Spielabend, 06.07.
Wer kennt sie nicht: Ufo´s! Nein, nicht die wegen der Menschen zur Polizei gehen, da sie vor ihren Küchenfenstern rum schwirren. Ich meine die kleinen, mit Brausepulver gefüllt und mit essbarer Pappe umhüllt. Christian brachte fataler Weise am Dienstagabend eine Großpackung mit… Mit Rotwein zusammen ergibt das eine bizarre Mischung. Das finden nicht nur meine Geschmacksnerven sondern auch mein Magen, richtig gut ging es mir am Folgetag nicht… Von den weiteren Mitspielern bekam ich bisher nur von zwei anderen Lebenszeichen…
Gerhard schlug “Agricola” vor, den Ausbau “die Moorbauern” in der Familienversion. Diese Fassung kannte noch niemand und so legten wir zu viert los. Im wesentlichen bedeutet Familienversion, ohne Ausbildungs- und ohne kleine Anschaffungskarten zu spielen. Das macht das Spiel schneller, wir waren in 2,5 Stunden durch, was mir gut gefiel. Der Spielerzahl angepasst, kommen Aktionskarten ins Spiel, die die Spieler pro Runde wählen können. Manche geben einem stetig Rohstoffe, andere eine gleich bleibende Mischung. Für die Familienversion gibt es zwei besondere Karten. Dummerweise verwendeten wir nur diese. Die weiteren Quellen an Holz, Lehm und Nahrung blieben in der Kiste und somit spielten wir eine verschärfte Familienversion… Niemand hatte mehr als drei Räume bei Spielende. Ich konzentrierte mich auf Ackerbau, Lucas und Gerhard auf Weiden und Tierzucht. Da alles knapp war, gab es am Ende auch viele Freiflächen. Spannend blieb es auch so!
In der anderen Runde peitschten Christian, Manfred und Ralf ein üppiges Programm durch. Zuerst spielten sie “Hansa Teutonica”. Gezieltes Spiel setzte sich gegenüber vorsichtigem Spiel und Anfängerfehlern durch. Die Kurzweil des Spiels konnte alle überzeugen.
“Formula Dé” folgte als nächstes. Ein Autorennspiel vom Feinsten! 1991 kam es erstmalig in die Läden. Nachwievor ist es erhältlich, von der Firma “Asmodeé augenblicklich. Ein gutes Spiel für eine große Runde, bis zu zehn Spieler können dabei sein. Da sie zu dritt spielten, übernahm jeder zwei Rennwagen. Für jeden Wagen erhält jeder Spieler ein Display. Zum einen wird dort ein Rennzettel reingelegt, wenn Bremsen, Reifen, Karosserie, Motor oder Benzin zur Neige gehen oder verschlissen sind, müssen Felder abgekreuzt werden. Zum anderen wird darauf der aktuelle Gang markiert, in welchem der Wagen fährt. Wenn alle an der Startlinie stehen, sind alle natürlich im ersten Gang. Der Würfel für den ersten Gang beschert nur ein oder zwei Felder. Nächste Runde kann einen Gang höher geschaltet werden, dieser Würfel ermöglicht dann schon zwei bis vier Felder. Im sechsten Gang sind 21 - 30 Felder möglich. Damit kommt mein Wagen schon sehr weit, das Problem ist nur die Physik. Ihre Auswirkungen werden nur auf wenige Aspekte reduziert betrachtet. Einer davon sind die Fliehkräfte in einer Kurve. Ich kann also nicht mit Höchstgeschwindigkeit durch brettern. Auf dem Spielplan sind die Kurven besonders abgehoben und mit Zahlenwerten am Rand versehen. Mein Wagen muss so oft wie genannt, in dieser Kurve zum stehen kommen. Schießt er über den schraffierten Bereich hinaus, müssen Reifen- oder Bremsenpunkte abgestrichen werden. Sind alle verbraucht, geht es brennend in den nächsten Reifenberg und man ist ausgeschieden. Es lässt sich einiges berechnen in diesem Spiel, aber nicht alles. “Mmhmm, wenn ich jetzt im vierten Gang bleibe, aber nicht eine der beiden höchsten Werte würfle, dann bleibe ich kurz vor der Kurve stehen. Gehe ich allerdings in den fünften, dann werden mich deren drei höchste Werte so weit aus der Kurve tragen, dass ich fast ausgeschieden bin, was mache ich bloß…” Von dieser Spannung lebt das Spiel. Und natürlich von der wunderschönen Grafik. Es gab in der alten Variante über 30 Rennstrecken, die ganzen alten Grand Prix Strecken waren dabei. Vor über zehn Jahren fanden wir uns zu zehnt zusammen und spielten einen Grand Prix nach. Im sechswöchigen Rhythmus trafen wir uns bei einem der Teilnehmer, der ein Essen nach der Art des Landes zubereitete und Preise bereitstellte, die auch irgendeinen Landesbezug hatten. Und dann fuhren wir zwei Runden auf dem Kurs.
Zu guter Letzt kam ein “Speicherstadt” auf den Tisch, welches abgebrochen werden musste. Bei der Vorsortierung wurde ein Kartenstapel vergessen und erst im schon sehr fortgeschrittenen Spiel bemerkt.