Spielabend, 32.05.

3. Juni 2010

An Spielen war diesmal  von Alt- und Neuheiten so einiges auf den Tischen. Andreas, Manfred, Ralf und Matthias spielten anfangs ein “Magister Navis” von Loockout Games, welches wiederholt bei fast allen, außer dem nörgelnden Ralf, gut ankam. Spielerfahrung ist bei Magister sehr vorteilhaft, Neueinsteiger haben es nicht leicht.

Gerhard gesellte sich noch dazu und so wurde ein “Gut gefragt ist halb gewonnen” von Kosmos probiert. Ein simples Partyspiel, wobei sich einjeder Fragen zu vorgegebenen Antworten ausdenken muss. Es konnte niemanden in der Runde überzeugen und so wurde zu der Antwort “26″ die Frage formuliert: “wieviele Schläge sollte derjenige bekommen, der dieses Spiel mitbrachte?” Mich überraschte die ablehnende Haltung, da auch viel gelacht wurde…

Im Anschluß kam noch ein “Small World” auf den Tisch. Es konnte wieder begeistern, aber die mitunter langen Wartezeiten sorgten für leichten Verdruß, da häufige Regelfragen zu den Feinheiten der Eigenschaften geklärt werden mussten und Vorausplanung nur sehr bedingt möglich erschien, weil es dann doch erst im konkreten Moment des eigenen Zuges überschaubar war, was sich zur Auswahl bot. Mit 150 Minuten Spielzeit war viel Geduld gefragt…

In meiner Runde mit Lucas, René und Vera stand leichte Kost auf dem Plan. Mit “Jäger und Sammler”, bei Amigo im Verlagsprogramm, ist dem Autor Reiner Knizia ein schöner Wurf gelungen. Wie so oft bei ihm, steht ein sehr abstraktes System im Mantel eines Themas, bei dem mit Symbolen des Themas bestenfalls jongliert wird. Diesmal die Steinzeit. Auf einem Rasterfeld mit sechseckigen Feldern sind acht Lager als Startpunkte der Spieler-Figuren aufgedruckt. Gemischte Marker werden auf die verbliebenen Felder verteilt. Zwei Bewegungspunkte verteile ich auf meine Figuren. Verlasse ich ein Feld, nehme ich den Marker. Die geben ein bis drei Punkte oder sind variabel von ihrem Wert, abhängig davon, wieviele ich bis zum Ende des Sommers sammelte. Die sehr punkteträchtigen Mammuts bedürfen Jagdwerkzeuge, die ich nach erfolgreicher Jagd allerdings abgeben muss. Der Knackpunkt des Spiels ist die sich rasch einschränkende Bewegungsfähigkeit, da auf den abgeräumten Feldern niemand mehr laufen darf. Zügig kann sich der Rahmen verkleinern, und das sorgt in diesem Spiel schnell für Hochspannung! Einzig die Steinplatten und Höhleneingänge bleiben liegen, letztere erlauben den Sprung zu anderen Höhlen. Wenn niemand mehr Punkte sammeln kann, ist der Sommer zu Ende, die restlichen Marker verschwinden und werden durch die Winter-Marker ersetzt. Ein zweiter Durchgang wird gespielt, wobei nicht jeder automatisch wieder mit vier Figuren startet, sondern nur mit sovielen, wie jeweils ein Vorratsstein in den verschiedenen Winterlagern abgeworfen wurde. Ein kurzweiliger Nägelknabberer, schnell erklärt und sehr spannend!

Danach testeten wir “Arcana” von Pegasus. Ein Kartenspiel mit hübscher Fantasie-Grafik und leichter Anlehnung an den Mechanismus von Dominion. Nur leider sind die Zahlenwerte, von den Texten ganz zu schweigen,  so klein und schlecht bei abendlichem Kunstlicht erkennbar, dass wir das Spiel frustriert abbrachen.

Zum Schluß holten wir noch ein “Racko” von Ravensburger aus meiner Kammer. Dieses Spiel in der Ausgabe von 1976(!) gehört zu meinen ältesten Perlen. Auf dem Schachtelcover ein Weißweinglas, aus einer Zeit, als mit Alkohol als Freizeitgenuß noch offensiv geworben wurde. Jeder Spieler erhält einen Kunststoffständer und steckt in diesen zehn zufällig gemischte Karten. Wer am Zug ist, nimmt die oberste Karte der Ablage oder des verdeckten Stapels und kann diese in den eigenen Ständer einsortieren, mit dem Ziel, rasch eine von unten nach oben aufsteigende Reihenfolge der Karten zu sammeln. Einfach, schnell und  kurzweilig ist Racko. Warum Ravensburger diesen Klassiker, seit Anfang der Neunziger Jahre nicht mehr erhältlich, nicht wieder auflegt, bleibt ein Rätsel.

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