Spielabend, 08.12.

10. Dezember 2009

Kurzfristig fiel die Entscheidung für diesen Abend für “A Brief History Of The World” von “Ragnar Brothers”. Erstmalig Anfang der Neunziger in einer Geschirrtuch-Fassung erschienen, ist es jetzt nach mehrmaligen Varianten verschiedener Verlage in einer stark überarbeiteten Auflage zu haben. Tatsächlich verdampfte wohl nicht alles in Essen, wir sollen noch welche in den Laden bekommen. Es gehörte damals schon zu meinen Lieblingsspielen und konnte in der neuen Fassung rasch all unsere Herzen erobern! Die Geschichte der Welt reduziert auf zwei Stunden Eroberung, “Risiko” lässt grüßen. Die Weltkarte ist unterteilt in Gebiete, im Unterschied zur alten Fassung mit deutlich weniger Gebieten. In sechs Runden tauchen diverse Völker per Karten auf und decken den Zeitrahmen von rund 5000 Jahren ab. In der alten Variante zog vom punkteschlechtesten an jeder eine Karte und behielt sie oder gab sie einem anderen Spieler. Jetzt bekommt der schwächste soviele Völker wie Spieler teilnehmen, sucht sich eins aus und gibt den Rest weiter, selbiges wird auch mit den Aktionskarten gemacht, diese allerdings in umgekehrter Reihenfolge verteilt. Die Völkerkarten tragen Informationen über ihr Startgebiet, die Anzahl der Einheiten, mögliche Seefahrt und jetzt neu, mitunter eine Spezialfähigkeit. An der Einheitenzahl wurde mächtig geschraubt, kaum eines hat noch ihre ursprüngliche Anzahl. Die Reduzierung gleicht die Völker etwas aus und nimmt zeitlich Länge aus dem Spiel. Die gefürchteten Römer haben nur noch 15 statt 25, die in der letzten Epoche oft spielentscheidenden Briten nur noch 12 statt 20. Die Zahl der Epochen (Runden) wurde ebenfalls reduziert von sieben auf sechs. Vom Startgebiet aus wird erobert in risiko-ähnlicher Manier, der Angreifer bekommt zwei Würfel, der Verteidiger einen, der Angreifer muss den höheren Einzelwert vorweisen, sonst verliert er eine Einheit. Neu ist jetzt, dass nach einem verlorenen Kampf bei erneutem Angriff auf dasselbe Gebiet ein Bonus von +1 gewährt wird, der bis auf +3 gesteigert werden kann bei immer weiteren Niederlagen. Weitere Neuerung ist die Überrennen-Regel: Sollte der Angreifer mehr als einen Punkt Differenz, bei Bergen und Wäldern zwei, gewürfelt haben, kann er demselben Spieler mehrere Gebiete abknöpfen. Siegpunkte gibt es am Zugende des Volkes, welches fortan nichts mehr aktiv macht, sich allenfalls noch gegen garstige Angreifer verteidigt. Die Gebiete der Weltkarte sind nach Regionen farblich unterschieden und im Laufe des Spiels unterschiedlich wertig. Die Präsenz in wenigstens einem Gebiet beschert die einfachen Punkte, bei Mehrheiten auch doppelt oder dreifach. Hauptstädte, Städte und Monumente bringen ebenfalls Punkte. Im nächsten Zug bekommt ein Spieler Punkte für sein aktuelles Volk sowie für die Reste seiner alten Völker, soweit noch vorhanden. Das Spiel ist wesentlich flotter als seine Vorgänger und wusste unsere Fünferrunde  zu begeistern!

Am anderen Tisch kamen beliebte Altheiten zum Einsatz: “Chicago Express” und “TransAmerika”.

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Spielabend, 01.12.

3. Dezember 2009

Diesmal sollte es “Colonia” von “Queen Games” in voller sechser Besetzung sein. Christian, René und Lucas spielten es schon mal zu dritt und hielten es für ein brauchbares Spiel mit bekannten Elementen, dem im Spiel zu dritt etwas die Konkurrenz fehlte. Die gab es zu sechst zur Genüge und erzeugte ganz ordentlich Spannung. Sehr üppig ausgestattet ist es doch erstaunlich, was für unter vierzig Euro Verkaufpreis noch möglich ist, bei anderen Verlagen ist der Weg auf die Fünfzig Euro schon längst eingeschlagen… Der Erwerb von Rohstoffen, seine Weiterverarbeitung zu Fertigwaren und deren anschließende Verschiffung ist nun wirklich nichts neues. Eine Umdrehung weiter geht der Aspekt, dass jedes Schff unterschiedliche Städte anfährt und für seine Belieferung unterschiedliches Geld einbringt, dafür auch verschiedene Siegpunktkarten gekauft werden können. Die Schiffe und Siegpunktkarten tauchen jede Runde neu in anderer Fassung auf, da greift ein nicht unerhebliches Glückselement. Die Limitierung der Aktionen gefällt mir. Ich setze Würfel ein für die Zugreihenfolge, wenn ich mich aus dem Fenster lehne und die höchste Karte verdeckt spiele, dann sind acht meiner einundzwanzig Würfel gebunden für einen der sechs Züge. Mit dem Rest muss ich noch Rohstoffe erwerben, auch hierbei sind die Würfel eins zu eins gebunden. Für die Handwerker und die Schiffsbeladung brauche ich ebenfalls welche. Es wird schnell eng und Entscheidungsnotstände sorgen für zusätzliche Spannung. Zu dritt gab es diese Probleme weniger. Die Abstände in der Schlusswertung waren eng, im ganzen saßen wir drei Stunden, was unterschiedlich aufgenommen wurde. Manchen war es zu lang, sicher ist es grenzwertig vom Spielzeitgefühl, aber das ist immer schwierig für sechs Leute, wenn es nicht ein reines Partyspiel ist.

Die andere Runde spielte ein “Chicago Express”, auch von Queen Games, allerdings mit der neuen Erweiterung. Die Möglichkeiten, die es bietet, wurden im Spiel zu dritt nicht genutzt, hieß es.

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