19. Januar 2012
René wollte auf Biegen und Brechen ein “Eclipse” spielen. Mit einer Handvoll Neulingen am kleineren Tisch zeigte sich schnell, dass dieses Vorhaben sich weder zeitlich noch vom Platz her umsetzen ließe und so fiel die Wahl auf einen ganz alten Titel: “Löwenherz”, 1997 erschienen, der letzte große Wurf vom Altmeister Teuber. Auf einer modularen Landschaft baut jeder Spieler Burgen und kann Ritter platzieren.Gelingt es mir, ein Gelände zu umzäunen mit einer meiner Burgen darin, dann kassiere ich Punkte dafür, Städte und Minen geben Boni, sollten sie ebenfalls in meinen Grenzen liegen. Die Mauern können im Spielverlauf verschoben werden, entweder in neutrales Gebiet, welches noch niemanden gehört, oder ich nehme einem anderen Spieler von seinen Ländereien Teile davon weg. Für die Aktionsmöglichkeiten wird eine Karte aufgedeckt, auf der verschiedene gezeigt sind. Jeder entscheidet sich geheim für eine dieser. Wollen mehrere das gleiche, müssen sie mit verdeckten Geldkarten bieten. Dieser Pokermoment und die Beweglichkeit der Grenzen machten seinerzeit einen fesselnden Reiz aus, so ich mich düster an meine letzte Partie erinnere… Deniz, der die aktuelle Partie gewann, wurde im Verlauf des Spiels nicht müde, zu betonen, dass es ihm überhaupt nicht gefiel… Fabian, der es ebenfalls vorher nicht kannte, mochte es wohl und die beiden alten Hasen Gerhard und René sowieso.
Im Anschluß sollte es noch ein “Carson City” sein, René hatte die Regeln noch auf dem Kasten, wo die letzte Runde doch schon einige Zeit zurück liegt, alle Achtung! Es wusste wieder zu begeistern und bleibt ein Klasse Spiel!
Mit mir spielten Andreas, Lucas, Manfred und Ralf ein “Der letzte Wille” von CGE. Dieses Spiel hat ein ungewöhnliches Thema: Der verblichene Erbonkel hinterlässt für jeden etwas Geld und wer dieses Geld als erster verprasst hat, derjenige erbt den ganzen restlichen Batzen und gewinnt. Die Wege der Geldverringerung sind vielfältig: Ich kann in die Oper gehen, nehme ich Gäste mit, benötige den Schneider oder reite mit Pferd vor, kostet es zusätzliches Geld. Genauso ist ein Festessen oder eine Bootsfahrt teurer zu gestalten. Es können auch Gutshöfe oder Villen erworben werden. Deren steter Verfall mindert ihren Verkaufwert. Eine Heerschar an Dienstpersonal steht zur Verfügung: viele kosten zusätzliches Geld, wie der schon erwähnte Schneider, oder der Gärtner, oder der Kutscher usw. Durch andere spare ich Zeit. Die meisten der Ausgabevorhaben kosten neben dem Geld auch Aktionen, von denen immer nur wenige zur Verfügung stehen. Ihre Anzahl ist variabel, bin ich in der Zugreihenfolge später dran, habe ich mehr, die lukrativen offenen Karten oder anderen Möglichkeiten sind dann aber schon weg… Leider ist das die einzige Schnittmenge mit den anderen Spielern, ansonsten optimiert jeder so vor sich hin. Ein witziges Thema und vielschichtige Kombinationsmöglichkeiten stehen auf der einen Seite, die leider geringe Interaktion zwischen den Spielern auf der anderen.
Danach sollte es noch ein “Colossal Arena” sein. Dieses alte Zockerspiel ist ebenfalls aus dem Jahre 1997. Verschiedene Fantasiewesen und Monster treten in einer Arena gegeneinander an. Jeder spielt Karten, um seine Lieblinge im Spiel zu halten und wettet auf ihren Verbleib. Je früher ich das mache, umso mehr ist diese Wette am Spielende wert. Colossal Arena ist sehr kurzweilig und so spielten wir zwei Partien.
Tags: Carson City,, Colossal Arena,, Der letzte Wille, Eclipse, Löwenherz | Kategorie Dienstagsrunde
kommentieren »
18. November 2010
Dirk, Ralf und René spielten das frisch im Laden eingetrudelte “Tikal II” und danach einen alten Klassiker, “Löwenherz” aus dem Hause Goldsieber.
Im Küchenkabinett brüteten Manfred, Nicolej und Gerhard über einem “First Train to Nürnberg” von Argentum bis ich sie zu einem “Isla Dorada” überredete, am großen Tisch zu sechst mit Lucas und Andreas. Auf der Insel bewegt sich die Gruppenfigur von Dorf zu Dorf. Dort frisch eingetroffen, kann jeder, der Schatzkarten dieses Ortes auf der Hand hält, diese jetzt ausspielen und kassiert dafür Punkte. Die Bewegung wird über einen Versteigerungsmechanismus gesteuert, jeder bietet mit Beförderungskarten auf einen bestimmten Weg, welcher nur eine Art ermöglicht, auf den Wüstenwegen ziehen nur Kamele, im Gebirge nur Yaks usw. Ein leichter Flair von “Elfenland” aus dem Jahre 1998 ist nicht zu leugnen. Oft will jeder in eine ganz andere Richtung, oft passiert es auch, dass einer hoch bietet und so manch anderer auch in denselben Ort will und somit seine Karten schont. Was aber nichts heißen muss, es tauchen genug Ereigniskarten auf, die es erlauben, Karten der anderen Spieler zu klauen oder zu entsorgen. Am Rundenende erhält jeder Gelegenheit, Karten nachzuziehen. Dabei gibt es allerlei Stänkermöglichkeiten. In buntem Comicstil gehalten, ist Isla Dorada ein unterhaltsames lockeres Spiel mit üblem Glücksanteil. Wir hatten alle unseren Spass, einzig, es dauerte zu sechst gefühlt viel zu lange, 2,5 Stunden saßen wir an dieser Partie…
Vorher spielten Andreas, Lucas und ich ein “Luna” von Hall Games. Auf der großen Hauptinsel befindet sich ein Tempel. In diesem ist Platz für diverse Wertungskärtchen. An diese komme ich nur heran, wenn ich auf der zum Symbol gehörigen kleinen Insel mindestens zwei eigene Figuren zu stehen habe und eine von den Klippen springen lasse und die andere auf das Kärtchen stelle. Fast sämtliche Aktionen im Spiel zwingen mich meine Novizen von den Klippen zu stürzen, aber es ist kein verkapptes Lemmingspiel, am Rundenende krabbeln sie wieder ans Ufer um sich erneut in die Fluten zu werfen. Auf diesem Wege baue ich punkteträchtige kleine Tempel, vermehre mich, ergattere besondere Marker, die mir erlauben, besondere Zusatzaktionen zu machen. Andreas und Lucas gefiel es gut, erfrischend anders, mal kein Bau-Optimierungsspiel. Die Mechanismen sind gut verzahnt, das Spiel funktioniert und läuft rund. Mir erschien es zu arm an Spannung, gern will ich meinen Eindruck in einer weiteren Partie überprüfen, aber ich bin mit den Spielen von Stefan Feld, mit Ausnahme von “Die Speicherstadt” nie richtig warm geworden…
Tags: Die Speicherstadt,, First Train to Nürnberg,, Isla Dorada, Löwenherz, Luna, Tikal II, | Kategorie Dienstagsrunde
kommentieren »
29. Oktober 2009
Vlaada Chvátil ist für mich der neue Star am Himmel der innovativen Spiel-idee-finder! “Galaxy Trucker”, “Space Alert” und ”Im Wandel der Zeiten” sind moderne Meilensteine an Originalität im Sinne des neuartigen. Er erinnert mich sehr an den jungen Klaus Teuber, als der mit “Adel verpflichtet”, “Barbarossa”, “Entdecker” und “Löwenherz” erfrischende Innovationen auf den Spielemarkt brachte, doch leider seit dem letztgenannten nichts nennenswertes mehr… So sind meine Erwartungen an die Neuheit “Dungeon Lords” von Czech Games Edition im Vertrieb bei Heidelberger sehr, sehr hoch gesteckt, zugegeben. Dieses neue Spiel auf der Messe in Essen vorgestellt, fand seinen Weg auf unseren Tisch. Alles am Material ist eine Augenweide! So viele graphische Details, es macht viel Spaß, sich alles genau anzuschauen, vorausgesetzt, leichte Affinität zum Thema Fantasy ist vorhanden. Die Regel ist nicht ohne, 23 Seiten mit viel Humor geschrieben, wollen ersteinmal bewältigt sein. Jeder Spieler baut sein eigenes Dungeon und muss es zweimal im Spiel gegen anrückende Helden verteidigen. Was gibt es hierfür an Möglichkeiten? Ich kann Kobolde anwerben, je mehr in meinen Diensten stehen, umso mehr Tunnel können von diesen gegraben oder auch Golstücke ausgegraben werden. Die Tunnel lassen sich zu Kammern erweitern, welche weitere Aktionen ermöglichen, oft müssen dafür aber auch noch Kobolde übrig sein. Fallen kaufen, Monster anheuern, Nahrung besorgen und den Ruf des eigenen Dungeons verharmlosen sind die anderen Aktionen. PR? Wozu das denn? Nun, bestimmte Aktionen sorgen dafür, dass im ganzen Land mein Verlies als besonders verrucht und gefährlich angesehen wird. Das wäre nichts, worauf ein Dungeon Lord nicht stolz wäre, es gibt da leider einen kleinen Hacken… Je weiter oben ich auf dem “Bösometer” stehe, desto stärker sind die Helden, die mein Verlies am Rundenende ausweiden wollen… In vier Kampfrunden können im schlechtesten Fall die drei Helden, die mich angreifen, vier Räume zerstören. Welch Desaster! Dafür kaufe ich Fallen und werbe Monster an. Die Kampfabwicklung ist mir eine Umdrehung zu viel, sie ist komplex und bedarf einiges an Wartezeit, bis jeder Spieler einen optimalen Plan entwickelt hat für den Einsatz seiner Fallen und Monster. Dungeon Lords ist ein Aufbau- und Optimierungsspiel und wandert, wie manch andere, auf dem schmalen Grat des “jeder-frickelt-vor-sich-hin”. Ein orginelles Pokersystem beim Erwerb und der Durchführung der Aktionen steuert dagegen: jeder sucht sich verdeckt drei Aktionen aus, dummerweise kann es passieren, dass einer leer ausgeht. Dies erzeugt den Druck, die Aktion früh zu wollen. Wer aber zockt, kann mehr abstauben, aber auch Pech haben. Ein Beispiel: Wer zuerst Nahrung will, bekommt für ein Gold zwei Nahrung. Der nächste verschlechtert seinen Ruf um eins und erhält drei Nahrung, der dritte verschlechtert ihn um zwei und erhält dafür drei Nahrung und ein Gold. Der vierte Spieler bekäme nix. Die Helden sind verschieden und zaubern, heilen sich und entschärfen meine Fallen, lästig, lästig… dafür eine passende Strategie zu entwickeln, wie ich ihnen entgegen trete, ist nicht leicht zu steuern. Am Spielende gibt es einen Haufen Sonderpunkte, wer die meisten Tunnel hat, wer die meisten Helden gefangen (besiegt) hat usw. Darauf kann man natürlich gezielt hinspielen, genauso wie der gezielte Erwerb bestimmter Monster von Vorteil sein kann, aber das ist in der ersten Partie noch nicht zu übersehen gewesen und bietet viel Raum zum Auslooten. An vielen Kleinigkeiten ist eine Anlehnung an das Computerspiel “Dungeonkeeper” zu erkennen, es ist dicht am Thema, sehr liebevoll gestaltet und konnte sehr begeistern. Ein leichter Flair von “Im Wandel der Zeiten” vom selben Autor ist zu spüren. Ich will nicht verhehlen, dass die Meinungen sehr unterschiedlich ausfielen: Ralf fand es in allen Belangen völlig gelungen, Matthias war es zu lang, wir spielten auch satte vier Stunden, und er fand den Kampf zu aufgebläht. Mir war es auch zu lang, aber es war ja auch die erste Partie. Dem ersten Mal “Im Wandel der Zeiten” konnte ich auch wenig abgewinnen, mittlerweile gehört es zu meinen absoluten Lieblingen! In jedem Fall ist der Unterhaltungswert hoch! Das Spiel wurde wohl auf der Messe in Essen komplett ausverkauft und ist erst in ca. vier Wochen wieder lieferbar.
Tags: Adel verpflichtet,, Barbarossa, Dungeon Lords,, Entdecker, Galaxy Trucker,, Im Wandel der Zeiten,, Löwenherz, Space Alert, | Kategorie Dienstagsrunde
kommentieren »