Spielabend, 10.11.

13. November 2009

“Vor den Toren von Loyang” lungerten wir zu viert drei Stunden… Das war uns zu lang… Ich wollte es so gern mögen… Ein quietschbuntes Buchhaltungsspiel… Doch worum geht es? Jeder Spieler ist eine Gärtnerei und produziert, kauft, verkauft und tauscht Gemüse in sechs Sorten. Nach und nach kommen Anbaufelder für jeden ins Spiel, einmal mit Saatgut versehen, werden alle Felder der Karte mit selbigen Gemüse bestückt und es wird pro Feld ein Gemüse geerntet pro Runde, soweit aus “Agricola” bekannt. Die frische Ernte sollte zügig verbraucht werden, Lagerraum ist karg. Jeder kann beliebig viele Kunden sein nennen; es gibt Stammkunden, die wollen 4 x zwei Gemüse und zahlen stetig mehr, sofern sie regelmäßig beliefert werden (einmal pro Runde). Eine versäumte Lieferung nehmen sie zähneknirschend hin, ab der zweiten ist Rabatt von Nöten. Laufkunden wollen einmal mit drei Gemüse versorgt sein und sind geduldig, nötigenfalls bis zum Spielende… Da nicht immer alle Sorten verfügbar sind, kann jeder Marktkarten ausspielen, die Tauschmöglichkeiten bieten. Die letzte Kartensorte sind die Helfer, einmalig einsetzbar, kann ich Grundregeln brechen. Pro Runde erhält jeder vier Karten, dem Startspieler wird noch eine vom Stapel vor die Nase gesetzt. Gefällt ihm diese, nimmt er sie und eine der Handkarten, beide werden in der eigenen Gärtnerei eingesetzt, alle verbliebenen Handkarten wandern in die Mitte und bilden den Pool für den nächsten Spieler. Will der Startspieler sie nicht, legt er eine Handkarte in die Mitte und kauft sich damit frei. Dem nächsten Spieler liegt das gleiche Verfahren zu Grunde. Eine zusätzliche Karte vom Stapel erhöht die Auswahl. So kann jeder maximal dreimal passen. Nicht selten kam es vor, dass ein gewaltiger Berg an Karten in der Mitte lag. Diese Phase ist ein heftiger Zeitfresser, jeder wägt ab, welche Karten welche Vorteile bringen und das kann dauern. Hier ist auch der größte Schnittpunkt mit den anderen Spielern, abgesehen von manchen Helfern, die es erlauben, bei Nachbarns räubern zu gehen. Zu wenig für meinen Geschmack. Die Interaktion ist schon bei den Vorgängern “Agricola” und “Le Havre” nicht groß geschrieben, wie generell bei sehr vielen komplexen Aufbauspielen der aktuellen Zeit, hier aber noch spannungsärmer… Ich bin ein begeisterter Freund der Vorgänger und konnte kaum genug bekommen von ihnen, spielte sogar etliche Solopartien selbiger, aber bei “Vor den Toren von Loyang” von “Hall Games” ist der Bogen überspannt; ich hoffe, weitere Partien mildern mein zugegeben hartes Urteil, es ist bei Leibe kein  schlechtes Spiel, es gibt allerdings bessere… Ich muss aber auch einräumen, dass es mir im Spiel zu zweit deutlich besser gefallen hat, allein schon ob des deutlich verringerten Zeitaufwandes.

Danach kam nochmals “Tobago” von “Zoch” auf den Tisch und sorgte für viel Spaß. Das Material begeisterte und die Mischung aus leichtem Planspiel und Zockerei um die Schätze wurde als ausgesprochen gelungen wahrgenommen.

In der anderen Runde nahm die üppige Materialfülle von “Colonia” aus dem “Queen Games” Verlag den gesamten großen Tisch ein. Die Meinungen, die ich aufschnappte gingen von “kennen wir schon aus anderen Spielen” bis zu “schön abgestimmt”, genaueres zu einem anderen Zeitpunkt. Danach spielte die Dreierrunde noch ein “Havanna” von “eggert”, unser aktueller Geheimtipp eines schnellen, runden und ausgesprochenen spannenden Spiels.

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