Spielabend, 17.01.
René wollte auf Biegen und Brechen ein “Eclipse” spielen. Mit einer Handvoll Neulingen am kleineren Tisch zeigte sich schnell, dass dieses Vorhaben sich weder zeitlich noch vom Platz her umsetzen ließe und so fiel die Wahl auf einen ganz alten Titel: “Löwenherz”, 1997 erschienen, der letzte große Wurf vom Altmeister Teuber. Auf einer modularen Landschaft baut jeder Spieler Burgen und kann Ritter platzieren.Gelingt es mir, ein Gelände zu umzäunen mit einer meiner Burgen darin, dann kassiere ich Punkte dafür, Städte und Minen geben Boni, sollten sie ebenfalls in meinen Grenzen liegen. Die Mauern können im Spielverlauf verschoben werden, entweder in neutrales Gebiet, welches noch niemanden gehört, oder ich nehme einem anderen Spieler von seinen Ländereien Teile davon weg. Für die Aktionsmöglichkeiten wird eine Karte aufgedeckt, auf der verschiedene gezeigt sind. Jeder entscheidet sich geheim für eine dieser. Wollen mehrere das gleiche, müssen sie mit verdeckten Geldkarten bieten. Dieser Pokermoment und die Beweglichkeit der Grenzen machten seinerzeit einen fesselnden Reiz aus, so ich mich düster an meine letzte Partie erinnere… Deniz, der die aktuelle Partie gewann, wurde im Verlauf des Spiels nicht müde, zu betonen, dass es ihm überhaupt nicht gefiel… Fabian, der es ebenfalls vorher nicht kannte, mochte es wohl und die beiden alten Hasen Gerhard und René sowieso.
Im Anschluß sollte es noch ein “Carson City” sein, René hatte die Regeln noch auf dem Kasten, wo die letzte Runde doch schon einige Zeit zurück liegt, alle Achtung! Es wusste wieder zu begeistern und bleibt ein Klasse Spiel!
Mit mir spielten Andreas, Lucas, Manfred und Ralf ein “Der letzte Wille” von CGE. Dieses Spiel hat ein ungewöhnliches Thema: Der verblichene Erbonkel hinterlässt für jeden etwas Geld und wer dieses Geld als erster verprasst hat, derjenige erbt den ganzen restlichen Batzen und gewinnt. Die Wege der Geldverringerung sind vielfältig: Ich kann in die Oper gehen, nehme ich Gäste mit, benötige den Schneider oder reite mit Pferd vor, kostet es zusätzliches Geld. Genauso ist ein Festessen oder eine Bootsfahrt teurer zu gestalten. Es können auch Gutshöfe oder Villen erworben werden. Deren steter Verfall mindert ihren Verkaufwert. Eine Heerschar an Dienstpersonal steht zur Verfügung: viele kosten zusätzliches Geld, wie der schon erwähnte Schneider, oder der Gärtner, oder der Kutscher usw. Durch andere spare ich Zeit. Die meisten der Ausgabevorhaben kosten neben dem Geld auch Aktionen, von denen immer nur wenige zur Verfügung stehen. Ihre Anzahl ist variabel, bin ich in der Zugreihenfolge später dran, habe ich mehr, die lukrativen offenen Karten oder anderen Möglichkeiten sind dann aber schon weg… Leider ist das die einzige Schnittmenge mit den anderen Spielern, ansonsten optimiert jeder so vor sich hin. Ein witziges Thema und vielschichtige Kombinationsmöglichkeiten stehen auf der einen Seite, die leider geringe Interaktion zwischen den Spielern auf der anderen.
Danach sollte es noch ein “Colossal Arena” sein. Dieses alte Zockerspiel ist ebenfalls aus dem Jahre 1997. Verschiedene Fantasiewesen und Monster treten in einer Arena gegeneinander an. Jeder spielt Karten, um seine Lieblinge im Spiel zu halten und wettet auf ihren Verbleib. Je früher ich das mache, umso mehr ist diese Wette am Spielende wert. Colossal Arena ist sehr kurzweilig und so spielten wir zwei Partien.