte verschlechtert ihn um zwei und erhält dafür drei Nahrung und ein Gold. Der vierte Spieler bekäme nix. Die Helden sind verschieden und zaubern, heilen sich und entschärfen meine Fallen, lästig, lästig… dafür eine passende Strategie zu entwickeln, wie ich ihnen entgegen trete, ist nicht leicht zu steuern. Am Spielende gibt es einen Haufen Sonderpunkte, wer die meisten Tunnel hat, wer die meisten Helden gefangen (besiegt) hat usw. Darauf kann man natürlich gezielt hinspielen, genauso wie der gezielte Erwerb bestimmter Monster von Vorteil sein kann, aber das ist in der ersten Partie noch nicht zu übersehen gewesen und bietet viel Raum zum Auslooten. An vielen Kleinigkeiten ist eine Anlehnung an das  Computerspiel “Dungeonkeeper” zu erkennen, es ist dicht am Thema, sehr liebevoll gestaltet und konnte sehr begeistern. Ein leichter Flair von “Im Wandel der Zeiten” vom selben Autor ist zu spüren. Ich will nicht verhehlen, dass die Meinungen sehr unterschiedlich ausfielen: Ralf fand es in allen Belangen völlig gelungen, Matthias war es zu lang, wir spielten auch satte vier Stunden, und er fand den Kampf zu aufgebläht. Mir war es auch zu lang, aber es war ja auch die erste Partie. Dem ersten Mal “Im Wandel der Zeiten” konnte ich auch wenig abgewinnen, mittlerweile gehört es zu meinen absoluten Lieblingen! In jedem Fall ist der Unterhaltungswert hoch! Das Spiel wurde wohl auf der Messe in Essen komplett ausverkauft und ist erst in ca. vier Wochen wieder lieferbar.

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