Spielabend, 29.12.

5. Januar 2010

Am 22.12. fiel die Runde aus, der Weihnachtstrubel ließ uns nur noch platt in die Sessel plumsen…

Am 29.12. bildeten wir eine traute Runde zu viert. Am Anfang lag “Der Heidelbär” vom “Heidelberger Spieleverlag” auf unserem Tisch. Von der Regel her schon bekannt, war es für mich überraschend unterhaltsamer, als ich erwartet hätte! Jeder erhält Karten mit jeweils vier Begriffen, die dem Bedarf des Spiels angepasst, d.h. leicht verfremdet wurden: NovemBÄR, SeeräuBÄR oder NürnBÄRg seien als Beispiele genannt. Wer dran ist, muss einen der Begriffe erklären, dabei den Satz mit “Mein Bär…” beginnen und darf ihn um höchstens vier Worte verlängern. Wer zuerst errät, gewinnt die Karte und damit einen Punkt. Dass ein Bär im Wort ist, dient als dankbare Hilfestellung, da jeder nur einen Rateversuch hat; ein Mordsgaudi! Wir amüsierten uns köstlich!

Die “Machtspiele” von “eggert” kamen danach auf´s Schild, alle kannten es, einzig für Lucas war es neu.  Der Schuft, der… Er entwickelt so langsam einen dem guten Gerhard ähnlichen Ruf…

“Im Wandel der Zeiten” von “Pegasus” gehört zu Renés und meinen absoluten Lieblingsspielen. Sehr komplex und zeitaufwendig. In unserer Milde und Großherzigkeit gewährten wir alten Hasen dem Novizen Lucas eine Kennenlernrunde. Er besaß die Unverfrorenheit, uns zu schlagen! Seit dem, glaube ich, spielten es René und ich nicht mehr… Ich bestreite natürlich energisch Zusammenhänge!

Zurück zu Machtspiele, von uns anderen nun schon mehrmals auf Herz und Nieren geprüft, machte Lucas (der Schuft) nach 90 Minuten Spielzeit den Sack zu und gewann… René, von dem die legendäre Weisheit stammt, dass gute Spiele keinen Spass machen müssen, formulierte die letzten Monate gern den Satz, “…falls dieses Spiel nächsten Dienstag nochmals gespielt wird, dann nur mit Frischlingen…” Die Halbwertzeit dieser Erkenntnis war erschütternd kurz…

Es spielte sich kurz und knackig und reizt immer wieder zu neuen  Punktkombinationen, lässt bei konzentrierter Spielweise aber keine Zeit zum Rumtrödeln und vagen Experimenten.

“Assyria” von “Ystari” sollte es zu später Stunde noch sein. Das Spiel ist abstrakt vom Mechanismus her, der Name des Spiels hat keine unmittelbare Bedeutung und verleitet etwas, da die Assyrer langläufig als sehr kriegerisches Volk verschrieen sind, zu unrecht, sie waren nicht kriegerischer  als andere Stämme dieser Zeit und Gegend, nur gründlicher darin, ihre Taten aufzuzeichnen.

Die Felder des Spielbretts sind in Sechseckrasterung gehalten und mit einem der fünf Warensymbole versehen. Die Hütten, die später jeder Spieler baut, sollten von ihren Symbolen mit den eigenen Handkarten überein stimmen, sonst müssen sie abgerissen werden, was nicht selten vorkommt. Anfangs sammelt jeder zwei der offenen Karten ein, wer solche mit mehr Waren nimmt, ist erst später am Zug. Es folgt die Hüttenbau- und wieder Hüttenabrissphase. Verbliebene Hütten bringen Siegpunkte oder Kamele sollten sie an Flussufern gebaut sein. Die Kamele sind eine eigene Währung im Spiel, damit können verschiedene Aktionen bezahlt werden: Bau von Zikkuraten, Bestechung von Hofbeamten, Kauf von Nahrungskarten usw. Zikkurate und Hofbeamte bringen natürlich Siegpunkte. Nach acht Runden ist das Spiel zu Ende. Leichte strategische Kost, viele Entscheidungsmöglichkeiten, überschaubare Spieldauer, stimmiges Material. Ein kleiner Abrechnungsfehler ließ uns das Spiel vorzeitig abbrechen, fand allgemein aber guten Anklang in der Runde.

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Spielabend, 27.10.

29. Oktober 2009

Vlaada  Chvátil  ist für mich der neue Star am Himmel der innovativen Spiel-idee-finder! “Galaxy Trucker”, “Space Alert” und  ”Im Wandel der Zeiten” sind moderne Meilensteine an Originalität im Sinne des neuartigen. Er erinnert mich sehr an den jungen Klaus Teuber, als der mit “Adel verpflichtet”, “Barbarossa”, “Entdecker” und “Löwenherz” erfrischende Innovationen auf den Spielemarkt brachte, doch leider seit dem letztgenannten nichts nennenswertes mehr… So sind meine Erwartungen an die Neuheit “Dungeon Lords” von Czech Games Edition im Vertrieb bei Heidelberger  sehr, sehr  hoch gesteckt, zugegeben. Dieses neue Spiel auf der Messe in Essen vorgestellt, fand seinen Weg auf unseren Tisch. Alles am Material ist eine Augenweide! So viele graphische Details, es macht viel Spaß, sich alles genau anzuschauen, vorausgesetzt, leichte Affinität zum Thema Fantasy ist vorhanden. Die Regel ist nicht ohne, 23 Seiten mit viel Humor geschrieben, wollen ersteinmal bewältigt sein. Jeder Spieler baut sein eigenes Dungeon und muss es zweimal im Spiel gegen anrückende Helden verteidigen. Was gibt es hierfür an Möglichkeiten? Ich kann Kobolde anwerben, je mehr in meinen Diensten stehen, umso mehr Tunnel können von diesen gegraben oder auch Golstücke ausgegraben werden. Die Tunnel lassen sich zu Kammern erweitern, welche weitere Aktionen ermöglichen, oft müssen dafür aber auch noch Kobolde übrig sein. Fallen kaufen, Monster anheuern, Nahrung besorgen und den Ruf des eigenen Dungeons verharmlosen sind die anderen Aktionen. PR? Wozu das denn? Nun, bestimmte Aktionen sorgen dafür, dass im ganzen Land mein Verlies als besonders verrucht und gefährlich angesehen wird. Das wäre nichts, worauf ein Dungeon Lord nicht stolz wäre, es gibt da leider einen kleinen Hacken… Je weiter oben ich auf dem “Bösometer” stehe, desto stärker sind die Helden, die mein Verlies am Rundenende ausweiden wollen… In vier Kampfrunden können im schlechtesten Fall die drei Helden, die mich angreifen, vier Räume zerstören. Welch Desaster! Dafür kaufe ich Fallen und werbe Monster an. Die Kampfabwicklung ist mir eine Umdrehung zu viel, sie ist komplex und bedarf einiges an Wartezeit, bis jeder Spieler einen optimalen Plan entwickelt hat für den Einsatz seiner Fallen und Monster. Dungeon Lords ist ein Aufbau- und Optimierungsspiel und wandert, wie manch andere, auf dem schmalen Grat des “jeder-frickelt-vor-sich-hin”. Ein orginelles Pokersystem beim Erwerb und der Durchführung der Aktionen steuert dagegen: jeder sucht sich verdeckt drei Aktionen aus, dummerweise kann es passieren, dass einer leer ausgeht. Dies erzeugt den Druck, die Aktion früh zu wollen. Wer aber zockt, kann mehr abstauben, aber auch Pech haben. Ein Beispiel: Wer zuerst Nahrung will, bekommt für ein Gold zwei Nahrung. Der nächste verschlechtert seinen Ruf um eins und erhält drei Nahrung, der dritte verschlechtert ihn um zwei und erhält dafür drei Nahrung und ein Gold. Der vierte Spieler bekäme nix. Die Helden sind verschieden und zaubern, heilen sich und entschärfen meine Fallen, lästig, lästig… dafür eine passende Strategie zu entwickeln, wie ich ihnen entgegen trete, ist nicht leicht zu steuern. Am Spielende gibt es einen Haufen Sonderpunkte, wer die meisten Tunnel hat, wer die meisten Helden gefangen (besiegt) hat usw. Darauf kann man natürlich gezielt hinspielen, genauso wie der gezielte Erwerb bestimmter Monster von Vorteil sein kann, aber das ist in der ersten Partie noch nicht zu übersehen gewesen und bietet viel Raum zum Auslooten. An vielen Kleinigkeiten ist eine Anlehnung an das  Computerspiel “Dungeonkeeper” zu erkennen, es ist dicht am Thema, sehr liebevoll gestaltet und konnte sehr begeistern. Ein leichter Flair von “Im Wandel der Zeiten” vom selben Autor ist zu spüren. Ich will nicht verhehlen, dass die Meinungen sehr unterschiedlich ausfielen: Ralf fand es in allen Belangen völlig gelungen, Matthias war es zu lang, wir spielten auch satte vier Stunden, und er fand den Kampf zu aufgebläht. Mir war es auch zu lang, aber es war ja auch die erste Partie. Dem ersten Mal “Im Wandel der Zeiten” konnte ich auch wenig abgewinnen, mittlerweile gehört es zu meinen absoluten Lieblingen! In jedem Fall ist der Unterhaltungswert hoch! Das Spiel wurde wohl auf der Messe in Essen komplett ausverkauft und ist erst in ca. vier Wochen wieder lieferbar.

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