Spielabend, 14.04.09

16. April 2009

Am Ostermontag lag “The Republic of Rome” von “Avalon Hill” auf dem Tisch. Zu sechst  stritten wir um die Geschicke des antiken Roms und nach sieben Stunden nicht mehr ganz zeitgemäßer Würfelorgie und ständiger Regelsuche sorgte der amtierende Romkonsul mit seiner Rede zur Lage der Nation und dem damit verbundenem Würfelwurf (Ergebnis: eine 4 mit drei sechsseitigen Würfeln…) für einen Volksaufstand nach Tabelle und somit für unser aller Untergang… Es bleibt zu hoffen, dass die geplante Neuauflage auch eine Regelüberarbeitung erfährt!

Von den römischen Würdenträgern kamen dann zu gestrigem Treffen nur noch die “Obervestalin” Christine, ansonsten waren Ralf, Lucas, Matthias und René dabei. Somit waren wir zu sechst und spielten an zwei Tischen, in meiner Runde lag nochmals “Small World” auf der Platte, nebenan sorgte “Galaxie Trucker” für viel Spaß. “Small World” wusste auch wieder zu überzeugen, Ralf kannte es noch nicht. Die Mischung an Völkern mit ihren zusätzlichen Fähigkeiten bietet viel Varianz. Mit zehn Runden bei drei Spielern ist auch ein guter Zeitrahmen vorgegeben.
Die andere Runde konnte bei “Finca” von “Hans im Glück” die Euphorie des Kollegen Peter nicht nachvollziehen und empfand das Spiel als ganz ok, aber nicht als Überflieger. Ein schönes Beispiel dafür, dass ein Spiel immer auch Grenzen hat und als Medium Spielrundenabhängig  ist. Weitere Tests dieses Favoriten werden folgen.
In meiner Runde hoben wir “Dice Town” von “Matagot” auf´s Schild und hatten einen mords Spass! Thematisch im Wilden Westen angesiedelt, handelt es sich um ein Würfelspiel, wie der Titel unschwer erkennen lässt, mit schönem Pokerflair. Jeder Spieler hat fünf Würfel, die die Symbole von Spielkarten tragen, 9, 10, Bube, Dame, König und Ass. Nach einem Wurf entscheidet jeder, unter den Becher lugend, welche Würfel für alle sichtbar stehen bleiben und welche nochmals in den Becher wandern. Lasse ich mehr als einen Würfel stehen, kostet das pro Würfel einen Dollar; also ein Superwurf von fünf Buben kostet mich 4 Dollar, das haushalten mit den Geldreserven ist ein wichtiges Element, stehe ich blank dar bei selbigen Wurf, muss ich zähneknirschend vier Buben wieder in den Becher werfen… Sobald einer alle Würfel draußen hat, dürfen die anderen nur noch einmal mit ihren verbliebenen würfeln, die dann kostenfrei stehen bleiben. Für jedes Symbol ist in unserer kleinen Westernstadt etwas zu holen: Immer derjenige räumt ab, der die meisten entsprechenden Symbole würfelte. Die Neunen bringen Goldnuggets, jedes ist bei Spielende einen Siegpunkt wert. Mit den Zehnen überfalle ich die Bank und komme so wieder an nötiges Kleingeld. Die Bubenmehrheit erlaubt einen Besuch im Store, pro Bube erhalte ich eine Karte, darf aber nur eine behalten. Dies sind Ereigniskarten, die später von Nutzen sind, aber auch Siegpunkte erbringen können. Mit einer Damenmehrheit erlaubt der Salon den Kartendiebstahl bei einem anderen Spieler, eine immer wieder gerne gewählte Möglichkeit! Wer die meisten Könige vorweist, wird neuer Sheriff und entscheidet bei Gleichständen. Die Asse sind das schwächste Symbol, da sie nur in der Kombination mit einem guten Poker(würfel)blatt wirken, soll heißen, wer unabhängig von Mehrheiten der einzelnen Symbole letztendlich den besten Wurf nach bekannter Pokerwertung (fünf gleiche sind besser als vier gleiche sind besser als Full House usw.) hat, erhält Siegpunktkarten; wenn hierbei die Asse Teil des Blattes sind, gibt es mehr Karten. Wer gar nichts erhält, darf bei Doc Badluck ein Almosen einsammeln. Sind die Goldnuggets alle verteilt oder die Siegpunktkarten, ist das Spiel zu Ende; die Summe aus allem plus einen Punkt pro zwei Dollar sowie deren fünfe für den letzten Sheriff ergibt den Sieger. Schnell begann ein munteres Hauen und Stechen, hochwertige Karten wechseln ständig den Besitzer. Unsere Partie zu dritt dauerte auch keine vierzig Minuten und kam bei allen sehr gut an! Matthias aus der anderen Runde verabschiedete sich, aber Christine und René ließen sich zu einer Runde “Dice Town” überreden und so spielten wir es gleich nochmal, dann zu fünft. Auch diesmal hatten alle viel Spaß, der eigene Einfluss nimmt allerdings rapide ab und die Wirksamkeit von Doc Badluck enorm zu: für eine gewürfelte Zehn gibt es zwei Dollar von jedem anderen Mitspieler, das ist meistens mehr gewesen, als der eigentliche Banküberfall einbrachte. Auch lassen sich auf diesem Wege Nuggets der anderen absaugen. Im Spiel zu dritt ist fast nie einer beim Doctor, irgendetwas fällt schon ab, zu fünft schiebt der Sheriff bei Gleichständen auch mal gerne etwas rüber, nur damit derjenige nicht leer ausgeht und womöglich beim Doc mehr Schaden anrichtet. Kurzweilig bleibt das Spiel, schöner Vertreter der Kategorie “Bier und Brezel Spiel”, Spaß hatten alle, das Spiel fällt etwas ab zu fünft im Gegensatz zu dritt. Danach ritten alle vergnügt nach Hause…

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