Spielabend, 09.08.

16. August 2011

Da wagt sich mal wieder eine Kuh auf´s Eis. Aufbauspiele, die sich thematisch der Entwicklung von Zivilisationen annehmen, sind komplex, regel-  und zeitintensiv: “7 Ages”,” Civilisation” in seinen verschiedenen Varianten, “Im Wandel der Zeiten”, um kurz die besten und bekanntesten zu erwähnen. Die Versuche, es in kürzerer Spielzeit von ein bis zwei Stunden interessant zu gestalten, konnten fast alle nicht überzeugen: “Tempus” oder  “Mare Nostrum” hatten nicht die reizvolle Spieltiefe, andere Titel konzentrierten sich sehr auf  risikoähnliche Würfelkampforgien. Nun probiert es Ystari mit dem “Olympos” von Philippe Keyaerts, der durch “Vinci” und “Small World” bekannt ist. Das große Spielbrett zeigt Griechenland und die Küste der Westtürkei, Kreta sowie drei Inseln, die  Atlantis darstellen sollen. Die griechische Mythologie hat in Form von zufälligen Götterkarten einen nicht unerheblichen Einfluss, der vom  griechischen Theater bekannte Kniff des Deus ex machina findet hier eine äquivalente Anwendung. Doch wie geht es? Olympos hat eine sehr überschaubare Struktur. Ich kann expandieren  und bringe hierfür eine neue Horde meines Stammes ins Spiel oder bewege eine schon existierende. Das eroberte Gebiet bringt mir eines der vier Baumaterialien, räume ich eines, verliere ich selbstredend das Material. Ich kann die Gebiete anderer Spieler angreifen, das klappt immer, ist aber unterschiedlich zeitintensiv, je nachdem wie fortschrittlich ich im Militärwesen bin. Bin ich überlegen, dann kostet es eine Zeiteinheit, bin ich unterlegen, deren drei. Auch die Bewegung an sich kostet Zeit, starte ich vom Nordrand der Karte und will im selben Zug bis nach Atlantis runter, verbrauche ich neun Zeiteinheiten, die am Spielfeldrand verzeichnet werden. Es ist immer derjenige Spieler am Zug, welcher augenblicklich den geringsten Zeitverbrauch hat. Ein pfiffiges System, nicht neu, gab es z.B. schon bei “Jenseits von Theben”, aber reizvoll. Werden auf dieser Randleiste bestimmte Felder erreicht, dann springt schon erwähnter Gott aus der Maschine, genauer gesagt, vom Kartenstapel und beschert einen Vor- oder Nachteil. Neben der Expansion gibt es noch die Aktionsmöglichkeit des Fortschritts. Hierfür müssen bestimmte Baumaterialien gesammelt sein und dann kann vom  kleinen Spielbrett ein Fortschritt gegrabscht werden. Diese sind limitiert, nur zwei oder drei gibt es von jedem, also kann nicht jeder alles entwickeln; das wäre  aber auch ohnehin nicht zu schaffen. Diese Fortschritte verändern natürlich Regeln, bei vielen dreht es sich um Varianten von verringertem Zeitverbrauch beim Einsetzen, der Bewegung oder dem Erwerb anderer Fortschritte. Zusätzliche Siegpunkte oder Göttergunst sind andere Möglichkeiten. Den Berg Olymp gibt es auf dem Spielfeld und neben dem Baustoff Marmor verschafft er eine Göttergunst. Diesen nahm ich ins Visier und musste erschüttert das Auftauchen von barbarischen Ralfianern auf diesem heiligen Berg wahrnehmen. Das ging natürlich gar nicht und so schickte ich ein paar meiner Ordner vorbei, damit die richtigen Vereinsfarben von der Bergspitze wehten. Diese Ralfianer sind ein störrisches Völkchen und mussten immer wieder ihre Hufen auf diesen Berg setzen, kurzum die Vereinsflaggen wechselten des öfteren. Ich sah meine Felle schon davon schwimmen, da der listige Gerhard, in dessen Wortschatz der Satz: “Willste Kloppe?” nicht vorkommt und immer an der Wand lang sich lukrative Filetstücke der griechischen Küste sicherte. An Quellen für Siegpunkte gibt es aber verschiedene und so überraschte es mich dann doch, nur ganz knapp hinter Barbarenralf zu liegen und selbst Analyselukas, Optimierungsspezialist schlechthin, noch in die Schranken weisen zu können. Olympos gefiel allen, es ist eine schöne Mischung aus Plan-, Eroberungs- und Glücksspiel und dauerte nicht länger, als die angegebenen 90 Minuten.

Danach spielten wir noch ein “Ruhm für Rom” und probierten neue Möglichkeiten aus.

Am anderen Tisch spielten Andreas, Manfred, Fabian und Nikolej zuerst ein “Ruhm für Rom” und danach ein “Navegador”, welche beide zu begeistern wussten.  Zu guter Letzt zockten die Verbliebenen noch das gute alte “Njet”.

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Spielabend, 22.06.

28. Juni 2010

Wie immer im Sommer, wenn alle Neuheiten endlich durchgespielt sind, ist es die Gelegenheit für Altheiten. Mit mir spielten Lucas, Matthias und Dirk zuerst ein “Sutter´s Mill” von Phalanx Games. Dadurch, dass wir alle recht vorsichtig agierten und frühzeitig in die Abbauphase übergingen, blieb der Spannungsbogen flach und das sonst von mir so geschätzte Zockerelement kam kaum zum tragen. So waren wir am Ende alle etwas ernüchtert und wollen es in der nächsten Partie anders machen, bleibt die Frage, ob sich dann noch jemand an die heutige erinnert…

Danach spielten wir ein “Magister Navis” von Lookout Games. Deutlich spannender und vielschichtiger als das Spiel zuvor,  hatten wir alle unsere Freude, besonders Dirk, der es als einziger nicht kannte und hauchdünn (59, 58 und 57 Siegpunkte hatten die ersten drei Spieler) gewann! Es gibt viel Spielraum mit gänzlich unterschiedlichen Strategien die Spielentwicklung mit zu bestimmen.

Am anderen Tisch kam zuerst ein “Steel Driver” von Treefrog dran. Gerhard kannte es noch nicht und versuchte sich auf  ganz wenige Gesellschaften zu konzentrieren. Damit war das Spiel nicht zu gewinnen, da es sehr stark am Ende darauf ankommt, beim Einsammeln der Güter viele Optionen zu haben. Das konnte er in der ersten Partie nur schlecht absehen. Daran erinnerten sich Manfred und Andreas noch ganz gut. René hatte in jedem  Feuer ein Eisen und wurde damit zweiter. Das Spiel wusste zu begeistern!

Im Anschluss spielten die vier noch ein “Njet” von Goldsieber. Es kam 1997 auf den Markt und ist augenblicklich nur noch in einer Spielesammlung “4 in 1″ von Amigo zu haben. Es handelt sich bei Njet um eine witzige Skat-Doppelkopf Variante. Jeder beeinflusst vor Rundenbeginn die Regeln. Auf einem kleinen Spielbrett deckt jeder abwechselnd ein Feld ab, bis in der entsprechenden Spalte nur noch ein Feld frei  und die Bedingung bestimmt ist. Dabei geht es um die Trumpffarbe, wie viele Karten drückt jeder, gibt es Supertrümpfe, wer ist Startspieler, was zählt ein Stich an Punkten. Wer Stichspiele dieser Art mag, wird gefallen an Njet finden. Das, was als ausgleichend erscheint, jeder kann die für ihn ungünstigen Konstellationen abpuffern, macht das Spiel etwas gleichförmig mit der Zeit.

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