Spielabend, 16.11.
Dirk, Ralf und René spielten das frisch im Laden eingetrudelte “Tikal II” und danach einen alten Klassiker, “Löwenherz” aus dem Hause Goldsieber.
Im Küchenkabinett brüteten Manfred, Nicolej und Gerhard über einem “First Train to Nürnberg” von Argentum bis ich sie zu einem “Isla Dorada” überredete, am großen Tisch zu sechst mit Lucas und Andreas. Auf der Insel bewegt sich die Gruppenfigur von Dorf zu Dorf. Dort frisch eingetroffen, kann jeder, der Schatzkarten dieses Ortes auf der Hand hält, diese jetzt ausspielen und kassiert dafür Punkte. Die Bewegung wird über einen Versteigerungsmechanismus gesteuert, jeder bietet mit Beförderungskarten auf einen bestimmten Weg, welcher nur eine Art ermöglicht, auf den Wüstenwegen ziehen nur Kamele, im Gebirge nur Yaks usw. Ein leichter Flair von “Elfenland” aus dem Jahre 1998 ist nicht zu leugnen. Oft will jeder in eine ganz andere Richtung, oft passiert es auch, dass einer hoch bietet und so manch anderer auch in denselben Ort will und somit seine Karten schont. Was aber nichts heißen muss, es tauchen genug Ereigniskarten auf, die es erlauben, Karten der anderen Spieler zu klauen oder zu entsorgen. Am Rundenende erhält jeder Gelegenheit, Karten nachzuziehen. Dabei gibt es allerlei Stänkermöglichkeiten. In buntem Comicstil gehalten, ist Isla Dorada ein unterhaltsames lockeres Spiel mit üblem Glücksanteil. Wir hatten alle unseren Spass, einzig, es dauerte zu sechst gefühlt viel zu lange, 2,5 Stunden saßen wir an dieser Partie…
Vorher spielten Andreas, Lucas und ich ein “Luna” von Hall Games. Auf der großen Hauptinsel befindet sich ein Tempel. In diesem ist Platz für diverse Wertungskärtchen. An diese komme ich nur heran, wenn ich auf der zum Symbol gehörigen kleinen Insel mindestens zwei eigene Figuren zu stehen habe und eine von den Klippen springen lasse und die andere auf das Kärtchen stelle. Fast sämtliche Aktionen im Spiel zwingen mich meine Novizen von den Klippen zu stürzen, aber es ist kein verkapptes Lemmingspiel, am Rundenende krabbeln sie wieder ans Ufer um sich erneut in die Fluten zu werfen. Auf diesem Wege baue ich punkteträchtige kleine Tempel, vermehre mich, ergattere besondere Marker, die mir erlauben, besondere Zusatzaktionen zu machen. Andreas und Lucas gefiel es gut, erfrischend anders, mal kein Bau-Optimierungsspiel. Die Mechanismen sind gut verzahnt, das Spiel funktioniert und läuft rund. Mir erschien es zu arm an Spannung, gern will ich meinen Eindruck in einer weiteren Partie überprüfen, aber ich bin mit den Spielen von Stefan Feld, mit Ausnahme von “Die Speicherstadt” nie richtig warm geworden…