Spielabend, 28.09.
Eisenbahnspiele finden bei uns immer schnell Interesse, so kam ein “Railways of England and Wales” auf den Tisch, ein Ausbausatz von “Railways of the World”, welches aus dem “Railroad Tycoon” erwuchs, dass “Age of Steam” als Grundidee variiert, es dynamischer und vom Spielgefühl flüssiger macht, ohne nennenswert zeitverkürzt zu sein. Die “Age of Steam” – Familie, so will ich es jetzt mal nennen, ist das augenblicklich populärste, was es an Eisenbahnspielen weltweit auf dem Markt gibt. Das ist gut daran zu erkennen, wieviele neue Pläne ständig erscheinen, von verschiedenen Verlagen oder Eigeninitiativen aus allen Ecken der Welt.
Wir spielten zu viert, auf einer Karte, die die Städte von England und Wales in geringen Abständen zueinander und in üppiger Anzahl darstellt. Strecken bauen, Waren transportieren, die vorher zufällig in den Städten verteilt wurden und dafür Einkommen kassieren, das ist das übliche geblieben. Die entscheidende Neuerung, die es zu einem anderen Spiel macht, ist der Aktienhandel, den es so vorher noch nicht gab. Ähnlich dem 18xx – Eisenbahnspielsystem, führt derjenige Bau und Transport einer Gesellschaft, welcher die Aktienmehrheit hält. Am Ende der drei Aktionsrunden wird das Einkommen ausgeschüttet, ganz oder teilweise oder eingespart. Entsprechend verändert sich der Kurs, er steigt oder fällt. Danach wird der Einkommensmarker auf null gesetzt, die ständig wachsenden Einkommen der anderen Varianten sind hier abgeschafft. Der Wechsel einer Klein- zur Großstadt fehlt hier auch, genauso wie die technische Fortentwicklung der Transportkapazitäten. Die Ereigniskarten fallen ebenso weg, wie die Hauptrouten, die bei erstmaligem Anschluß Zusatzpunkte brachten. Wer ein großes Netzwerk hat, kann weit liefern, entsprechend steigt das Einkommen, das ist geblieben. Andere Netze dürfen mitbenutzt werden. In der Aktienphase können Papier gekauft werden, Gerhard streute sein Vermögen, Christian, Lucas und ich bauten unsere Gesellschaften aus. Lucas und ich führten jeweils zwei Gesellschaften, meine beiden hatten ihr Netz fein aufeinander abgestimmt, Lucas agierte in verschiedenen Ecken der Karte. Da ich anfangs übermäßig baute und viel Schulden aufhäufte, waren meine Aktienwerte im Keller und für die anderen nicht so attraktiv, als es in der letzten Runde üppige Auzahlungen gab, war es für alle anderen zu spät… Das neue System gefiel allen sehr gut, auch wenn es anfangs einige Unklarheiten gab. Es ist sogar so gedacht, dass es mit den anderen Karten des Railways – Systems ebenfalls gespielt werden kann, Klasse Idee! Das Material ist in bekannter schöner Qualität!
Andreas, Carl, Manfred und René knödelten zuerst ein “Hansa Teutonica” und danach ein “Krawall vorm Stall”, eine Neuheit von Ravensburger. Ein plastischer 3D Hühnerhaufen ist die Augenweide des Spiels! Auf diesem rennen die Hühner hinauf, wer seine beiden auf dem höchstenPunkt zuerst hinauf bugsiert hat, gewinnt. Die Hühner werden über ausgespielte Karten bewegt, fremdfarbige verdrängt. Genauso wie die Kücken, die ich aus einem Feld werfe, sobald drei von meinen in eines der zehn Felder am Rande des Haufens hinein gewürfelt wurden. Zweck der Küken ist die Beschaffung neuer Karten. Ein ausgewiesenes Würfel- und Stänkerspiel! Die Meinungen waren geteilt, in meiner Runde spielten wir es im Anschluß ebenfalls. Die gefühlte Spielzeit erschien einigen länger, Andreas, der es auch schon in kleiner Runde ausprobierte, war begeistert!
Im Küchkabinett versuchten sich Fabian, Matthias und Nikolej an einem “Le Havré”. Da bei allen die letzte Partie etwas länger her war, schleppte sich der Einstieg hin.