Spielabend, 05.04.

7. April 2011

Wer kennt es noch, das alte “Airlines” von Abacus Spiele? 1990 kam es auf den Markt, seinerzeit ein gutes Wirtschaftsspiel. Es war nicht leicht rüberzubringen, was den besonderen Reiz ausmachte, die etwas spröde Grafik half dabei auch nicht sonderlich. 1999 als “Union Pacific” bei Amigo neu aufgelegt, jetzt mit Eisenbahnthema. An der Übersichtlichkeit wurde deutlich gefeilt und das Material war gefälliger und hübscher. In der neuesten Version zum alten Fluglinienthema zurückgekehrt als “Airlines Europe” wieder von Abacus. Die Aktien und Flugzeuge sind schön anzuschauen, der Spielplan wirkt etwas düster, wenn er sich mit den Flugzeugen füllt, gewinnt er an Farbe und erfüllt seinen Zweck, die Übersicht nicht zu stören. Die Aktionsmöglichkeiten sind rasch überschaubar: Ich gebe Geld aus, um mit einem oder zwei platzierten Flugzeugen das Streckennetz der gewählten Farbe zu erweitern. Die Verbindungen auf der Europakarte zwischen den Städten sind vorgegeben, die Kosten der Strecken auch. Ein bis drei Linien können auf denselben Strecken unterwegs sein, je nach Verbindung. Die Kosten wirken sich direkt auf den Aktienkurs der Linie aus, der Kursmarker wandert um den Wert nach oben und wird immer nach einigen Feldern zu einer Kurserhöhung der Papiere führen. Zur Belohnung darf ich eine Aktie vom offenen Pool oder dem verdeckten Stapel auf die Hand nehmen. Die paar Kröten vom Anfang werden schnell ausgegeben sein, als Aktion kann ich schlicht in die Kasse der Bank greifen und mir acht Taler nehmen, mehr mache ich dann auch nicht, es kostet einen wertvollen Zug. Eine andere Möglichkeit an Geld zu kommen, ist das Auslegen von Aktien, entweder zwei verschiedene oder beliebig viele gleiche. Je zwei Taler pro Aktie erhalte ich. Irgendwann tauchen im Stapel der Aktien Wertungskarten auf. Dann gibt es für jede Linie Siegpunkte, abhängig vom Ausbau des Streckennetzes. Der Mehrheitsaktionär erhält die meisten, alle folgenden Platzierungen grob gesagt die Hälfte des jeweils vorangegangenen. Hier liegt der Hase im Pfeffer, die ewige Frage, baue ich meine Herzenslinie weiter aus oder lege lieber Aktien auf den Tisch, die nächste Wertung kommt bestimmt gleich. Sich miteinzuklinken oder gar eine von fremder Hand aufgebaute Linie einfach zu übernehmen, darin liegt ein gewichtiger Reiz des Spiels.  Die imaginäre Überlinie gibt es auch wieder, nur ist die Auslage ihrer Aktien schwerer, als noch bei Union Pacific. Ich werfe ein oder drei beliebige Aktien weg, um ein oder zwei dieser Papiere auf die Hand zu erhalten und kann sie erst in den Folgerunden ausspielen, es kostet einfach mehr Zeit. Wir amüsierten uns ganz vorzüglich! Das Herzstück des Spielsystems ist erhalten geblieben, ein wahrer “Nägelknabberer”, sehr spannend! Zu fünft spielten wir 90 Minuten.

Danach kam noch ein “Magister Navis” von Lookout nach längerer Zeit wieder auf den Tisch. Schon deutlich vielschichtiger als Airlines Europe und sicher auch etwas anspruchsvoller, liegt die Kehrseite bei der veringerten Übersicht: was meine Mitspieler genau machen können, von den Aktionsmöglichkeiten ihrer Gebäude her, ist nicht leicht einzusehen. Schönes Material und ein gelungener Spannungsbogen machen es immer noch zu einem guten Spiel, Andreas und Matthias lagen beide punktgleich an der Spitze, im ganzen schwankte derPunkteunterschied insgesamt bei nicht mehr als zehn Punkten zum letztplatzierten. Auch hier spielten wir nicht mehr als 90 Minuten zu fünft.

Zum Abschluß knödelten Andreas, Manfred und ich noch ein “Mamma Mia”, ebenfalls von Abacus. Ein kurzweiliges Zocker-Kartenspiel zum Thema Pizza backen. Auch hier gewann Andreas wiederholt, das dritte Spiel hintereinander, und fragte nach einem Spätschalter der Lottoannahme in der Umgebung…

Am anderen Tisch saßen Ralf, Dirk und Nikolaj bei einem “Porto Carthago”. Die Meinungen waren durchwachsen: Der Glücksanteil wäre höher, als es anfangs wirkte, etwas zu statisch und nichts neues, Workerplacment mit hübscher Grafik und von der Spielbarkeit wohl ganz ok.

In der Küche spielten Gerhard und René ein “Memoir ´44″. Kampfwürfeln mit leichtem Anspruch. Ein reines Zweierspiel. Es stehen sich je nach Szenario Einheiten gegenüber mit unterschiedlichen Geländefeldern und verschiedenen Zielen. Jeder hat Karten und kann für einen der drei Bereiche eine Einheit zur Bewegung und/oder zum Kampf aktivieren. Hierfür wird dann gewürfelt. Eine bestimmte Menge geschlagener Gegner sind zum Gewinnen nötig. Der Autor Richard Borg hat durch die leichten Regeln und der schnellen Spielbarkeit eines Szenarios, meist dauert es zwischen 40 und 60 Minuten, ein sehr beliebtes System geschaffen. Bei verschiedenen Verlagen ist es in der Welt der antiken Schlachten, im Fantasybereich oder wie bei Memoir ´44 von Days of Wonder im Zweiten Weltkrieg angesiedelt. Es ist schon anspruchsvoller als ein “Risiko”, aber von den reinen Cosims doch weit entfernt. Die beiden spielten drei Szenarien und fühlten sich gut unterhalten.

Daanach konnten sie Ralf noch zu einem Airlines Europe überreden, zu dritt ist es in 50 Minuten spielbar.

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Spielabend, 30.03.

1. April 2010

“Planet Steam” von “LudoArt” lag auf dem großen Tisch, das Material benötigt viel Platz. Lucas, Manfred, Gerhard und Jörg versuchten sich an diesem üppigen Wirtschaftsspiel, dass im SF-Bereich angesiedelt ist. Planet Steam ist keine Neuheit, es erschien zu Essen 2008 und kam bei allen gut an. Komplex und zeitaufwendig ist es, danach wurde nix anderes mehr gespielt.

Andreas, Christian, René und Christine spielten eine Neuheit von Pegasus: “Revolution”. In leichter Anlehnung an das alte Stein-Schere-Papier setzt jeder hinter seinem Sichtschirm auf Personen, um damit wieder an neue Bietsteine zu kommen, Siegpunkte direkt zu sammeln oder eigene Spielfiguren in die Gebäude des Spielplans zu setzen, die bei Spielende gewertet werden. Was das Spiel mit einer Revolution zu tun hat, ist mir ein Rätsel… Zwölf Personen hat jeder Spieler zur Auswahl, auf die er verdeckt bieten kann. Die Bietsteine haben drei Wertigkeitsstufen und nicht auf jede Person kann jede Art geboten werden. Bei Gleichstand gehen alle leer aus.  Die Boni der Personen sind verschieden.  Die Gebäude bieten unterschiedlich viel Platz und geben demjenigen einen satten Schwung Extrapunkte, welcher am Ende, wenn alle Gebäude belegt sind, die Mehrheit an eigenen Figuren besitzt. Zum Spielende hin werden die Personen des Spions und der Apothekerin wichtig, da sie das Versetzen und Rauswerfen von Figuren der Mitspieler erlauben. Die einzelnen Elemente sind nicht wirklich neu, aber Bluffen und verdecktes Bieten haben ihren zeitlosen Reiz. Ein kurzweiliges Stänker-Spiel mit hohem Unterhaltungswert, welches allen gut gefiel.

“Small World” von “Days of Wonder” war der nächste Kandidat und auch ratz-fatz durchgespielt, da es sich ebenfalls durch Kurzweiligkeit auszeichnet.

Zu guter Letzt kam “San Juan” von “Alea” noch in die Runde, mit den neuen Karten aus der “Alea-Schatzkiste” gespickt, wurden eifrig neue Kombinationen probiert.

In selbiger Zeit schafften Vera, Carl, Ralf, Matthias und ich nur ein “A Brief History of the world” von “Ragnar Brothers”. Auch dieses Spiel ist keine Neuheit, hat aber seine Freunde und wusste uns zu begeistern. In dem Klassiker “Risiko” ähnlicher Manier werden per Würfelwurf Länder erobert und am Ende des Spielerzugs sofort Punkte vergeben. Leider lässt die Neuauflage noch auf sich warten…

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