Spielabend, 08.06.
Ein ausgesprochenes Schwergewicht lag diesen Abend auf dem Tisch, “Rise of Empires” von Phalanx Games. Durch drei Epochen hindurch will jeder mit seinem Volk viele Siegpunkte sammeln. An vier Stellschrauben kann gedreht werden: Geld, Nahrung, Waren und Bevölkerung. Alles ist ganz fein abgestimmt miteinander verzahnt und als Neuling in einer Partie natürlich völlig unüberschaubar. Gerhard und Carl kannten es nicht, Lucas und ich spielten es vor einigen Wochen letztmalig. Die zu erwerbenden Kärtchen dienen der Mehrung der genannten Faktoren. Manche sind billig, andere bringen nicht viel, die teuren bedürfen bestimmte Kombinationen von Geld, Waren und Nahrung; die, die viel bringen haben ständige Nebenkosten. Wieder andere bauen auf den Erwerb anderer auf. Sehr durchdacht, was uns der Autor Martin Wallace präsentiert. Mit der Bevölkerung können punkteträchtige Gebiete erobert werden, Waren sind gegen Geld oder Punkte tauschbar, eine Mischung von allem gegen große Bauvorhaben, die natürlich auch wieder Punkte erbringen. Innovativ ist die Abwicklung der Spieleraktionen: Jede Epoche ist in zwei Phasen unterteilt, jeder hat abwechselnd sechs Aktionen pro Phase und legt dafür Marker auf den Spielplan. Die zweite Phase ist das Spiegelbild der ersten, jeder Spieler muss genau die gleichen Aktionen in gleicher Reihenfolge nochmals machen und das schafft reizvolle Entscheidungszwänge. Vier Stunden dauerte unsere Partie, das ist sicher lang, aber da wir ohnehin komplexe Aufbauspiele mögen, ist das für uns grundsätzlich kein Abwertungskriterium. Es ist theoretisch nachrechenbar, wer vorne liegt, aber mühsam, und so ließen wir es. Somit war es offen und sorgte für zusätzliche Spannung. Trotz hoher Einstiegshürden gefiel es allen!
Andreas, Manfred und Vera spielten anfangs “Taluva” von Hans im Glück, ein Legespiel aus dem Jahre 2006. Die Regeln sind sehr einfach, jeder legt ein Inselteil und dann einen Spielstein. Es gibt drei Sorten an Spielsteinen, deren Platzierungen an bestimmte Bedingungen geknüpft sind. Wer zwei der drei Sorten untergebracht hat, gewinnt. Sehr kurzweilig, eine Partie dauerte nicht länger als zwanzig Minuten. Das Spielmaterial ist wunderschön, die Häuschen liebevoll gestaltet, die Landschaftskärtchen aus dickem Karton und nach der Vulkanregel übereinander gestapelt entsteht eine Augenweide von einer Insel!
“Attila”, ebenfalls von Hans im Glück, wurde danach gespielt. Dieser Titel ist sogar noch älter, erschien im Jahr 2000. Thematischer Hintergrund ist die Völkerwanderung. Wer am Zug ist, spielt eine Karte und bringt anfangs nur am Rand, später nach und nach auch in angrenzende Regionen Europas, eine farblich passende Figur ins Spiel. Danach noch eine zweite oder Einfluss wird gesichert, der ist für die späteren Wertungen wichtig. Mit der fünften Figur in einer Region ist selbige proppevoll und es kommt zur Keilerei, die Figuren einer Farbe, von der die wenigsten vertreten sind, fliegt raus. Später darf dort niemand mehr rein. Nach einer bestimmten Anzahl von Konflikten kommt es zur Zwischenwertung. Eine nette Knödelei, Mehrheitenspiele gibt es mittlerweile allerdings zu Hauf, aus diesen ragt es nicht übermäßig raus, auch wenn ich es in meiner Sammlung nicht missen will.
Zu guter Letzt kam noch ein “Im Wandel der Zeiten - Würfelspiel” auf die Platte. Diese anspruchsvolle Kniffelvariante kann auch immer wieder begeistern!