19. November 2009
Auch diesmal sammelten wir uns um zwei Tische: Auf dem einen “Havanna”, unser aller neuer Liebling und danach “Cardcassonne” von “Hans im Glück”. Eine Überraschung dieses Spiel, wir saugen im Vorfeld von Essen natürlich begehrlich alle Infos zu neuen Spielen, die wir bekommen können, entsprechend gibt es Erwartungen ob des neuen “X” von “Y” usw. Cardcassonne nahmen wir bestenfalls am Rande wahr, und eher auch mit Kopf schütteln, warum denn die Olive “Carcassonne” das mittlerweile dreizehnte Mal, wenn ich noch den Überblick habe, gepresst werden muss… Ob die Endlosserien, wie sie aus dem Buchhandel bekannt sind, sich auf den Brettspielbereich übertragen lassen, werden wir weiter mit leichtem Argwohn beobachten. Ich gebe es offen zu, bei mir lösen Carcassonne - Varianten Abwehr aus, umso überrraschter war ich. Im Laden schon zu zweit mit viel Begeisterung probiert, an diesem Abend an beiden Tischen in Dreier- und Viererbesetzung mit viel Spass getestet. Es ist einfach und kurzweilig. Im Laufe des Spiels entstehen vier verschiedenfarbige Kartenreihen. Jede Runde beginnt jeder mit sechs Karten auf der Hand und legt in der ersten eine Karte verdeckt an eine Reihe an, im weiteren Verlauf werden sie offen farblich passend gelegt. Alternativ kann jeder auch seine Carcassonne-Figur an eine Reihe stellen und somit alle bisher dort gespielten Karten einsacken. An dieser Stelle greift ein uraltes und immer wieder spannendes Spielelement, Spatz oder Taube, warte ich noch, bis vielleicht noch jemand Karten anlegt und mache noch fettere Beute oder gehe ich leer aus, weil jemand seine Figur einsetzt und ich mal wieder zu gierig war… Diese Zockerei trieb bunte Blüten, ein Beispiel, Ralf, der sich zufrieden zurücklehnte, da seine Figur an einer grundsoliden grünen Reihe mit sechs Karten stand, musste es aushalten, dass hinter seine Figur sich innerhalb der Runde noch weitere acht Karten sammelten, die ein anderer einstrich… An Kartensorten gibt es deren drei verschiedene, die entweder nur sofort gewertet, welche die gesammelt und bei Aufstockung gewertet werden und solche, die nur am Spielende zählen. Es müsste nicht in der Carcassonne-Welt angesiedelt sein, der Hamburger Fischmarkt könnte auch als Hintergrundthema dienen, sage ich an solchen Stellen. Aber im Kielwasser einer bekannten Marke zu schwimmen, lockt für höhere Verkaufszahlen, schauen wir mal…
“Macao” aus dem “Alea” Verlag lag in meiner Runde vor. Der neue Stefan Feld bei Alea. Das allein besitzt schon einen Aussagewert. Wer “Notre Dame” und “Im Jahr des Drachen” mag, wird sicher seine Freude mit Macao haben. Wer nicht, der… Es ist eine handwerklich sehr solide Arbeit, die Stefan Feld vorlegt, die Mechanismen sind fein abgestimmt und funktionieren. Einzig, dem Spiel fehlt der Moment, der Leidenschaft und Feuer auslöst, es kommt leider nur lauwarm an. In jeder der zwölf Runden suche ich mir eine Karte aus und lege sie in meine Ablage, aus der ich sie später heraus kaufen sollte. Tue ich dies nicht, gibt es ab der sechsten Karte im laufenden Spiel Minuspunkte, am Ende für jede verbliebene. Die Karten müssen mit bunten Holzklötzen bezahlt werden. In der zweiten Phase fallen sechs verschiedenfarbige Würfel, in gleicher Anzahl und Farbe legt jeder Spieler von deren zweien die Holzwürfel an den Rand einer Windrose passend zum Zahlenwert, die in sieben Felder unterteilt ist. Nach der Verteilung bewegt jeder seine Windrose um eine Position weiter und bekommt damit den Zugriff auf die Würfel, die jetzt unter der Pfeilspitze liegen. Dieses System ist gelungen und orginell, wenn ich die satten sechs Holzklötze der gewürfelten roten Sechs will, dann kommen sie an Feld sechs der Windrose und sind leider erst sechs Runden später verfügbar. Kleinere Werte bekomme ich dementsprechend schneller, sind aber in der Anzahl auch kleiner. Damit nicht jeder die Viel-aber-später-Taktik fährt, gibt es Minuspunkte, falls die Windrosenspitze nach der Drehung auf gähnende Leere trifft. Mit den Holzklötzen bezahle ich die Karten, tausche Geld ein, kaufe Waren, die mein Schiff nach Europa bringt. Ein Teil der Karten bringt Siegpunkte, für Geld kaufe ich welche und die angelieferten Waren erbringen ebenfalls welche. Wir spielten zwei Stunden, hatten aber alle das Gefühl, mehr Zeit wäre vergangen…