Okko

21. April 2009

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Ich liebe Comic und wenn sie so gezeichnet sind wie im Falle von “Okko”, dann könnte ich wieder mal schwach werden. Aber da zwei Hobbies eindeutig zu kostspielig sind, werde ich mich lieber dem gleichnamigen Spiel zum Comic zuwenden. Da die Regel Ausschnitte aus dem Comic enthält, wird der Einstieg, optisch zumindest, gleich etwas einfacher. auf dem ersten Blick erinnert das Design der Schachtel und des Inhalts ein wenig an DUNGEON TWISTER, welches nun überhaupt nicht zu meinen Lieblingsspielen gehört. Nach dem ersten Studium der Spielanleitung trat auch der leichte Touch eines Table Tops hervor, auch nicht unbedingt eine meiner Lieblingsspielformen. Doch ich bin ja hart im nehmen. Die Spielregeln sind schnell erklärt. Der Spielplan wird aus 4 Plattenmodulen zusammen gesetzt, zur Auswahl stehen 6 doppelseitig bedruckte Module. Für Varianz ist also gesorgt. Jeder führt eine Gruppe von Dämonenjägern oder bösen Kreaturen. Dazu gesellen sich noch neutrale Mitarbeiter und Gegenstände, alles zusammen darf einen Punktwert von 16 nicht übersteigen. Klar ist, je schicker der Charakter oder der Gegenstand, desto teurer sind die Kosten. Es gibt aber auch ein Abenteuer-Buch, in dem schon bestimmte Gruppen zusammen gestellt wurden. Jeder Charakter unterscheidet sich in den Werten Angriff, Verteidigung, Bewegung und Willenskraft und jeder hat noch ihm eigene Fähigkeiten, die grundsätzlich wirken oder durch ein Würfelergebnis ausgelöst werden. Die Würfel sind übrigens kein unerhebliches Element. Zu Beginn seines Zuges würfelt man mit 4 Symbolwürfel.
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Diese kann ich nutzen, um meine Grundwerte zu erhöhen oder eben die Spezialfähigkeiten zu aktivieren. Ich darf einen Würfel pro Charakter parken. Beim Kampf wird der Angriffswert, eventuelle Boni und ein Wurf mit einem normalen W6 gegen den Wert Verteidigung, eventuellen Boni und…, richtig, einem Würfelwurf verrechnet. Das Schöne ist, als Verteidiger haut man zurück. Hat der Verteidiger einen höheren Wert erreicht, gibt es etwas für den Angreifer auf die Mütze. Das Ergebnis eines Kampfes führt meistens zum Rückzug und eventuell zur Schwächung. Im idealen Fall verabschiedet sich der gegnerische Charakter gerade aus dem Spiel. Habe ich Charaktere und Gegenstände im Wert von 12 Punkten geschlagen, ist das Spiel beendet und man darf mich als Sieger huldigen, andernfalls muss ich am Boden langrobben. Bewegung ist das taktische Element am Spiel. Jeder Charakter hat einen bestimmten Bewegungswert, der durch den Untergrund beeinflusst wird. Bewege ich ihn vorwärts kostet es einen Bewegungspunkt, rück- und seitwärts kostet es 2 Bewegungspunkte.
Pro Szenario braucht man rund 30-45 Minuten. Das macht es schon sehr sympatisch. Die Gestaltung ist sehr gut gelungen (die Pappaufsteller und Spielpläne sind sehr stimmungsvoll gezeichnet), dort gefällt vor allem die eindeutige Zuordnung des Untergrunds auf den einzelnen Feldern, so daß ich genau weiß, wieviel Bewegungspunkte ich benötige und ob eine Deckung bei Fernkampf vorliegt.
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Schwierigkeiten gibt es beim Timing von Schwächung und Rückzug. In der Regel wird erst geschwächt und dann kommt der Rückzug, im Beispiel auf der Internetseite ist es umgekehrt. Dies ist extrem wichtig bei Rückzug gegen eine Wand. Nach der Spielregel ist man dabei gleich hinüber, nach dem Beispiel nicht. Grundsätzlich hat es sehr viel Spaß gemacht, wenn auch manchmal das Reaktionstraining etwas übertrieben wird (Ausweichen der Würfel, die der Mitspieler mir an den Kopf werfen möchte, weil er wieder mal einen Wurf verreißt), schön wäre es noch, wenn man das Spiel zum Preis des Comic (ca. 20€) bekommen könnte.
Es gibt allerdings noch die Möglichkeit, alles etwas edler zu gestalten, mit richtigen Figuren.
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OKKO von Laurent Pouchain, 2 Spieler, Hazgaard Editions

Nachtrag: Die Firma Asmodee hat sich auf meine indirekte Anfrage zur Regel Rückzug und Schwächung sofort gemeldet. Hier die Antwort:
Korrekt ist die Regel, dass ein Charakter geschwächt wird und sich dann zurückzieht. Im ungünstigen Fall wird er also geschwächt und kann sich nur auf schwieriges Gelände oder in die Hände eines Gegners bewegt und wird so direkt besiegt. Ich stelle mir das so vor, dass der Charakter stolpert und dann vom Gegner niedergestreckt wird. Die Fähigkeit von Meister Kanatta, dann auch noch bestimmen zu dürfen, wohin sich der Gegner zurückziehen muss, ist dann tödlich. Also immer den Rücken frei halten!
Herzlichen Dank an Herr Heinecke für seine schnelle Reaktion!

Tags: | Kategorie Peters Spielecke
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