Spielabend, 12.05.

24. Mai 2009

Diesmal truddelten um 19.28 Jörg, Christine, Manfred, Andreas und Matthias ein. Ansich plante ich zwei Runden, aber Andreas meinte, das anvisierte “Sherwood Forest” von “eggertspiele” eignet sich wahrscheinlich besser in großer Runde. So war es dann auch. Es ist kein kooperatives Spiel, nicht wir alle gegen die bösen Reichen und schon gar nicht die Beute unter den Armen verteilen. Die Schachtel macht daraus aber auch kein Geheimnis, es gilt als Sieger Robin Hoods Erbe anzutreten und alle Räuber zu einen. Auf dem Plan sind zwei Wege zu sehen, die sich kreuzen und  vier Städte miteinander verbinden. Angrenzend sind Felder, auf denen sich die Räuber tummeln können, um Reisende um ihre Barschaft zu erleichtern oder neue Gefolgsleute zu pressen. Jeder startet mit einer Handvoll Räuber und kann beliebig viele an einem Wegesrand lungern lassen. Die Randfelder bieten den Vorteil, als erstes auf Reisende zugreifen zu können, sofern von dort jemand kommt. Das ist nicht sicher ob überhaupt jemand aus z.B. Lincoln kommt und fast noch wichtiger, mit welcher Verteidigungsstärke. Stehen dort zwei Halunken meiner Bande und die Kutsche hat einen Wert von sechs, werde ich zähneknirschend die Kutsche durchwinken und ihr eine schöne Reise wünschen. Die Werte der verdeckt liegenden Reisenden schwanken von eins bis vierzehn. Allein schaffe ich es selten, es ist aber möglich, andere Banden um Unterstützung zu bitten. Ganz gezielt kann ich Spieler ansprechen oder auch offen in die Runde fragen. In jedem Fall stellt der aktive Spieler, der auch das Feld bestimmt, in welchem sich alle beteiligten verschanzen, den Hauptmann. Dieser bestimmt bei ungrader Beute die Verteilung, wobei niemand grundsätzlich ausgeschlossen werden kann; soweit die Beute teilbar ist, erhält ersteinmal jeder seinen Anteil. Beute sind Siegpunkte, Geld und neue Gefolgsleute. Mit dem Geld erschließen sich drei der vier Sonderfelder des Plans. Als Aktion kann ich Geld in der Kirche spenden, um daraus Siegpunkte zu machen; diese Aktion ist sogar zwingend, falls ich mehr als fünf Geldsäcke mein eigen nenne. Weitere Bandenmitglieder lassen sich auf einem anderen Feld anwerben und Waffenkarten auf dem letzten Geldfeld, die für einmaligen Einsatz meinen Stärkewert für einen Überfall erhöhen. Auf dem vierten Feld sammle ich kostenlos Informationen, soll heißen, ich darf unter einen der verdeckten Reisenden lugen, um in späterer Runde genau den nötigen Wert an der Strasse zu sammeln. Das es trotzdem nicht sicher klappt, macht einen guten Teil der Spielspannung aus. Der Startspieler bestimmt die Reihenfolge des Aufdeckens der Reisenden. Wenn ich also zehn Schlitzohren um mich gesammelt habe am Wege nach Yorck und das Fell der Reisenden schon gänzlich verteilt scheint, nachdem ich mir die Karte anschaute, so kann es passieren, dass noch eine weitere Karte mit Yorck als Start/Zielstadt auftaucht; wenn auf dieser ein Wert steht, welcher viel geringer ist, als meine Truppe aufweist, so muss trotzdem der Überfall gemacht werden, die Beute wird natürlich auch deutlich geringer ausfallen. Für einen weiteren Überfall sind die Schergen leider nicht zu bewegen. Das Besetzen der Sonderfelder kostet mich Bandenmitglieder, die dann in diesem Zug für Überfälle nicht zur Verfügung stehen. Wir spielten die Grundversion, in der Profifassung tauchen noch andere Karten auf, die es bestimmt nicht leichter machen, im Walde leichte Beute zu machen. Es machte allen viel Spass und bot spannende Unterhaltung, ob denn die Plannung auch gelingen werde. Interaktion wird groß geschrieben, ständig stehen Verhandlungen an ohne das diese langatmig erscheinen, ob das Spiel sich auch in kleiner Besetzung trägt, muss aber noch ausprobiert werden.

Danach wurde “Bobby Sitter” von “Heidelberger Spieleverlag” aufs Schild gehoben. Ein flottes Reaktionsspiel, bei dem Karten aufgedeckt werden und jeder zügig erkennen muss, versteckt sich irgendwo der Wolf auf der Karte, die eine nett gestaltete Landschaft mit Schafen, Bauerngehöft, Schweinen usw. zeigt,  oder ist kein Wolf zu sehen, entsprechend muss hastig nach Schaf- oder Wolfsspielstein gegriffen werden. Sehr kurzweilig, bestimmt auch gut für Kinder geeignet, ab fünf Jahren verrät die Schachtel.

Das gute alte “Showmanager” von “Queen Games” wurde danach gspielt, jeder sammelt Karten, um mit diesen Künstlern Stücke aufzuführen. Die Wertigkeit aller Künstler bestimmt meinen Gesamtwert des Stückes, je höher umso mehr Siegpunkte sind möglich, sollte nicht einer der garstigen Mitspieler eine bessere Konstellation gesammelt haben. Ein anderes Hindernis ist die fehlende Verfügbarkeit der nötigen Künstler, von denen immer nur vier in der Agentur angeboten werden. Damit gewinnt das Spiel ein schönes zeitloses Zockerelement und kam gut an.

Zuletzt stand im Spielemarathon des Abends “Die goldene Stadt” von Kosmos” im Fokus. Genaueres dazu an anderer Stelle mehr. Nur soviel, es funktioniert gut, ist eine solide handwerkliche Arbeit, lässt aber einen besonderen Funken vermissen, der zum sofortigen Wiederspiel reizen würde. Es ragt aus der Masse an mittlerweile guten Spielen nicht raus, hebt sich aber noch deutlich von vielen belangloserem ab.

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