Spielabend, 17.11.

19. November 2009

Auch diesmal sammelten wir uns um zwei Tische: Auf dem einen “Havanna”, unser aller neuer Liebling und danach “Cardcassonne” von “Hans im Glück”. Eine Überraschung dieses Spiel, wir saugen im Vorfeld von Essen natürlich begehrlich alle Infos zu neuen Spielen, die wir bekommen können, entsprechend gibt es Erwartungen ob des neuen “X” von “Y” usw. Cardcassonne nahmen wir bestenfalls am Rande wahr, und eher auch mit Kopf schütteln, warum denn die Olive “Carcassonne” das mittlerweile dreizehnte Mal, wenn ich noch den Überblick habe, gepresst werden muss… Ob die Endlosserien, wie sie aus dem Buchhandel bekannt sind, sich auf den Brettspielbereich übertragen lassen, werden wir weiter mit leichtem Argwohn beobachten. Ich gebe es offen zu, bei mir lösen Carcassonne - Varianten Abwehr aus, umso überrraschter war ich. Im Laden schon zu zweit mit viel Begeisterung probiert, an diesem Abend an beiden Tischen in Dreier- und Viererbesetzung mit viel Spass getestet. Es ist einfach und kurzweilig. Im Laufe des Spiels entstehen vier verschiedenfarbige Kartenreihen. Jede Runde beginnt jeder mit sechs Karten auf der Hand und legt in der ersten eine Karte verdeckt an eine Reihe an, im weiteren Verlauf werden sie offen farblich passend gelegt. Alternativ kann jeder auch seine Carcassonne-Figur an eine Reihe stellen und somit alle bisher dort gespielten Karten einsacken. An dieser Stelle greift ein uraltes und immer wieder spannendes Spielelement, Spatz oder Taube, warte ich noch, bis vielleicht noch jemand Karten anlegt und mache noch fettere Beute oder gehe ich leer aus, weil jemand seine Figur einsetzt und ich mal wieder zu gierig war… Diese Zockerei trieb bunte Blüten, ein Beispiel, Ralf, der sich zufrieden zurücklehnte, da seine Figur an einer grundsoliden grünen Reihe mit sechs Karten stand, musste es aushalten, dass hinter seine Figur sich innerhalb der Runde noch weitere acht Karten sammelten, die ein anderer einstrich… An Kartensorten gibt es deren drei verschiedene, die entweder nur sofort gewertet, welche die gesammelt und bei Aufstockung gewertet werden und solche, die nur am Spielende zählen. Es müsste nicht in der Carcassonne-Welt angesiedelt sein, der Hamburger Fischmarkt könnte auch als Hintergrundthema dienen, sage ich an solchen Stellen. Aber im Kielwasser einer bekannten Marke zu schwimmen, lockt für höhere Verkaufszahlen, schauen wir mal…

“Macao” aus dem “Alea” Verlag lag in meiner Runde vor. Der neue Stefan Feld bei Alea. Das allein besitzt schon einen Aussagewert. Wer “Notre Dame” und “Im Jahr des Drachen” mag, wird sicher seine Freude mit Macao haben. Wer nicht, der… Es ist eine handwerklich sehr solide Arbeit, die Stefan Feld vorlegt, die Mechanismen sind fein abgestimmt und funktionieren. Einzig, dem Spiel fehlt der Moment, der Leidenschaft und Feuer auslöst, es kommt leider nur lauwarm an. In jeder der zwölf Runden suche ich mir eine Karte aus und lege sie in meine Ablage, aus der ich sie später heraus kaufen sollte. Tue ich dies nicht, gibt es ab der sechsten Karte im laufenden Spiel Minuspunkte, am Ende für jede verbliebene. Die Karten müssen mit bunten Holzklötzen bezahlt werden. In der zweiten Phase fallen sechs verschiedenfarbige Würfel, in gleicher Anzahl und Farbe legt jeder Spieler von deren zweien die Holzwürfel an den Rand einer Windrose passend zum Zahlenwert, die in sieben Felder unterteilt ist. Nach der Verteilung bewegt jeder seine Windrose um eine Position weiter und bekommt damit den Zugriff auf die Würfel, die jetzt unter der Pfeilspitze liegen. Dieses System ist gelungen und orginell, wenn ich die satten sechs Holzklötze der gewürfelten roten Sechs will, dann kommen sie an Feld sechs der Windrose und sind leider erst sechs Runden später verfügbar. Kleinere Werte bekomme ich dementsprechend schneller, sind aber in der Anzahl auch kleiner. Damit nicht jeder die Viel-aber-später-Taktik fährt, gibt es Minuspunkte, falls die Windrosenspitze nach der Drehung auf gähnende Leere trifft. Mit den Holzklötzen bezahle ich die Karten, tausche Geld ein, kaufe Waren, die mein Schiff nach Europa bringt. Ein Teil der Karten bringt Siegpunkte, für Geld kaufe ich welche und die angelieferten Waren erbringen ebenfalls welche. Wir spielten zwei Stunden, hatten aber alle das Gefühl, mehr Zeit wäre vergangen…

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Spielabend, 10.11.

13. November 2009

“Vor den Toren von Loyang” lungerten wir zu viert drei Stunden… Das war uns zu lang… Ich wollte es so gern mögen… Ein quietschbuntes Buchhaltungsspiel… Doch worum geht es? Jeder Spieler ist eine Gärtnerei und produziert, kauft, verkauft und tauscht Gemüse in sechs Sorten. Nach und nach kommen Anbaufelder für jeden ins Spiel, einmal mit Saatgut versehen, werden alle Felder der Karte mit selbigen Gemüse bestückt und es wird pro Feld ein Gemüse geerntet pro Runde, soweit aus “Agricola” bekannt. Die frische Ernte sollte zügig verbraucht werden, Lagerraum ist karg. Jeder kann beliebig viele Kunden sein nennen; es gibt Stammkunden, die wollen 4 x zwei Gemüse und zahlen stetig mehr, sofern sie regelmäßig beliefert werden (einmal pro Runde). Eine versäumte Lieferung nehmen sie zähneknirschend hin, ab der zweiten ist Rabatt von Nöten. Laufkunden wollen einmal mit drei Gemüse versorgt sein und sind geduldig, nötigenfalls bis zum Spielende… Da nicht immer alle Sorten verfügbar sind, kann jeder Marktkarten ausspielen, die Tauschmöglichkeiten bieten. Die letzte Kartensorte sind die Helfer, einmalig einsetzbar, kann ich Grundregeln brechen. Pro Runde erhält jeder vier Karten, dem Startspieler wird noch eine vom Stapel vor die Nase gesetzt. Gefällt ihm diese, nimmt er sie und eine der Handkarten, beide werden in der eigenen Gärtnerei eingesetzt, alle verbliebenen Handkarten wandern in die Mitte und bilden den Pool für den nächsten Spieler. Will der Startspieler sie nicht, legt er eine Handkarte in die Mitte und kauft sich damit frei. Dem nächsten Spieler liegt das gleiche Verfahren zu Grunde. Eine zusätzliche Karte vom Stapel erhöht die Auswahl. So kann jeder maximal dreimal passen. Nicht selten kam es vor, dass ein gewaltiger Berg an Karten in der Mitte lag. Diese Phase ist ein heftiger Zeitfresser, jeder wägt ab, welche Karten welche Vorteile bringen und das kann dauern. Hier ist auch der größte Schnittpunkt mit den anderen Spielern, abgesehen von manchen Helfern, die es erlauben, bei Nachbarns räubern zu gehen. Zu wenig für meinen Geschmack. Die Interaktion ist schon bei den Vorgängern “Agricola” und “Le Havre” nicht groß geschrieben, wie generell bei sehr vielen komplexen Aufbauspielen der aktuellen Zeit, hier aber noch spannungsärmer… Ich bin ein begeisterter Freund der Vorgänger und konnte kaum genug bekommen von ihnen, spielte sogar etliche Solopartien selbiger, aber bei “Vor den Toren von Loyang” von “Hall Games” ist der Bogen überspannt; ich hoffe, weitere Partien mildern mein zugegeben hartes Urteil, es ist bei Leibe kein  schlechtes Spiel, es gibt allerdings bessere… Ich muss aber auch einräumen, dass es mir im Spiel zu zweit deutlich besser gefallen hat, allein schon ob des deutlich verringerten Zeitaufwandes.

Danach kam nochmals “Tobago” von “Zoch” auf den Tisch und sorgte für viel Spaß. Das Material begeisterte und die Mischung aus leichtem Planspiel und Zockerei um die Schätze wurde als ausgesprochen gelungen wahrgenommen.

In der anderen Runde nahm die üppige Materialfülle von “Colonia” aus dem “Queen Games” Verlag den gesamten großen Tisch ein. Die Meinungen, die ich aufschnappte gingen von “kennen wir schon aus anderen Spielen” bis zu “schön abgestimmt”, genaueres zu einem anderen Zeitpunkt. Danach spielte die Dreierrunde noch ein “Havanna” von “eggert”, unser aktueller Geheimtipp eines schnellen, runden und ausgesprochenen spannenden Spiels.

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