Spielabend, 18.05.

21. Mai 2010

Die Spiele von Vlaada Chvatil faszinieren uns immer wieder aufs neue, die letzten Wochen der “Galaxy Trucker”, am Wochenende das Spiel “Im Wandel der Zeiten”, für den Dienstag Abend mit rund fünf Stunden reine Spielzeit doch etwas zu lang, und diesen Dienstag wieder “Dungeon Lords”. Sehr unterhaltsam ist es, aber auch etwas lang, für das was letztendlich jeder in seinen  Zügen macht. Das Berechnen der Kämpfe dauert schon seine Zeit… Carl war enttäuscht ob der Länge, Manfred, Lucas und mir gefiel es gut. Es ist nicht leicht zu planen. So bin ich früh in Monsteranschaffung eingestiegen, hatte zwei kleinere als “Futter” für den dicken Dämonen des zweiten Jahres geplant und was passiert? Beide Dämonen kommen in derselben Runde, in welcher ich keine anwerben darf, Mist… Na gut, dann eben ein zweiter Vampir. Direkt danach war Zahltag, mein schlechter Ruf schoss auf dem Bösometer um vier Punkte nach oben. DAS hätte ich natürlich einplanen können. Schwupp, stand der selten starke Paladin in meiner Heldentruppe und alle am Tisch rieben sich die Hände, wie mein Dungeon wohl von diesem Heldenhaufen in Kleinholz verarbeitet wird. Dank einer Spezialkammer, in der Vampire einen Kampfbonus einsacken, machten diese sich vereint über den Paladin her. Allerdings konnte ich den restlichen Helden nicht mehr viel entgegenstellen… In der Schlußabrechnung reichte es dann noch knapp zum Sieg aufgrund der ebenfalls nicht leicht einplanbaren Bonuspunkte. Witzig, viel Liebe zum Detail, aber sicher auch kein Spiel für jeden Geschmack.

Am Nebentische wurde wieder ein “Samarkand” von Queen Games geknödelt. Die Meinungen dazu waren durchaus geteilt, während es Ralf zu glücksabhängig ist, besonders was die Verteilung der Warenkarten angeht, kam es bei Gerhard und Andreas wiederholt gut an.

Im Anschluß spielten sie noch die Neuheit von Alea, “Glen More”. Hierbei war es genau umgekehrt, Gerhard fand des Glücksanteil zu hoch und Ralf gefiel es ausgesprochen gut. Worum geht es? Thema ist Schottland, Material und Graphik sind hübsch und stimmungsvoll gestaltet. Auf dem zentralen Brett werden die Preise der fünf Rohstoffe bestimmt und die Figuren der Spieler im Kreis gezogen. Auf den Feldern tauchen Kärtchen auf, zufällig immer wieder nachgezogen. Die Zugreihenfolge richtet sich nach dem letztplatziertem, ein pfiffiger Mechanismus, der schon im “Jenseits von Theben” von Queen Games auftauchte und im “Die Werft” von CGE. Es gibt Kärtchen, die Rohstoffe produzieren. Diese benötige ich zum Bau anderer oder kann sie in Siegpunkte ummünzen, dafür sind nochmal andere nötig. Eine weitere wichtige Kategorie sind die Dörfer und Schlösser, diese bringen Leute ins Spiel. Ohne diese Clansmitglieder kommt rasch die Produktion und Weiterverarbeitung ins Stocken. Bin ich am Zug, setzte ich meine Figur auf dem Hauptbrett auf ein Feld, nehme das Kärtchen, zahle u.U. dafür, lege es an meinen vorhandenen an, sofern ein Clanmitglied benachbart ist und löse die Produktionskette aus. Das Spiel ist rund und funktioniert gut, nach sechzig Minuten ist Schluss. Wer die wenigsten Kärtchen gelegt hat, beschert den anderen Spielern Minuspunkte, pro mehr gelegten drei an der Zahl. Eine schöne Regel, die ausgleichend wirkt. Ein gelungenes Spiel, in der kleinen Schachtel von Alea, in einem gutem Preis-Leistungsverhältnis. Einzig, das Sammeln, Verbauen und Verarbeiten von Rohstoffwürfeln kam in den letzten Jahren so häufig in Strategiespielen vor, wer schon mit dem einen oder anderen versorgt ist, sollte ein großer Fan dieser Art von Spielen sein, allen anderen kann ich es sorglos empfehlen!

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Spielabend, 13.04.

15. April 2010

“Dungeon Lords” von CGE sollte es diesmal sein. Im Herbst erstmalig getestet, gab es keine Gelegenheit mehr bei der Neuheitenflut, die über uns hinwegschwappte… Die Erklärungszeit lies sich trotz Spielerfahrung nicht drücken, vierzig Minuten mussten alle Neulinge in meiner Runde konzentriert die Ohren spitzen. An anderer Stelle beschrieb ich das Spiel schon ausführlich. Es ist sehr vielschichtig und die Übersicht zu behalten grad auch noch im ersten Spiel, ist kein leichtes Unterfangen. Dungeon Lords ist gespickt mit kleinen Feinheiten, die fein verwoben sind. Fans des Genres haben ihre helle Freude. Für alle Entscheidungen ist es nicht möglich, die Weitsicht zu haben, zum rechten Moment die richtigen Monster zur Auswahl oder die passenden Fallen für meine Helden ist auch glücksabhängig, ohne Frage. Das Spiel selbst ging zügig, die Kämpfe sind gewöhnungsbedürftig, wann der Einsatz welchen Monsters und welcher Falle optimal ist, zeigt sich nicht sofort. Andreas, Christoph und mir gefiel es sehr gut, Gerhard maulte etwas ob der Unübersichtlichkeit.

Das zweite Spiel wurde von den verbliebenen René, Manfred, Andreas und mir bestritten: “Kopf an Kopf” von Kosmos. Ein lockeres Bier-und-Brezel-Spiel. Pferderennen ist das Thema, auf Würfel- und Ereigniskartenbasis, wie es mir seit den siebziger Jahren nicht mehr unter gekommen ist. Sehr unterhaltsam und kurzweilig. Wer am Zug ist, würfelt und bewegt eines der zehn Pferde ein bis zu drei Felder weit vorwärts. Danach kann ich ein Pferd kaufen, auf eines wetten oder eine Karte spielen. Dann ist auch schon der nächste dran. Sollten meine Pferde, der Kauf von mehreren im Laufe der Partie ist auch möglich, zu den ersten drei gehören, gibt es ein Preisgeld. Mit dem Kauf kann ich mir bis zum Ablauf von dreiviertel der Runde Zeit lassen, einzig das Risiko besteht, ein anderer Spieler kauft es mir vor der Nase weg. Die Pferde sind “vernetzt”, soll heißen, würfel ich ein Pferd vorwärts, dessen Nummer auf den Karten meiner anderen Pferde steht, bewegen diese sich ebenfalls . Die Pferde sind unterschiedlich teuer, es spiegelt seine Chancen ins Ziel zu kommen. Mit simplem Wortwitz kommen die Ereigniskarten daher: “Spende vom Onkel - kassiere 10 Euro” oder “Pfeffer im Hintern - ziehe zwei Pferde ein Feld vorwärts”. Ist das dritte Pferd im Ziel, wird das Rennen abgebrochen, Die Preisgelder und Wettensätze ausgezahlt, wer das meiste Geld hat, gewinnt. Es funktioniert auch schon zu zweit, im Laden gab es Gelegenheit zum Probespiel. Kopf an Kopf machte allen viel Spass!

Matthias, Ralf und Lucas knödelten am Nebentisch zuerst ein “Kopf an Kopf” und danach “Die Speicherstadt” von eggertspiele. Es fand bei Ralf und Lucas solchen Anklang, dass sie im Anschluss noch eine Partie zu zweit spielten. Auch mich konnte es bei einer Zweierrunde im Laden begeistern, an anderer Stelle mehr davon.

Im Küchenkabinett zeigten René und Manfred Carl ein “Agricola”. Carl war sehr begeistert von dem Spiel und seiner Ausstattung!

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Spielabend, 27.10.

29. Oktober 2009

Vlaada  Chvátil  ist für mich der neue Star am Himmel der innovativen Spiel-idee-finder! “Galaxy Trucker”, “Space Alert” und  ”Im Wandel der Zeiten” sind moderne Meilensteine an Originalität im Sinne des neuartigen. Er erinnert mich sehr an den jungen Klaus Teuber, als der mit “Adel verpflichtet”, “Barbarossa”, “Entdecker” und “Löwenherz” erfrischende Innovationen auf den Spielemarkt brachte, doch leider seit dem letztgenannten nichts nennenswertes mehr… So sind meine Erwartungen an die Neuheit “Dungeon Lords” von Czech Games Edition im Vertrieb bei Heidelberger  sehr, sehr  hoch gesteckt, zugegeben. Dieses neue Spiel auf der Messe in Essen vorgestellt, fand seinen Weg auf unseren Tisch. Alles am Material ist eine Augenweide! So viele graphische Details, es macht viel Spaß, sich alles genau anzuschauen, vorausgesetzt, leichte Affinität zum Thema Fantasy ist vorhanden. Die Regel ist nicht ohne, 23 Seiten mit viel Humor geschrieben, wollen ersteinmal bewältigt sein. Jeder Spieler baut sein eigenes Dungeon und muss es zweimal im Spiel gegen anrückende Helden verteidigen. Was gibt es hierfür an Möglichkeiten? Ich kann Kobolde anwerben, je mehr in meinen Diensten stehen, umso mehr Tunnel können von diesen gegraben oder auch Golstücke ausgegraben werden. Die Tunnel lassen sich zu Kammern erweitern, welche weitere Aktionen ermöglichen, oft müssen dafür aber auch noch Kobolde übrig sein. Fallen kaufen, Monster anheuern, Nahrung besorgen und den Ruf des eigenen Dungeons verharmlosen sind die anderen Aktionen. PR? Wozu das denn? Nun, bestimmte Aktionen sorgen dafür, dass im ganzen Land mein Verlies als besonders verrucht und gefährlich angesehen wird. Das wäre nichts, worauf ein Dungeon Lord nicht stolz wäre, es gibt da leider einen kleinen Hacken… Je weiter oben ich auf dem “Bösometer” stehe, desto stärker sind die Helden, die mein Verlies am Rundenende ausweiden wollen… In vier Kampfrunden können im schlechtesten Fall die drei Helden, die mich angreifen, vier Räume zerstören. Welch Desaster! Dafür kaufe ich Fallen und werbe Monster an. Die Kampfabwicklung ist mir eine Umdrehung zu viel, sie ist komplex und bedarf einiges an Wartezeit, bis jeder Spieler einen optimalen Plan entwickelt hat für den Einsatz seiner Fallen und Monster. Dungeon Lords ist ein Aufbau- und Optimierungsspiel und wandert, wie manch andere, auf dem schmalen Grat des “jeder-frickelt-vor-sich-hin”. Ein orginelles Pokersystem beim Erwerb und der Durchführung der Aktionen steuert dagegen: jeder sucht sich verdeckt drei Aktionen aus, dummerweise kann es passieren, dass einer leer ausgeht. Dies erzeugt den Druck, die Aktion früh zu wollen. Wer aber zockt, kann mehr abstauben, aber auch Pech haben. Ein Beispiel: Wer zuerst Nahrung will, bekommt für ein Gold zwei Nahrung. Der nächste verschlechtert seinen Ruf um eins und erhält drei Nahrung, der dritte verschlechtert ihn um zwei und erhält dafür drei Nahrung und ein Gold. Der vierte Spieler bekäme nix. Die Helden sind verschieden und zaubern, heilen sich und entschärfen meine Fallen, lästig, lästig… dafür eine passende Strategie zu entwickeln, wie ich ihnen entgegen trete, ist nicht leicht zu steuern. Am Spielende gibt es einen Haufen Sonderpunkte, wer die meisten Tunnel hat, wer die meisten Helden gefangen (besiegt) hat usw. Darauf kann man natürlich gezielt hinspielen, genauso wie der gezielte Erwerb bestimmter Monster von Vorteil sein kann, aber das ist in der ersten Partie noch nicht zu übersehen gewesen und bietet viel Raum zum Auslooten. An vielen Kleinigkeiten ist eine Anlehnung an das  Computerspiel “Dungeonkeeper” zu erkennen, es ist dicht am Thema, sehr liebevoll gestaltet und konnte sehr begeistern. Ein leichter Flair von “Im Wandel der Zeiten” vom selben Autor ist zu spüren. Ich will nicht verhehlen, dass die Meinungen sehr unterschiedlich ausfielen: Ralf fand es in allen Belangen völlig gelungen, Matthias war es zu lang, wir spielten auch satte vier Stunden, und er fand den Kampf zu aufgebläht. Mir war es auch zu lang, aber es war ja auch die erste Partie. Dem ersten Mal “Im Wandel der Zeiten” konnte ich auch wenig abgewinnen, mittlerweile gehört es zu meinen absoluten Lieblingen! In jedem Fall ist der Unterhaltungswert hoch! Das Spiel wurde wohl auf der Messe in Essen komplett ausverkauft und ist erst in ca. vier Wochen wieder lieferbar.

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