Spielabend, 07.06.

9. Juni 2011

Vom viel geliebten Spiel “Small World” ist eine neue Erweiterung erschienen mit dem Namen “Underground”. In Größe und Ausstattung steht es dem Grundspiel in nichts nach und ist selbstständig spielbar. Es soll mit dem Grundspiel und allen Erweiterungen kombinierbar sein, wurde aber erstmal so wie es ist von Andreas, Gerhard, Manfred und Ralf ausprobiert. Der Mechanismus ist geblieben, es sind einige Feinheiten dazu gekommen: wer über den Fluss zieht, muss ihn am Zugende wieder verlassen, einige Felder sind grundsätzlich nicht zu betreten und andere geben ein zufälliges Sonderplättchen bei der Eroberung, welches an diesen Ort gebunden ist und für den augenblicklichen Besitzer eine zusätzliche Fähigkeit bietet. Die neuen Völker haben es wohl in sich und führten zu einigen Diskussionen am Spielende ob ihrer heftigen Möglichkeiten. In wieweit sich diese trugen, musste natürlich probiert werden, da nimmt es sich nichts zum alten Spiel, wenn eine Kombination schwach ist, zeigt sich das erst im Spielverlauf, ist eine stark, ruft sie zügig die Gegenangriffe der anderen Spieler auf den Plan. Der Völkerwechsel wurde seltener genutzt, da die Stärken hoch eingeschätzt wurden und trotzdem gab es bei Spielende noch einige uneroberte Felder, eine interessante Entwicklung. Quietschbunt und vom Spielgefühl wohl typisch “Small World”, etwas anspruchsvoller und von daher weniger für Einsteiger geeignet, wird es sicher noch häufiger gespielt werden!

Gerhard ging etwas früher und so spielten die drei verbliebenen noch das gute alte “Trans America” von “Wining Moves”.

” De Vulgari Eloquentia” lag in meiner Runde auf dem Tisch. Ein Spiel mit dem Thema der Entwicklung und Verbreitung einer allgemeinen Volkssprache abseits vom Lateinischen im Italien des Mittelalters. Nach diesem Satz gab es rasche Blicke auf den Nachbartisch, ob dort wohl noch Plätze frei wären… Damit sah es schlecht aus, so wurde während der Regelerklärung die eine oder andere Alternative vorgeschlagen… Erst ein entschiedenes “es wird gespielt was die Kelle gibt”, lies die Kritiker verstummen… Nach der Peitsche musste natürlich auch Zuckerbrot her und so vewies ich darauf, dass der Verlag Lookout für hohe Spielqualität steht und der Mut zu solch einem Spielthema doch belohnt werden muss, bisherige Bewertungen anderswo hoch ausfielen. Um es vorweg zu nehmen, keiner bereute es, auch wenn Vulgari als komplex eingestuft werden muss und die Aktionsmöglichkeiten als überwältigend und in ihrer Tragweite schwer einschätzbar gelten müssen. Die Karte Italiens ist in eine Vielzahl von Gebieten und in fünf Sprachzonen eingeteilt. In einigen der Gebiete liegen Städte, die einen Zuwachs an Wissen und Geld ermöglichen. Jede Runde gibt eine Stadt einen zusätzlichen Bonus für den ersten, welcher diesen einfordert. Das Wissen benötige ich, um in bestimmte Sprachzonen Manuskripte lesen zu können, die zufällig gezogen auszuliegen. Je hochwertiger und siegpunkteträchtiger eines ist, umso mehr Wissenpunkte muss ich angesammelt haben und Aktionen dafür aufwenden. Das Reisen in die Sprachzonen und Städte verbraucht natürlich Aktionen und Geld. Etliche Aktionen kann ich auch unabhängig vom Aufenthaltsort ausführen, die Bemühung um die Aufnahme an der Universität von Bologna etwa oder die Mitarbeit in der päpstlichen Bibliothek, sowie das Werben um die Gunst von Adligen, Politikern, Äbtissinnen und Sekretären als Beispiel. Diese verschaffen weiteres Wissen, Geld oder sind als Fürsprecher unabdingbar, wenn es um die Entzifferung von Franz von Assisi´s Sonnengesang geht oder auf der Karriereleiter weiter gehen soll. Alle starten als Kaufleute, können aber im Laufe des Spiels in den geistlichen Stand wechseln. Vom Mönch ist der Aufstieg zum Kardinal möglich, am Ende kann einer sogar zum neuen Papst werden. Die großen Geldgeschäfte sind den Geistlichen nicht gestattet, dafür erhalten sie vom reichsten Kaufmann jede Runde ein Almosen.

An anspruchsvollen Strategiespielen gibt es sicher eine hohe Bandbreite auf dem Markt,” De Vulgari Eloquentia” zeichnet sich durch eine Vielzahl feiner Verzahnungen aus: Wer viel Wissen sammelt, zieht erst später und somit sind häufiger die Personen schon weg, durch Aktionsverzicht kann das wieder ausgeglichen werden; der reiche Kaufmann reist problemlos über weite Strecken, muss aber regelmäßig dem Klerus unter die Arme greifen usw. Sammel ich die Personen für den unmittelbaren Vorteil oder hebe ich sie bis zum Spielende  für einen letzten Karrieresprung auf? Eine Menge an Entscheidungsmöglichkeiten und Wettläufen machen das Spiel sehr spannend. Es funktioniert sehr gut und gefiel uns allen. Die Grafik und Ausstattung ist schön und stimmungsvoll, läuft aber Gefahr sich in Unübersichtlichkeit zu verlaufen, da die detailverliebten Symbole oft nur schwer zu unterscheiden und bestimmte Farben im Kunstlicht kaum auseinander zuhalten sind.

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Spielabend, 14.07.

16. Juli 2009

Zwei Runden fanden sich um 19.43  zusammen, die einen spielten “Comuni” im Vertrieb bei Huch & Friends; einige Regelunklarheiten und die Einsicht, eine Partie ist zum Erkennen des Systems mindestens nötig, ließen die Stimmung vom Nachbartisch her eher durchwachsen erscheinen, einer Zweitpartie wolle man sich aber nicht verschließen. Danach lag “Trans America” von Winning Moves als leichte, bekannte Kost zum Ausgleich und als Absacker auf der Platte.

In meiner Runde war neben René, Matthias und mir noch ein in letzter Zeit selten gewordener Gast dabei, der Eisenbahnspiel-Liebhaber Dirk. So nutzte ich die Gelegenheit und fischte aus der Kammer eine alte, schon leicht angestaubte Perle: “Stephenson´s Rocket” von Pegasus aus dem Jahr 1999. Der Spielplan zeigt den Südosten Grossbritaniens im Sechseckraster. Sieben Eisenbahngesellschaften stehen am Start, auf dem Brett verteilt und jedem offen. Der Gleisbau für eine beliebige Gesellschaft ist eine der beiden Aktionsmöglichkeiten aus drei verschiedenen. Zur Belohnung erhält man eine Aktie. Diese zählen am Schluss, wer die Mehrheit an Papieren hält, kassiert einen üppigen Bonus. Im laufenden Spiel bieten sie eine pikante Stänkermöglichkeit. Wer eine Strecke baut, kann von anderen Spielern gezwungen werden, die Strecke in eine andere Richtung zu biegen, dies kostet demjenigen dann aber wenigstens eine, manchmal auch zwei Aktien, die abgegeben werden müssen. Es wird mit den Aktien geboten, wer die meisten bietet, bestimmt die Baurichtung. Als zweites kann ein Bahnhof plaziert werden, diesen allerdings nur in die Pampa, nicht unmittelbar in die Nähe der Streckenbauspitze oder gar schon auf fertiger Strecke. Allein dieser Umstand führt zu regelmäßigen Bietrunden um die Streckenverlegung. Wenn die Strecke um einen Bahnhof herum gebaut wird, bringt selbiger natürlich nichts ein. Die dritte Möglichkeit besteht im Erwerb eines Warenmarkers, bestimmte Städte sind zu Beginn mit drei Waren ausgestattet, es gibt vier verschiedene Arten, die Mehrheiten sind wieder für die Schlusswertung spannend, im laufenden Spiel geben sie eine kleine Ausschüttung, wenn die jeweilige Stadt erstmalig an ein beliebiges Netz angeschlossen wird. Es gibt drei Sorten von Städten in diesem Spiel, solche, von denen die Gesellschaften starten, die Warenstädte und solche, die eine Streckenwertung auslösen. Hierfür werden alle Städte an der Strecke zusammen gezählt und geben in der Summe demjenigen Spieler den höchsten Bonus, der die meisten eigenen Bahnhöfe an dieser Strecke besitzt, natürlich nur, wenn diese Stadtart an ein Netz angeschlossen wird. Durch den Gleisbau ist es möglich, dass Gesellschaften fusionieren, dies ist simpel und nicht zu verhindern. Berühren sich zwei Gesellschaften, d.h., baut eine von beiden Gleise benachbart zu einer existierenden, findet die Verschmelzung statt. Die aktive wird aufgelöst, eine Sonderausschüttung für den Mehrheitsaktionär folgt und anschließend werden die Aktien 2:1 getauscht. Das Spiel zieht seine Spannung aus dem Versuch, in möglichst vielen Töpfen mitzurühren, Warenmehrheit hier, Aktienmehrheit dort und die Bahnhofmehrheit wieder an anderer Stelle. Die Entwicklung der Gesellschaften im einzelnen wie auch des Spiels im ganzen ist nicht zu überschauen, dafür ist die Dynamik zu hoch, die Eingriffsmöglichkeiten zu vielfältig. Das macht schon auch den Reiz aus, hinterlässt aber auch ein Stück weit das Gefühl, eigene Pläne sind beschränkt. Es ließe sich im Spielverlauf ausrechnen, würde dann allerdings den Rahmen sprengen. Es kam gut an, die neueren Titel zum Thema wissen aber mehr zu begeistern.

Danach stand nochmals ein “Dominion – Die Intrige” von Hans im Glück an. Ansich ein Kartenspiel, welches in der bekannten quadratischen “Siedler von Catan” Kistengröße daherkommt. 500 Karten ließen sich auch komprimierter verpacken, so kommen sie aber in einer Sortierhilfe aus Kunststoff geliefert, die einen schnellen Zugriff auf die unterschiedlichen Karten ermöglicht. Geldkarten liegen auf dem Tisch, Werte ein, zwei oder drei Taler. Siegpunktkarten, Werte ein, drei oder sechs Punkte. Sowie zehn Stapel á zehn mal die gleichen Aktionskarten. Wer am Zug ist, kann genau eine Karte aus der Mitte kaufen und falls auf der Hand vorhanden, eine Aktionskarte ausspielen. Viele dieser Karten erlauben mehrere Käufe oder Aktionen in der laufenden Runde, verbilligte Einkäufe oder das Nachziehen von Karten. Einige Karten bieten nette Stänkerelemente: der von mir früh favorisierte “Kerkermeister” führte regelmäßig zu lautem Stöhnen meiner Mitspieler, diese mussten sofort zwei Handkarten abwerfen oder eine -1 Siegpunktkarte nehmen und ich selbst zog drei Karten nach, die ich im laufenden Zug natürlich noch einsetzen konnte. Gekaufte Karten wandern auf den persönlichen Ablagestapel, die verbliebenen ungenutzten und auch unnutzbaren Siegpunktkarten ebenso. Auf diesem Wege wächst der eigene Kartenstapel, es dürfen auch durchaus Karten desselben Typs mehrfach erworben werden, mein erwähnter Kerkermeister lag am Ende viermal in meinem Deck. Bei Zeiten sind auch höherwertige Geldkarten zu kaufen, die fünf 1 Talerkarten des Anfangsstapels reichen sicher nicht, um an die lukrativen teueren Karten ranzukommen, zumal die sechs Siegpunktekarten acht Taler kosten, diese auf den fünf Handkarten vorzufinden, ist nicht leicht. Sind ebendiese alle verteilt oder von drei anderen Arten, endet das Spiel sofort, jeder zählt seine erworbenen Siegpunkte und nur diese zählen. Das Spiel lebt von seiner enormen Vielseitigkeit an Kombinationsmöglichkeiten, es sind im Grundspiel wie auch im Ausbausatz über zwanzig Aktionskartensätze dabei und selbst wenn mit denselben zehn weitere Partien gespielt, kann genug neu probiert werden, ohne dass es langweilig wird. Endlich mal wieder eine wirklich neue Idee auf dem Markt! Vollkommen neu ist sie nicht, machten doch die Sammelkartenspiele, allen voran “Magic – The Gathering”, seit 1993 die Idee breitenwirksam, mit unterschiedlichen Kartenstapeln eines Spielsystems gegeneinander zu spielen; neu ist jetzt, dass jeder seinen Stapel erst im Laufe einer Partie aufbaut. Es begeistert fast alle, in manchen Kombinationen besteht die Gefahr, dass jeder mehr oder weniger für sich allein spielt. Das Spiel ist sehr kurzweilig, zu viert ist eine gute Stunde Spielzeit nur zu unterschreiten, wenn alle das Spiel gut kennen, zu zweit ist die angegebene halbe Stunde gut zu schaffen.

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Spielabend, 26.05.

28. Mai 2009

Letzte Woche fiel der Abend krankheitsbedingt aus. Auch diesmal kam wieder “Sherwood Forest” auf den Tisch, wir waren zu fünft und hatten ebenfalls einen Mordsspass! Allerdings kamen verschärfend die Fortgeschrittenenregeln dazu. Das sind zum einen drei Ausrüstungskarten, die keine Kampfkarten darstellen und zum anderen taucht jetzt der Sheriff von Nottingham zwischen den Reisenden auf. Das ist insofern sehr unangenehm, als dass es nicht mehr möglich ist, bei zu geringer Bandengröße der Kutsche zuzuwinken und sie ziehen zulassen, ohne Beute, aber auch ohne eigene Verluste. Scherereien mit den Schergen des Sheriffs bedeutet immer bei eigener Unterzahl Verlust von Siegpunkten und Leuten. Das kann mächtig zurückwerfen, wie es René geschah, dem zweimal in einer Runde vom Sheriff zwei Siegpunkte und zwei Leute abgeknöpft wurden. Von diesem Tiefschlag erholte er sich nicht mehr, auch wenn die anderen ihn öfter einluden, den Abstand holte er nicht mehr auf… Fazit: Der Glücksanteil ist nicht gering in diesem Spiel, aber der Unterhaltungswert ist groß!

Danach fand “Chicago Express” von Queen Games zum wiederholten Mal seinen Weg auf den Tisch, es ist die Neuheit von Essen, welche im Herbst letzten Jahres am häufigsten immer wieder rausgeholt wurde. Nur Marcus kannte es nicht. Ein relativ einfaches Eisenbahnspiel, im Vergleich zu den Brocken der 18xx Reihe, aber doch etwas vielschichtiger als ein “Zug um Zug” von Days of Wonder oder ein “Trans America” von Winning Moves. Das Spiel besitzt eine Aktien-Ebene mit eigener Kasse der Gesellschaften, von denen es fünf im Spiel gibt. Auf einer Karte mit dem Nordosten der USA, bis nach Chicago, im Hexfeldraster, bauen die Spieler Strecken. Angeschlossene Städte und schicke große neue Bahnhöfe erhöhen den Aktienwert der Gesellschaft, folglich tue ich dies nur mit Gesellschaften, von denen ich auch Papiere halte. Der eigentliche Zug jedes Spielers ist sehr überschaubar: Entweder versteigert er eine beliebige Aktie, sofern noch im Pool der anvisierten Gesellschaft welche vorhanden sind, baut eine Gesellschaft aus, maximal drei Streckenabschnitte, die Unkosten dafür trägt die Gesellschaft oder baut einen Bahnhof. Wenn von diesen drei Möglichkeiten zwei in einer bestimmten Häufigkeit als Aktion der Spieler gewählt wurden, ist eine Runde zu Ende und es folgt eine Zwischenausschütung von Geld je nach Wert der Papiere. Sind von drei Gesellschaften alle Aktien versteigert oder alle Züge verbaut, ist das Spiel zu Ende und nur der gesammelte Geldwert zählt, die Aktien haben keinen Wert. Zu den Gemeinheiten des Spiels zählt die Tatsache, dass der sich sicherlich  stätig steigende Wert einer Gesellschaft bei den Ausschütungen durch die Anzahl der kursierenden Papiere geteilt wird. Jedes weitere Papier, welches von meiner Lieblingslinie versteigert wird, verkleinert mein Kuchenstück, ich werde mich natürlich mit Versteigerungsinitiierung missliebiger Gesellschaften rächen, könnte aber auch auf die Wertsteigerung “meiner” Linie hinarbeiten, wenn es da nicht die Parasiten von Mitspielern gäbe, die von “meiner” Linie auch Anteile hätten, das ist die Krux, es gibt nicht real meine Gesellschaft, nur gefühlt, die anderen verdienen kräftig mit. Sich alle Aktien einer Gesellschaft zu sichern ist kaum machbar, soviel Geld hat der einzelne auch nicht; sinnvoll ist es auch nicht unbedingt, wenn noch ein anderer mit ausbaut, ist das  zu begrüßen. Das Spiel kann sehr schnell gehen, grad wenn man ahnt, das der Hase nicht mehr für einen selber und die Zeit davon läuft. So auch gestern, eine halbe Stunde wurde das Spiel erklärt und eine halbe Stunde gespielt. Etwas schade, fanden die meisten, das Spiel trägt und erträgt auch mehr, spannend bleibt es und seine festen Fans in der Dienstagsrunde hat es.

Am Nebentisch spielten Andreas, Helene und Manfred “Tintenblut” von Kosmos mit mäßiger Begeisterung und danach noch ein “Roll through the ages”, anspruchsvolles Kniffeln im historischen Gewand mit deutlich mehr Freude.

Zu guter Letzt kam in einer sechser Runde noch das alt beliebte “Cash and Guns” auf den Tisch, dazu an anderer Stelle mehr.

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