Spielabend, 06.07.

8. Juli 2010

Wer kennt sie nicht: Ufo´s! Nein, nicht die wegen der Menschen zur Polizei gehen, da sie vor ihren Küchenfenstern rum schwirren. Ich meine die kleinen, mit Brausepulver gefüllt und mit essbarer Pappe umhüllt. Christian brachte fataler Weise am Dienstagabend eine Großpackung mit… Mit Rotwein zusammen ergibt das eine bizarre Mischung. Das finden nicht nur meine Geschmacksnerven sondern auch mein Magen, richtig gut ging es mir am Folgetag nicht… Von den weiteren  Mitspielern bekam ich bisher nur von zwei anderen Lebenszeichen…

Gerhard schlug “Agricola” vor, den Ausbau “die Moorbauern” in der Familienversion. Diese Fassung kannte noch niemand und so legten wir zu viert los. Im wesentlichen bedeutet Familienversion, ohne Ausbildungs- und ohne kleine Anschaffungskarten zu spielen. Das macht das Spiel schneller, wir waren in 2,5 Stunden durch, was mir gut gefiel. Der Spielerzahl angepasst, kommen Aktionskarten ins Spiel, die die Spieler pro Runde wählen können. Manche geben einem  stetig Rohstoffe, andere eine gleich bleibende Mischung. Für die Familienversion gibt es zwei besondere Karten. Dummerweise verwendeten wir nur diese. Die weiteren Quellen an Holz, Lehm und Nahrung blieben in der Kiste und somit spielten wir eine verschärfte Familienversion… Niemand hatte mehr als drei Räume bei Spielende. Ich konzentrierte mich auf Ackerbau, Lucas und Gerhard auf Weiden und Tierzucht. Da alles knapp war, gab es am Ende auch viele Freiflächen. Spannend blieb es auch so!

In der anderen Runde peitschten Christian, Manfred und Ralf ein üppiges Programm durch. Zuerst spielten sie “Hansa Teutonica”. Gezieltes Spiel setzte sich gegenüber vorsichtigem Spiel und Anfängerfehlern durch. Die Kurzweil des Spiels konnte alle überzeugen.

“Formula Dé” folgte als nächstes. Ein Autorennspiel vom Feinsten! 1991 kam es erstmalig in die Läden. Nachwievor ist es erhältlich, von der Firma “Asmodeé augenblicklich. Ein gutes Spiel für eine große Runde, bis zu zehn Spieler können dabei sein. Da sie zu dritt spielten, übernahm jeder zwei Rennwagen. Für jeden Wagen erhält  jeder Spieler ein Display. Zum einen wird dort ein Rennzettel reingelegt, wenn Bremsen, Reifen, Karosserie, Motor oder Benzin zur Neige gehen oder verschlissen sind, müssen Felder abgekreuzt werden. Zum anderen wird darauf der aktuelle Gang markiert, in welchem der Wagen fährt. Wenn alle an der Startlinie stehen, sind alle natürlich im ersten Gang. Der Würfel für den ersten Gang beschert nur ein oder zwei Felder. Nächste Runde kann einen Gang höher geschaltet werden, dieser Würfel ermöglicht dann schon zwei bis vier Felder. Im sechsten Gang sind 21 - 30 Felder möglich. Damit kommt mein Wagen schon sehr weit, das Problem ist nur die Physik. Ihre Auswirkungen werden nur auf wenige Aspekte reduziert betrachtet. Einer davon sind die Fliehkräfte in einer Kurve. Ich kann also nicht mit Höchstgeschwindigkeit durch brettern. Auf dem Spielplan sind die Kurven besonders abgehoben und mit Zahlenwerten am Rand versehen. Mein Wagen muss so oft wie genannt, in dieser Kurve zum stehen kommen. Schießt er über den schraffierten  Bereich hinaus, müssen Reifen- oder Bremsenpunkte abgestrichen werden. Sind alle verbraucht, geht es brennend in den nächsten Reifenberg und man ist ausgeschieden. Es lässt sich einiges berechnen in diesem Spiel, aber nicht alles. “Mmhmm, wenn ich jetzt im vierten Gang bleibe, aber nicht eine der beiden höchsten Werte würfle, dann bleibe ich kurz vor der Kurve stehen. Gehe ich allerdings in den fünften, dann werden mich deren drei höchste Werte so weit aus der Kurve tragen, dass ich fast ausgeschieden bin, was mache ich bloß…” Von dieser Spannung lebt das Spiel. Und natürlich von der wunderschönen Grafik. Es gab in der alten Variante über 30 Rennstrecken, die ganzen alten Grand Prix Strecken waren dabei. Vor über zehn Jahren fanden wir uns zu zehnt zusammen und spielten einen Grand Prix nach. Im sechswöchigen Rhythmus trafen wir uns bei einem der Teilnehmer, der ein Essen nach der Art des Landes zubereitete und Preise bereitstellte, die auch irgendeinen Landesbezug hatten. Und dann fuhren wir zwei Runden auf dem Kurs.

Zu guter Letzt kam ein “Speicherstadt” auf den Tisch, welches abgebrochen werden musste. Bei der Vorsortierung wurde ein Kartenstapel vergessen und erst im schon sehr fortgeschrittenen Spiel bemerkt.

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Spielabend, 23.02.

25. Februar 2010

Letzte Woche fiel die Runde aus wegen Erkältung des Hausherrn. Dieses Mal stand es auf der Kippe, die Viren sind hartnäckig. Der gestrige Abend ging als Treffen der Rotnasen in die Dienstagsgeschichte ein, neben meiner leuchteten die von Andreas, Lucas und Jörg ebenso…

Andreas, Lucas, Manfred und René machten sich über die Neuheit von Hans im Glück her, “Titania”. Der zusammenfassende Kommentar lautete: belanglos. So vernichtend dieser erste Eindruck auch ist, weitere Tests werden folgen.

Der Spanien-Plan von “Funkenschlag” kam dann auf den Tisch, hohe Verbindungspreise zwischen den Städten ließen wohl die Zähne knirschen und das Spiel ungewohnt länger dauern, wie ich aufschnappen konnte.

In meiner Runde spielten Vera, Jörg, Dirk, Matthias und ich ein weiteres Mal “Hansa Teutonica”. Also für mich war es ein weiteres Mal, die anderen kannten es noch nicht. Der Weg nach Göttingen war stark frequentiert, den Aktionsraum zu erweitern, schien allen zwingend. So gab es zum einen ständig Verdrängung und zum anderen viele Punkte für den schlauen Jörg, der sich in Göttingen postierte und von uns mit Siegpunkten überschütten lies… Da die Bank die Punkte für Jörg zahlte, tat es nur bedingt weh. Als Matthias endlich Göttingen übernahm, ging dann doch ein Aufatmen durch die Reihen! Nicht, dass wir uns nicht auch um Göttingen hätten bemühen können, aber andere Interessen lagen näher und das Jammern über die Konkurrenten, die dreisterweise auch nach Siegpunkten schielen, gehört nunmal zum Spiel. Es war eine sehr spannende Partie, kam bei allen gut an und dauerte tatsächlich nur 90 Minuten zu fünft. Die Neugier, eine andere Strategie zu probieren, war groß. Und so spielten wir nach Jörgs Abschied noch eine Partie zu viert, die mit frischer Regelkenntnis dann sogar nur 60 Minuten dauerte. Jeder versuchte sich an anderen Möglichkeiten, der Druck auf Göttingen war spürbar geringer. Das Spiel bietet eine Bandbreite an Aktionen, die sehr reizvoll ist, da erst am Ende deutlich wird, ob die Zeit reichte, genug Punkte zu sammeln. Die Kurzweil überzeugt, einzig das Abbruchkriterium der zehn Städte mit belegten Niederlassungen erschien uns sehr unwahrscheinlich.

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Spielabend, 09.02.

11. Februar 2010

“Hansa Teutonica” vom Argentum Verlag hatte keinen leichten Start: Ich las wenig über dieses Spiel, das was ich las, klang kaum begeistert… Die Regel selbst klang etwas spröde beim lesen, kurzum, ich war völlig voreingenommen und mäkelte und nörgelte beim Erklären, so dass sich Ralf und Lucas fragten, warum wir es dann überhaupt spielen sollten… Und alles kam ganz anders!

Auf dem rechteckigen Spielplan sind mittelalterlich anmutend, Städte als Ablageflächen für Spielsteine aufgezeichnet. Etwas zusammen gepresst reicht der Plan von Groningen bis Köln auf der einen Seite und von Lübeck bis Halle auf der anderen Seite. Zwischen den Städten sind Straßen, auf welchen ebenfalls Spielsteine platziert werden können. Ist eine solche nur mit Steinen eines Spielers gefüllt, kann dieser sie werten und in eine der Städte einen Stein setzen oder eine Sonderfähigkeit nutzen. Danach wird die Straße geräumt und kann wieder besetzt werden. Wer in einer Stadt vertreten ist, hat gute Chancen, immer einen Siegpunkt zu kassieren, wenn die dort hinführende Straße wiederholt gewertet wird. Die Sondermöglichkeiten sind allerdings ebenso verlockend, da sie die Handlungsspielräume deutlich erweitern. Mehr Aktionen, mehr Steine zurückholen, bessere Plätze in den Städten belegen oder die Städte für die Schlusswertung aufwerten sind die Optionen. An vielen Stellschrauben ist zu drehen, diese sind fein abgestimmt und es gibt verschiedene Wege, um an die begehrten Punkte zu kommen. Ich war überrascht, wie gut es lief, wie übersichtlich es ist und wie schnell es geht. Die Kurzweiligkeit mit 45 Minuten Spielzeit zu dritt konnte mich überzeugen. Wir schoben noch eine zweite Partie hinterher und jeder probierte andere Möglichkeiten. Es war ebenfalls spannend; die Gelegenheit, zu stänkern wurde stärker genutzt. Das Spiel gefiel allen und die Neugierde auf eine Runde mit vier oder fünf Spielern ist groß!

Im Anschluß war noch Zeit das “Finca” vom letzten Jahr hervor zu suchen, das zwar nicht die gleiche Begeisterung auslösen konnte, aber auch durch Leichtigkeit und Kurzweil überzeugen kann.

Die andere Runde knödelte ebenfalls zu dritt. Zuerst ein “Magister Navis” und danach ein “Stone Age”. Bewährte und gute Spiele finden immer wieder den Weg auf die Tische.

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